Freies Wort hilft Der kleine Bruno hat viele Freunde

Karin Schlütter
Der kleine Bruno aus Erlau kann lachen: Er hat viele Unterstützer. Foto: privat

Groß ist die Bereitschaft, dem schwerkranken Jungen im Schleusinger Ortsteil Erlau zu helfen. Das Ergebnis zweier Spendenaktionen hilft ein Stück weiter auf dem Weg zum Hausumbau.

Schleusingen - Der fünfjährige Bruno in Erlau, einem Ortsteil der Stadt Schleusingen, hat viele Freunde. Freunde in ganz Deutschland, aber vor allem in Südthüringen. Darunter sind sehr viele Leser von Freies Wort. Bruno kennt sie nicht, aber sie kennen den kleinen schwerkranken Jungen und seine Geschichte, die das Hilfswerk dieser Zeitung „Miteinander – Füreinander“ öffentlich gemacht hat. Sie wissen auch, dass Brunos Familie dringend Hilfe braucht.

Bruno ist jetzt fünf Jahre alt und wohnt mit seinen Eltern Janine und André Hoffmann und seinem Lieblingsmenschen, dem großen Bruder Tom (9) in einem Haus nahe des alten Bahnhofs in Erlau, einem Haus, dass mit steiler Treppe und engen Fluren dringend umgebaut werden muss. Denn so wie es jetzt ist, kann es nicht weitergehen und bringt die Familie an den Rand der Verzweiflung.

Bruno kam mit einem ganz seltenen und schweren Gen-Defekt auf die Welt. Er kann weder alleine sitzen, noch laufen, muss gewindelt und gefüttert werden, kann nicht sprechen und braucht Rund-um-Betreuung. Gerade hat er eine schwere Hüft-OP hinter sich, musste wochenlang in Gips liegen. Sein Spezial-Buggy wird ihm zu klein, er braucht einen Spezialrollstuhl. Im Haus muss er überall hin getragen werden. Aber Bruno wiegt über 16 Kilo. Das geht an die körperliche Substanz der Eltern. Den rollstuhlgerechten Umbau des Hauses kann sie aber aus eigener Kraft nicht finanzieren. Dank einer großen Welle der Hilfsbereitschaft nach dem Spendenaufruf des Vereins „Freies Wort hilft“ sowie im Umfeld der Familie, in sozialen Medien und dem Engagement der Kolleginnen von Janine in der Schleusinger Kloster-Apotheke ist schon eine stattliche Summe zusammen gekommen. Die Freies-Wort-Leser haben fleißig gespendet. Insgesamt 40 000 Euro haben Familie Hoffmann bereits über das Hilfswerk dieser Zeitung erreicht.

Darunter ist auch eine besondere Spende, die kürzlich im Suhler Zentralklinikum an „Freies Wort hilft“ symbolisch übergeben wurde. Hier hatte Daniela Donner im Bereich der Klinik-Aufnahme mit ihrem Team eine Spendenaktion für Bruno initiiert. „Wir hatten von einer befreundeten Ärztin vom Schicksal Brunos und seiner Familie gehört“, erzählt Daniela Donner, „und alle waren sofort dabei, hier zu helfen.“ So wurden Spendengläser aufgestellt, die sich über die Monate mit der stattlichen Summe von 1500 Euro füllten. Den symbolischen Scheck über diesen Betrag überreichte das Team an Sylvia Bergner vom Hilfsverein. „Die Spendenbereitschaft der Leser ist überwältigend“, bedankte sich Sylvia Bergner für die große Summe. „Das erleben wir jetzt gerade auch bei der Aktion für die Opfer der Flutkatastrophe und für andere Hilfsprojekte unserer Zeitung, wie eben auch für den kleinen Bruno. Und die Leser wissen auch, dass jeder Spendeneuro ohne Abstriche dorthin gelangt, wo er gebraucht wird. In diesem Fall für Bruno und seine Familie.“

Auch diese Initiative hilft wieder ein Stück weiter auf dem Weg zum Umbau des Hauses. Ein Architekt kümmert sich jetzt um die Detailplanung, damit der erste Bauabschnitt vielleicht schon im Frühjahr beginnen kann. Aber es ist noch ein Stück Weg, bis alles wirklich barrierefrei ist bei Hoffmanns am alten Bahnhof.

Mitgeholfen auf diesem Weg haben auch die Mitarbeiter von Uponor in Zella-Mehlis. Dort arbeitet Brunos Vater André im Vier-Schicht-System. Auch hier gab es eine Sammelaktion. Und so hatte die Familie kürzlich Besuch von Jan Dömming, dem Manager in der Produktion, und der Personalleiterin Madlen Staroske. Tausend Euro von der Belegschaft haben sie mitgebracht, sehr zur Freude von Janine und André, die sich herzlich bedankten. Aber so sehr der finanzielle Zuschuss auch gebraucht wird, für die Familie ist es genau so wichtig, dass sie weiß: sie steht nicht allein mit ihren Sorgen. Denn Brunos Schicksal hat gezeigt, dass es viele Freunde gibt. Gerade ist der tapfere, kleine Junge zur Kur in einer Spezial-Rehaklinik in Kreischa. Drei Wochen hat ihn Mama Janine dorthin begleitet, jetzt hat André abgelöst. Hier wird alles für Bruno getan, was nach der schweren Operation nötig ist, hier erfahren auch die Eltern Trost und Zuversicht. Auch das ist wichtig, ebenso wie das Verständnis und die Unterstützung der Arbeitskolleginnen und -kollegen bei Uponor in Zella-Mehlis und in der Klosterapotheke in Schleusingen. Hier hat die Leiterin Jördis Frankenstein gerade wieder einen Spendenaufruf in einer Pharma-Fachzeitschrift veranlasst – mit dem Verweis auf das Spendenkonto von „Freies Wort hilft“.

Wenn Bruno danke sagen könnte an alle, die so für ihn da sind, seinen Eltern und seinem Bruder das Leben ein bisschen zu erleichtern, dann würde er es ganz gewiss tun. So sagt er es mit seinen großen grau-blauen Augen: Danke!

 

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