Freies Wort hilft Endlich mobil – Alican bekommt seinen Bus

Dank „Freies Wort hilft“ und der großen Spendenfreude unserer Leser kann Jana Güler aus Bad Liebenstein aufatmen: Der Bus für ihren Sohn schwerstbehinderten Alican ist finanziert.

Vor wenigen Tagen hat Jana Güler den Kaufvertrag für den Bus unterschrieben. Nun kann sie mit ihrem Sohn Alican endlich auch wieder längere Strecken fahren. Foto: privat

Die Hilfsbereitschaft war groß – noch bevor feststand, ob es Unterstützung von offizieller Seite geben würde. Leserinnen und Leser von insuedthueringen.de halfen der alleinerziehenden Mutter Jana Güler. Doch dann drohte eine Absage aus dem Landratsamt alle Träume zerplatzen zu lassen. Am Ende konnte die Familie dennoch aufatmen.

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Der sechsjährige Alican leidet an einem seltenen Gendefekt. Der Junge ist blind, fast taub und schwerst mehrfachbehindert. Er sitzt im Rollstuhl und benötigt rund um die Uhr Betreuung sowie umfangreiche medizinische und therapeutische Versorgung. Zudem ist Alican auf zahlreiche Hilfsmittel angewiesen – darunter ein Absauggerät und ein Stehstuhl. Diese Geräte sind im Alltag unverzichtbar, passen jedoch nicht alle zusammen in das bisherige Auto der Familie.

Das Spendenkonto von „ Freies Wort hilft“.

Für Jana Güler, die ihre Kinder – zur Familie gehören noch eine 13-jährige Tochter und ein erwachsener Sohn – allein erzieht, ist ein größeres, behindertengerechtes Fahrzeug daher keine Frage des Komforts, sondern eine grundlegende Voraussetzung, um den Alltag überhaupt bewältigen zu können.

Gleichzeitig geht es ihr auch um ein kleines Stück Normalität. „Ich würde mit meinen Kindern einfach gern auch mal wieder in den Urlaub fahren an die Nordsee oder ein Wochenende zu Freunden“, sagt Güler. Mit dem bisherigen Fahrzeug sei das faktisch nicht möglich gewesen.

Nachdem über die Situation der Familie berichtet worden war, reagierten viele Leserinnen und Leser spontan. Rund 12 000 Euro gingen bislang ein. Der Verein „Freies Wort hilft“ rundete diesen Betrag auf 15 000 Euro auf.

Doch die Freude darüber wurde durch einen Bescheid aus dem Landratsamt, der kürzlich im Briefkasten von Jana Güler lag, schwer getrübt. Darin wurde ihr mitgeteilt, dass ein Zuschlag des Sozialamtes für den Kauf eines geeigneten Fahrzeugs abgelehnt wird. Zwar sollen die Kosten für den behindertengerechten Umbau im Wert von rund 4100 Euro übernommen werden, nicht jedoch der Fahrzeugkauf selbst. Zur Begründung hieß es, das Auto werde nicht ständig ausschließlich für Fahrten mit Alican genutzt, sondern auch für Arbeitswege, Einkäufe oder Erledigungen für die 13-jährige Tochter. Für Arzt- und Therapiefahrten reiche der vorhandene Skoda aus, für weiter entfernte Termine oder Hospizaufenthalte könnten Fahrdienste genutzt werden.

Das neue Auto bietet ausreichend Platz. Foto: privat

Für Jana Güler war diese Entscheidung kaum nachvollziehbar. Trotz mehrfacher Nachfragen habe es im Vorfeld keinerlei Hinweise auf eine mögliche Ablehnung gegeben. Zudem hatte das gesamte Prozedere fast ein halbes Jahr gedauert. „Ich war völlig am Boden“, sagt sie.

Das Wunschfahrzeug – ein Hyundai Staria, der 43 000 Euro kostet, war plötzlich wieder meilenweit entfernt. Doch mit Hilfe verschiedener Stiftungen, die ebenfalls Zuschüsse bewilligt hatten, konnte die Finanzierung schlussendlich doch gesichert werden – ein vorzeitiges Weihnachtswunder.

Und so konnte Jana Güler den Kauf des Busses bei Autoland in Gotha vor wenigen Tagen offiziell besiegeln. Wann das Fahrzeug übergeben wird, ist noch offen, sagt die Bad Liebensteinerin. Möglicherweise auch erst im neuen Jahr.

Für die gelernte Heilerziehungspflegerin, steht jedoch bereits jetzt fest: Die frühe Unterstützung der Leserinnen und Leser sowie das Engagement des Vereins „Freies Wort hilft“ waren entscheidend. Ohne diese Solidarität wäre eine Lösung kaum möglich gewesen. Für Alican bedeutet das neue Auto mehr Sicherheit und Mobilität – für seine alleinerziehende Mutter ein Stück Entlastung. Und nun auch die Möglichkeit, mit ihren Kindern wieder einmal gemeinsam zu verreisen.