Freies Wort hilft Große Hilfsaktion für Familie aus Tiefenort

Der tödliche Unfall auf der B62 hat eine Familie aus Tiefenort schwer getroffen. Jetzt bitten Freunde, Vereine und Feuerwehrleute um Unterstützung.

Am Gedenkstein für die verstorbenen Feuerwehrleute in Tiefenort wurden Kerzen entzündet. Foto: Marie-Luise Otto

Eigentlich sollte Anfang August für die 49-jährige Tiefenorterin ein neuer Lebensabschnitt starten. Ein eigener Friseursalon, viele Pläne und der Schritt in die Selbstständigkeit – dafür war bereits alles vorbereitet. Die Renovierungsarbeiten sollten vor wenigen Tagen beginnen. Doch dazu kam es nicht mehr.

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Auf der Heimfahrt von einem Familienausflug ereignete sich am Nachmittag des 28. Juni auf der Bundesstraße 62 zwischen Hämbach und Leimbach der folgenschwere Verkehrsunfall, der viele Menschen im Wartburgkreis erschütterte. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei kam eine Autofahrerin aus bislang ungeklärter Ursache auf die Gegenfahrbahn. Nach einer seitlichen Kollision mit einem entgegenkommenden Fahrzeug geriet ihr Auto ins Schleudern und prallte frontal mit dem Pkw der Tiefenorter Familie zusammen. Die Ehefrau und Mutter starb noch an der Unfallstelle. Ihr Ehemann sowie die 18-jährige Tochter und deren 25-jähriger Freund wurden zum Teil schwer verletzt. Seitdem kämpft die Familie nicht nur mit den körperlichen und seelischen Folgen des Unglücks, sondern auch mit einer völlig veränderten Lebenssituation.

„In einer Sekunde ändert sich ein ganzes Leben unwiederbringlich“, sagt Christine Thiel (CDU), Ortsteilbürgermeisterin von Tiefenort. Gemeinsam mit Florian Müller, Stefan Munk und Christian Wagner wirbt sie für den Spendenaufruf, den viele Unterstützer aus den Freiwilligen Feuerwehren, Vereinen und dem Freundeskreis jetzt gemeinsam initiiert haben. Die vier stehen stellvertretend für diese große Welle der Hilfsbereitschaft.

„Unser Grundanliegen ist es, zu helfen“, sagt Florian Möller. Bewusst hätten sich die Initiatoren Zeit gelassen. „Aus Respekt vor der Familie wollten wir keine Schnellschüsse machen. Erst nachdem wir mit den Angehörigen gesprochen haben und ihr Einverständnis vorliegt, haben wir den Spendenaufruf auf den Weg gebracht.“

Spendenaktion lindert finanzielle Sorgen

Ebenso bewusst fiel die Entscheidung, sich an „Freies Wort hilft“ zu wenden. Die Initiatoren wollen die Spenden über einen etablierten und vertrauenswürdigen Verein sammeln, bei dem jeder gespendete Euro den Betroffenen zugutekommt. Die Hilfe für die Tiefenorter Familie soll die finanziellen Folgen der langen Genesungszeit, mögliche Verdienstausfälle und weitere Belastungen abfedern.

Der gemeinnützige Hilfsverein „Freies Wort hilft“ wurde 1992 von den Tageszeitungen Freies Wort, Südthüringer Zeitung und Meininger Tageblatt gegründet. Seit mehr als drei Jahrzehnten unterstützt er Menschen in Südthüringen, die unverschuldet in Not geraten sind – etwa nach Bränden, schweren Erkrankungen oder anderen Schicksalsschlägen. Alle eingehenden Spenden werden zweckgebunden an die Betroffenen weitergegeben.

QR-Code mit der Banking-App scannen und direkt spenden. Foto: KI generiert

Die Familie war am Unglückstag auf dem Rückweg von einem Konzert in Nürnberg. Nur noch wenige Kilometer trennten sie von ihrem Zuhause, als sich der Unfall ereignete. Der Vater konnte das Krankenhaus inzwischen verlassen, erlitt jedoch zahlreiche Knochenbrüche und innere Verletzungen. Auch die Tochter zog sich schwere Verletzungen zu. Ihr Freund kam körperlich vergleichsweise glimpflich davon, kämpft jedoch mit den psychischen Folgen des Erlebten. Der Sohn der Familie war mit einem weiteren Auto unterwegs und blieb körperlich unverletzt. Dennoch muss auch er den Verlust seiner Mutter und die Folgen des Unglücks verarbeiten. Wie lange die Genesung der Verletzten dauern wird, kann derzeit niemand abschätzen.

Enorme Hilfsbereitschaft

Dass die Hilfsbereitschaft so groß ist, kommt nicht von ungefähr. Die Familie ist in Tiefenort und Kieselbach fest verwurzelt und vielen Menschen durch ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement in den Freiwilligen Feuerwehren und im Vereinsleben bekannt. Bereits unmittelbar nach dem Unfall zeigte sich, dass die Familie nicht allein ist. Feuerwehrleute begleiteten die Angehörigen in den ersten Stunden nach der schrecklichen Nachricht. Das Kriseninterventionsteam kümmerte sich um die Familie und die Einsatzkräfte. „Die Gemeinschaft und die Seelsorge haben hervorragend funktioniert. Aber es sind Bilder, die im Kopf bleiben“, sagt Christine Thiel.

Jetzt soll diese Solidarität weitergetragen werden. Mitglieder der Feuerwehren aus Tiefenort und Kieselbach, der Kirmesvereine, die Fußballvereine sowie zahlreiche Freunde möchten der Familie helfen, die kommenden Monate zu bewältigen. „Wir hoffen auf eine große Beteiligung“, sagen die Initiatoren. Niemand könne den schmerzlichen Verlust ungeschehen machen. Mit den Spenden solle jedoch zumindest ein Teil der finanziellen Sorgen genommen werden.

Wer die Familie unterstützen möchte, kann unter dem Verwendungszweck „Tiefenort“ an das Konto von „Freies Wort hilft“ spenden.

Freies Wort hilft e. V.

IBAN: DE39 8405 0000 1705 0170 17

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