Freies Wort hilft Emils Herzenswunsch ist wahr geworden

Erst hat der neunjährige Emil seine Mama verloren, dann ist die Werkstatt des Opas abgebrannt. Jetzt hat sich sein großer Traum, den FC Bayern München live spielen zu sehen, erfüllt.

Emil und Opa Torsten sind überwältigt. Sie durften in die Alianz-Arena in München. Foto:  

Emil hat ein breites Lächeln im Gesicht. Im Arm hält er einen riesengroßen Bären. Es ist Berni, das Kult-Maskottchen des FC BAYERN München. Dass Emil so glücklich ausschaut, ist ganz und gar nicht normal. Er hat im vergangenen Jahr gleich zwei große Verluste erleben müssen. Umso mehr freut sich sein Opa Torsten Retz darüber, dass seinem Enkel dessen größter Wunsch erfüllt wurde. Er durfte bei einem Bayern-Spiel in München dabei sein.

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Die Suhler Bayern-Freunde haben Emil und dessen Opa Torsten im Fanbus nach München mitgenommen.

Freies Wort hatte am Heiligabend von dem Schicksal des Jungen berichtet. Unfassbar viele Menschen haben sich gemeldet, die helfen wollten. Unter ihnen auch Petra Machleidt aus Suhl. „Ich bin selbst alleinerziehend. 2016 war ich mit meinem Sohn in der Allianz Arena. Und ich weiß noch genau, wie seine Augen damals gestrahlt haben“, erinnert sie sich. Genau dieses Glänzen in den Augen wollte sie auch bei Emil sehen. Weil der nun mal glühender Bayern-Fan ist, war es für sie naheliegend, wie das gelingen könnte.

Leser haben die Reise möglich gemacht

Also nahm sie Kontakt auf zu Jens Ritter von den Suhler Bayernfreunden auf. „Er hat mir sofort zugesagt, dass sie die Tickets für Emil und seinen Opa besorgen werden. Der Fanclub wollte die Karten, plus Busfahrt und Verpflegung während der Fahrt, aus eigener Tasche finanzieren“, erinnert sie sich. Weil Petra Machleidt aber auch im ständigen Kontakt zum Verein Freies Wort hilft stand, wurde vereinbart, dass alles Finanzielle aus den bisher eingegangenen Spenden für Emil finanziert werden soll.

Am Samstag war es nun soweit. Emil und Opa Torsten durften zum Spiel Bayern gegen Augsburg dabei sein. Punkt 8.30 Uhr startete der Fan-Bus in der Suhler Kommerstraße. Auch Petra Machleidt und ihr Sohn Oscar waren an Bord. Beide haben sich intensiv um die beiden Mitfahrer gekümmert. „Die Chemie hat sofort gestimmt“, verrät die engagierte Helferin. Sie kam sofort mit Torsten Retz ins Gespräch: „Er war so gerührt, dass da jemand war, der seine Hilfe anbietet“, berichtet sie.

Und es waren viele Menschen, die Emil etwas Gutes tun wollten. Auf dem Spendenkonto ist mehr als genug eingelaufen, um den Ausflug für Opa und Enkel zu finanzieren. Und obendrauf ein Taschengeld in Höhe von 300 Euro mitzugeben.

Im Bayern-Museum gab es ein Musiala-Trikot

Übrigens war der Fanclub aus Steinbach-Hallenbach „Schdaaimicher Bayern Uuhänger“ der Erste, der sich unmittelbar nach Erscheinen des Artikels „Damit Emil wieder lächeln kann“ Hilfe angeboten hatte. Dessen Vorsitzender Steffen Otto hatten den FC Bayern München direkt kontaktiert, um Emils Wunsch erfüllen zu können. Schließlich schaltete er „Freies Wort hilft“-Vereinschef Pierre Döring ein. Und der handelte schlussendlich mit den Verantwortlichen in München eine besondere Geschenkübergabe aus.

Emil sollte mit seinen Begleitern vor Spielbeginn in das FC Bayern Museum kommen. „Das war zu dieser Zeit offiziell geschlossen. Wir hatten also das Museum fast für uns alleine“, freut sich Petra Machleidt. Für den Jungen, der selbst Fußball spielt, war das ein Riesending. Erst Recht, als er dann auch noch ein Trikot mit der Original Unterschrift seines Lieblingsspielers Jamal Musiala, einen Fanschal und Autogrammkarten überreicht bekam.

Oscar Machleidt und Emil zeigen das Trikot mit dem Musiala-Aufdruck.

Später, im Stadion, hat Emil miterlebt, wie das ist, mittendrin zu sitzen. Schals hochhalten, Hymne mitsingen und anfeuern. Dass es am Ende nicht für einen Sieg gereicht hat, hat den Neunjährigen freilich geärgert. Doch diesen Ärger konnte Petra Machleidt mit dem mitgeschickten Taschengeld ganz schnell ausmerzen.

„Wir sind direkt nach dem Spiel in den Fan-Shop gegangen.“ Dort hat sich Emil mit einem Schulrucksack, Musiala-Fanbuch, Trinkflasche, Basecap, Kapitänsbinde und anderen Kleinigkeiten eingedeckt. Am meisten hat er sich aber über einen großen Berni-Bären gefreut. Der ist nun sein neuer Kuschelfreund.

Tränen kamen angeblich vom Wind

„Er konnte für einen Tag den Schmerz vergessen. Das konnte man in seinen Augen sehen“, sagt Petra Machleidt. „Auch der Opa hatte zwischendurch immer mal eine Träne in den Augen. Er hat dann immer gesagt, das käme vom Wind.“

Den Kontakt zu Familie Retz möchte Petra Machleidt nicht abbrechen lassen. Sie steht mit Opa Torsten in Kontakt. Der hat ihr verraten, was Emil ihm nach diesem Tag gesagt hat: „Zu seinem großen Glück fehlt ihm nur noch seine Mama.“

Ein Verein hilft

Fußballfans
Die Schdaaimicher Bayern Uuhänger haben bereits mehrere soziale Projekte unterstützt. Unter anderem das Kinderhospiz Tambach-Dietharz und die Thomas-Müller-Stiftung).