CDU und CSU sehen sich gerne als besondere Hüter der drei Freistaaten Thüringen, Bayern und Sachsen. Das ist ihr gutes Recht der Stärkeren. Schließlich sind die Unionsparteien nicht nur momentan in allen drei Ländern am Ruder, sondern scheinen in Bayern und Sachsen seit Jahrzehnten an der Macht festgewachsen. Auf solch schwarzem Humus wächst auch Hybris, wie man beim Regierungschef des südlichsten Freistaats regelmäßig beobachten kann. Mal schnell was fordern, was man weder früher selbst unterstützt hat noch künftig umsetzen kann? Das aktuelle Papier der drei Unionsfraktionen tut genau das. Blumig beschwört man die länderübergreifende Gesundheits-Kooperation. War nicht jüngst ein südthüringisch-oberfränkischer Klinikverbund zerbrochen, ohne dass in Bayern Tränen flossen? Alle Bahnstrecken zwischen den Ländern sollen elektrifiziert werden – nur dass die dafür in der Vergangenheit in erster Linie zuständigen CSU-Bundesverkehrsminister davon nichts wissen wollten und auch die Thüringer CDU sich bisher nicht beschwert hat, dass zwischen Erfurt und Schweinfurt immer noch Dieselzüge tuckern und es noch Jahrzehnte dauern wird, bis zwischen Jena und Chemnitz Oberleitungen gespannt sind. Hehre Ziele sind gut, leere Forderungen sind es nicht.
Freistaaten-Union Was fordern die denn da?
Markus Ermert 08.09.2025 - 17:08 Uhr