Freies Wort hilft Leser spenden 40 000 Euro für Lisa aus Lengfeld

Das Schicksal der Lengfelder Familie um Lisa und Robert Schneider bewegt die Leser unserer Zeitung – der Verein Freies Wort hilft unterstützt sie nun mit 40 000 Euro.

Pierre Döring übergibt die Spenden an Robert (mit Resi), Lisa und Rosi Schneider. Foto: B. Frank

Es ist gewiss nicht leicht, über private Schicksalsschläge öffentlich zu sprechen. Und doch ist es gut, dass Lisa und Robert Schneider aus Lengfeld von der Erschütterung erzählen, die das Leben der kleinen Familie seit Monaten so gänzlich auf den Kopf stellt. Natürlich, in ihrem Heimatort Lengfeld weiß jeder von der Erkrankung der jungen Frau, die sie im hochschwangeren Zustand aus heiterem Himmel ereilte. Dass die Familie Leser unserer Zeitung auch teilhaben lässt, ist nicht selbstverständlich – und doch eine richtige Entscheidung. „Die Menschen rücken zusammen und nehmen Anteil, das merken wir immer wieder bei unseren Hilfsaktionen gerade jetzt in Lengfeld“, sagt Pierre Döring, Verlagsleiter von Freies Wort und Vorsitzender des Vereins Freies Wort hilft. Er sei beeindruckt davon, wie schnell selbst größere Summen für die Schneiders gespendet wurden. Das sei nicht alltäglich. Die Menschen nehmen Anteil, sind berührt – so etwas ist selten geworden, zeigt aber auch, dass es Gemeinschaft und Miteinander noch immer gibt.

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In kurzer Zeit sind 38 000 für Lisa Schneider auf dem Spendenkonto zusammengekommen. Der Verein hat den Betrag auf 40 000 Euro aufgerundet. Am Mittwochnachmittag hat Pierre Döring den Spendenscheck übergeben. Über die Hilfe und den Zuspruch freuen sich Lisa und Robert ungemein: Denn die Aufgaben und Ausgaben wachsen ihnen über den Kopf.

Ende März wachte Lisa mit starken Kopfschmerzen und gelähmter Körperseite auf. Nach dem ersten Schreck – Robert und die vierjährige Tochter Rosi waren mit dabei – wurde sie hochschwanger mit dem Rettungswagen ins Suhler Klinikum und kurze Zeit später nach Erfurt gebracht. Diagnose: Hirnaneurysma (Hirngefäßerweiterung). Noch am selben Vormittag brachten Ärzte eine gesunde, aber sehr kleine Resi per Kaiserschnitt zur Welt. Danach musste Lisa gut vier Stunden operiert werden. Doch damit nicht genug: Zur Druckentlastung wurde ein Teil der Schädeldecke entfernt und eingefroren, um ihn später wieder einsetzen zu können. Doch das war noch nicht alles. Während des Komas entzündete sich Lisas Bein – Krankenhauskeime breiteten sich aus. Antibiotika? Wirkungslos. Die Entzündung fraß sich in Windeseile durch Muskel und Sehne. Drei Operationen später hatte Lisa Schneider keinen Fußheber mehr – Muskel und Sehne waren entfernt worden. Zudem stellte sich heraus, dass Lisa unter einer angeborenen Fehlbildung der Blutgefäße im Kopf leidet. Nun knobeln die Ärzte, wie das am besten behandelt werden kann. In dieser Woche noch hat Lisa einen Termin bei Spezialisten in der Heidelberger Universitätsklinik. Danach gibt es vielleicht einen Behandlungsweg – und einen Lichtblick für die kleine Familie.

Erst einmal kann sie auf die Unterstützung unserer Leser bauen und viele Kosten decken, die niemand sonst übernimmt. Denn auch Robert kann nicht arbeiten, sondern muss sich rund um die Uhr um seine Frau und die beiden Kinder kümmern. Unsere Leserinnen und Leser können gerne weiterhin helfen – die eingehenden Spenden kommen der Familie in vollem Umfang zugute.