Seit 2021 wird Jana Güler für acht Stunden täglich von einem Intensivpflegedienst unterstützt, der den Jungen auch in den integrativen Kindergarten in Eisenach begleitet. Drei Stunden ist der Fünfjährige, der Pflegegrad fünf hat, dort an den Wochentagen. Für Jana Güler Gelegenheit, um kurz durchzuatmen.
Die 46-Jährige hat bis vor einiger Zeit Teilzeit als Erzieherin in der Bad Liebensteiner Krippe „Rappelzappel“ gearbeitet. Seit mehreren Monaten ist sie jedoch krank geschrieben. „Mir fehlt die Kraft, obwohl mir die Arbeit viel Freude gemacht hat“, sagt sie. Neben der aufwendigen und körperlich immer belastender werdenden Pflege ihres Sohnes sind es vor allem die Kämpfe mit der Krankenkasse um jedes einzelne Hilfsmittel für ihren Sohn, die sie belasten. „Für einen zweiten Autositz bin ich mehrfach in den Widerspruch gegangen und habe bis heute noch keine Bewilligung“, erzählt Jana Güler. Der Sitz, den sie habe, sei so schwer, dass sich sogar die Mitarbeiter des Fahrdienstes in den Kindergarten weigerten, ihn täglich ein- und auszubauen.
Und dann ist da noch das aktuelle Auto, das, obwohl es ein Kombi ist, zu wenig Platz bietet für all die Hilfsmittel, die Alican benötigt. Vom Absauggerät über den Hustenassistent und den Buggy bis zum Stehtrainer braucht der Fünfjährige etliches, was zusammen nicht in den Kombi passt. „Der Kofferraum ist schon mit dem Buggy komplett voll.“
Die zweimal jährlichen Auszeiten im Kinderhospiz in Tambach-Dietharz seien aktuell die einzigen Lichtblicke, sagt Jana Güler. „Ansonsten sitzen wir hier in Bad Liebenstein fest.“ Nur zu gern würde sie einmal wieder an die Nordsee fahren oder Freunde besuchen, die ebenfalls behinderte Kinder haben. Auch für ihre 13-jährige Tochter sei es extrem schwer, immer zurückstecken zu müssen. Der letzte richtige Urlaub liege vier Jahre zurück.
Kosten zwischen 30.000 und 40.000 Euro
Mit einem behindertengerecht umgebauten Bus, sagt die 46-Jährige, könne sich der Bewegungsradius der Familie um ein Vielfaches vergrößern, sie könnte wieder am Leben teilhaben. Der Bundesverband Kinderhospiz hat sich des Falles angenommen und ein Spendenkonto eingerichtet und auch beim Glasbachrennen-Bergslalom in Steinbach vor wenigen Wochen hing ein großes Banner mit einem Spendenaufruf. Das bereits gespendete Geld reicht jedoch bei Weitem nicht aus, um einen Bus zu finanzieren und umbauen zu lassen. „Laut Autohaus müssen wir mit Kosten zwischen 30.000 und 40.000 Euro rechnen“, sagt Jana Güler. Beim Sozialamt hat sie einen Antrag auf Zuschuss gestellt – doch auch dieser Betrag wird nicht ausreichen, die Kosten zu decken.
Darum hat sich die 46-Jährige an den Hilfsverein von Südthüringer Zeitung und Freies Wort „Freies Wort hilft – miteinander füreinander“ gewandt. „Es fällt mir wirklich schwer, um Geld zu bitten, weil ich das noch nie gemacht habe“, sagt Jana Güler im Gespräch mit der Redaktion. Sie wisse sich jedoch keinen anderen Rat mehr.
Nun sind die Leser gefragt
Der Vorstand des Hilfsvereins war sich einig: Dieser Fall ist unterstützenswert. Und nun sind Sie, liebe Leser, gefragt. Spenden Sie unter dem Stichwort „Alican“ auf das Vereinskonto (IBAN DE39 8405 0000 1705 0170 17). Jeder Euro kommt komplett der Familie zugute. Der Verein ist gemeinnützig und die Spenden sind steuerlich absetzbar.