Freies Wort hilft: Schwerkranke Stella braucht Hilfe

Katharina Drewes aus Weitersroda mit ihren Zwillingen Amelie (links) und Stella. Stella hat einen seltenen Gendefekt, ist deshalb dauerhaft auf Pflege angewiesen. Foto: Bastian Frank

Bei Familie Drewes aus Weitersroda steht das Leben seit 2018 Kopf. Auf eine glückliche Familienidylle folgte ein nicht enden wollender Albtraum. Der Verein „Freies Wort hilft“ nimmt Spenden zur Unterstützung der Familie entgegen.

Mama, Papa, drei gesunde Kinder. So definierte sich das Glück von Familie Drewes aus Weitersroda noch im September 2018. Damals wurden die Zwillinge Amelie und Stella geboren, kamen nach kurzer Zeit im Suhler Klinikum nach Hause zu Schwester Lea, wurden empfangen in ländlicher Idylle und einem Zuhause mit Großfamiliencharakter.

Alles war gut – nur eine Routine-OP bei Stella brachte zwischendurch etwas Unruhe in den Familienalltag. Doch plötzlich – an einem Tag im Winter nach einem unbeschwerten Ausflug in den Schnee – änderte sich alles. „Wir kamen vom Schlittenfahren zurück und plötzlich krampfte Stella. Ich habe in meiner Angst eine Hebamme im Dorf kontaktiert. Sie hat uns sofort nach Suhl ins Krankenhaus geschickt“, erinnert sich Mama Katharina. Und dort begann der bis heute nicht enden wollende Albtraum von Familie Drewes. Vier Wochen Klinik, nonstop Untersuchungen und eine knallharte Diagnose bringt das Lebensmodell von Katharina und Ehemann Christoph Drewes bis heute täglich ins Wanken. „Stella hat einen Gendefekt. Dieser wurde weltweit bislang bei nur zehn Menschen entdeckt. Entsprechend wenig ist er erforscht. Wir wissen also nicht, wie sich Stellas Leben entwickeln wird, welche Erwartungen wir haben dürfen“, erzählt die verzweifelte Mutter, während sie nebenbei liebevoll und routiniert ihre beiden Jüngsten versorgt.

Aktuell sei der Entwicklungsstand des beeinträchtigten Zwillingsmädchens auf dem eines sechs Monate alten Babys. Das bedeutet: Die Vierjährige wird gewindelt, nimmt nur pürierte Nahrung auf, kann weder sprechen noch laufen. Natürlich beansprucht dieses nicht fortschreitende Entwicklungsstadium und der damit einhergehende Versorgungsaufwand die komplette Kraft von Mama Katharina. Sie ist zu Hause, während ihr Mann in vier Schichten in einem Unternehmen in Hildburghausen arbeitet. Stellas Zwillingsschwester Amelie besucht jeden Tag den Kindergarten. „Wenn sie zu Hause ist, ist sie unser Sonnenschein. Sie ist pflegeleicht, fügt sich in das Leben mit ihrer Schwester ein. Ich habe wenig Zeit für sie. Täglich haben wir Anwendungen für Stella. Logopädie, Physiotherapie. Frühförderung. Dazu muss sie drei Mal am Tag über eine Magensonde mit insgesamt 12 Dosen Medikamenten versorgt werden. Das übernehme ich selbst“, sagt Katharina Drewes.

Ständig präsente Sorgen

Und weil die Sorgen um Stella allzeit präsent sind, hat sich das Leben der dreizehnjährigen Lea in den vergangenen Jahren nach Einschätzung der Mutter ebenfalls nicht gut entwickelt: „Hier haben wir ein weiteres Problem. Lea war während der Pandemie nicht in der Schule, weil ich Angst hatte, sie könnte sich infizieren und Stella damit gefährden. Nun ist die Lage jedoch so, dass sie auch jetzt nicht mehr zu Schule geht. Sie weigert sich durchgängig. Nun hat das Jugendamt angeordnet, dass sie künftig in einem Kinderheim wohnen muss. Es ist einfach alles schlimm.“

Während die Sorge um das Wohl der Kinder den Alltag von Katharina und Christoph Drewes bestimmt, kommt eine bedrückende finanzielle Lage dazu. „Wir haben nur Geld für das Nötigste, bräuchten allerdings dringend ein neues Auto, um Stella künftig überhaupt transportieren zu können – zum Beispiel zu Ärzten. Ich habe eine dreitürigen Opel Astra. Hier passen die Hilfsmittel für Stellas Fortbewegung nicht rein“, erklärt die Mutter und weiß, dass zum Beispiel ein Fünftürer oder eine Art Caddy das Familienleben erheblich erleichtern würde. Deshalb hat sie sich gemeinsam mit ihrem Familienbegleiter Marcus Pötzschig vom Kinder- und Jugendhospizdienst aus Meiningen an den Verein „Freies Wort hilft“ gewandt mit der Bitte, Spenden für ein neues Auto zu sammeln. Das will der Verein, das gemeinnützige Hilfswerk der drei Tageszeitungen in Südthüringen, jetzt mit Hilfe seiner Leser tun und hofft auf zahlreiche Spenden. Auf Wunsch werden von dem gemeinnützigen Verein Spendenquittungen ausgestellt, die auch das Finanzamt anerkennt. Wir hoffen, es gelingt zusammen mit Ihnen, liebe Leser, Familie Drewes aus Weitersroda zu helfen.

Wer die Familie Drewes unterstützen möchte, kann auf das Konto – Nummer oben stehend – des Hilfsvereins unserer Zeitung, „Freies Wort hilft“, ab sofort spenden. Bitte geben Sie den Verwendungszweck „Stella“ an.

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