Freies Wort hilft Ein Dorf hält zusammen: Für Jannik

Ein Benefizkonzert am 19. Juli in der Parkanlage in Haina wird zur Herzensangelegenheit für ein ganzes Dorf. Der Eintritt ist frei. Es geht um Spaß und Spenden.

Eine Region steht zusammen: Für Jannik. Foto: frankphoto.de

Das Dorf ist klein und zählt nicht einmal 900 Einwohner – umso größer ist der Zusammenhalt. Es gibt Momente, da zeigt sich, was Gemeinschaft wirklich bedeutet. Als eine Familie aus Haina dringend Unterstützung brauchte, entstand aus einer spontanen Idee ein besonderes Event, das weit über die Dorfgrenzen hinausstrahlen soll.

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Auslöser war ein Artikel in unserer Zeitung im Mai. Der ging sozusagen viral. Die Geschichte des kleinen Jannik berührte die Menschen. Auch Jochen Hoffmann aus Haina: „Jeder hatte diesen Beitrag über Jannik in seinem Status. Wir alle wussten plötzlich um das schwere Schicksal einer Familie mitten unter uns“, erzählt er, der kurz darauf einen Impuls aus Bürden bekam, doch eine Benefizveranstaltung in Haina zu organisieren. Und weil ihm sofort die Band Shaka in den Sinn kam, die er gut kannte, kontaktierte er deren Protagonisten. Sie sagten zu. So wurde in enger Abstimmung mit dem Kirmesverein Haina das Projekt auf den Weg gebracht.

Echte Gemeinschaftsaktion

Am 19. Juli wird nun also in der Parkanlage Haina unter Regie des Kirmesvereins ein großes Fest gefeiert, das eine echte Gemeinschaftsaktion ist: Alle Vereine helfen irgendwie mit irgendwas. Die Feuerwehr stellt ein großes Zelt, der Sportverein hilft bei der Verpflegung, der Kleintierzuchtverein stellt die sanitären Anlagen, die Mondscheinfrauen übernehmen die Cocktailbar. Ein echtes „von Hee für Hee“-Projekt, das es so noch nie gab – weiß Lukas Höfer vom Organisationsteam.

Die musikalische Hauptattraktion ist die Band Shaka, deren Mitglieder unter anderem aus Hildburghausen kommen. Die junge Formation geht mit Trompete, Posaune, Bass, Gitarren, Schlagzeug, Keyboard, Sängerin und Sänger an den Start und verspricht ausgelassene Stimmung mit partytauglicher Musik für jeden Geschmack. Das Konzert beginnt um 18:30 Uhr und richtet sich als Familienfest an alle Generationen.

Man kennt sich eben

Leonhard Höfer, Vorsitzender des Kirmesvereins, bringt es auf den Punkt: „In Haina war es schon immer so, dass Generationen zusammenhalten und gemeinsam feiern.“ Die Familie, die unterstützt wird, hat sich extra ein Haus in Haina gekauft, das umbaubar ist. „Man kennt sich eben und steht füreinander ein“, sagt Tim Seeber, der zu den Drahtziehern der Benefizaktion gehört, gemeinsam mit seinem Vereinskollegen Martin Ansorg Verlagsleiter Pierre Döring in Suhl besuchte und „Freies Wort hilft“ mit ins Hainaer Boot holte. Auch hier: Offene Türen, ein unterstützendes Ja und das Angebot zur Bereitstellung einer umfassenden medialen Reichweite. Für das Gute. Für Jannik.

Wenn die Party steigt, stehen Spendenboxen bereit. Die transparente Abwicklung der Spenden-Gelder ist über den Hilfsverein abgedeckt.

Jannik mit seiner Mama Luisa Endesfelder. Die Familie braucht Hilfe. Foto: frankphoto.de

So wie für den Verlag ist auch für Oliver Motz, Kopf der Shaka-Band, das Benefizkonzert eine Herzensangelegenheit. Der Vater des Shaka-Schlagzeugers ist erst vor kurzem schwer erkrankt – die Erfahrung von Hilflosigkeit und der Wunsch, etwas zu bewegen, treiben die Band nun einmal mehr an: „Wenn man krank ist und Hilfe braucht, fühlt man sich oft ohnmächtig. Da war keine Frage, ob wir helfen wollen – sofort war klar: Wir machen das zusammen“, erzählen die beiden Musiker Nils Brauner und Wilhelm Diegler.

Geschärfter Blick

Diese Aktion zeigt eindrucksvoll, wie eng und stark das soziale Netz in einem Dorf und einer Region sein kann. Sie öffnet Herzen, schärft den Blick für die Sorgen anderer und schafft eine Dynamik, die weit über den 19. Juli hinaus wirken wird. Da sind sich alle Beteiligten einig.

Ob die Party ein voller Erfolg wird oder ein mutiger Versuch bleibt, steht noch aus. Doch eines ist gewiss: In Haina schlägt das Herz für seine Menschen – laut, kraftvoll und voller Hoffnung. Dieses Fest wird mehr als nur Musik und Spaß sein. Es wird ein Zeichen der Solidarität und ein starkes „Wir“ in schweren Zeiten.

Über „Freies Wort hilft“ sind auch weiter direkt Spenden möglich. Das Hilfswerk dieser Zeitung unterstützt die Familie. Unter dem Stichwort „Jannik Haina“ können Spenden auf das Konto mit der IBAN DE39 8405 0000 1705 0170 17 überwiesen werden. Die eingehenden Beträge sind steuerlich absetzbar und kommen ohne Abzüge direkt den Menschen zugute, die Hilfe benötigen.

Das Konzert findet am 19. Juli in der Parkanlage in Haina statt. Start 18.30 Uhr, Einlass ab 17 Uhr. Eintritt ist frei. Spenden sind erwünscht.

Der Hintergrund

Jannik Endesfelder
ist elf Jahre alt und leidet an Mikrozephalie, einer seltenen Entwicklungsstörung, die mit einem deutlich kleineren Kopfumfang und schweren geistigen und körperlichen Einschränkungen einhergeht. Seit seinem vierten Lebensjahr kann Jannik nicht mehr laufen und ist auf einen Rollstuhl angewiesen. Zusätzlich leidet er unter Epilepsie, Knicksenkfüßen, Inkontinenz und einem Gendefekt. Er benötigt rund um die Uhr intensive Pflege, wird nachts beatmet und muss tagsüber mehrfach inhalieren. Seine Eltern, Luisa und Nico Endesfelder, meistern mit großer Kraft und Unterstützung von Familie, Freunden und sozialen Einrichtungen den Alltag. Die Familie gab ihr geerbtes Haus auf, um in ein barrierefreies Haus mit Treppensteiger und Außenlift umzuziehen.

Ein dringender Umbau
des Familien-Transporters steht an, der mit Kosten von etwa 14 500 Euro zu Buche schlägt. Nur so kann Jannik sicher und schmerzfrei im Auto mitfahren, ohne dass immer zwei Erwachsene mithelfen müssen.

„Freies Wort hilft“
ist das gemeinnützige Hilfswerk der drei Tageszeitungen in Südthüringen und steht für unbürokratische Unterstützung.