Freies Wort hilft Dank vieler Spenden kann der Umbau beginnen

Karin Schlütter
Zu den Spendenaktionen, die für Brunos Familie initiiert wurden, gehört auch die der Firma Uponor in Zella-Mehlis. Jan Dömming, Manager in der Produktion, und Personalchefin Madlen Staroske überbrachten den „Hoffis“ in Erlau das Ergebnis ihrer Sammelaktion. Foto: Karin Schlütter

Rund 45 000 Euro haben Freies-Wort-Leser seit dem Spendenaufruf des Hilfsvereins „Miteinander – Füreinander“ für den schwerkranken Bruno und seine Familie gespendet. Nun könnte der barrierefreie Umbau des Hauses beginnen.

Erlau - Das Schicksal des kleinen Brunos aus Erlau bewegt viele Menschen. Bruno wäre jetzt eigentlich ein Schulkind. Aber seine Eltern Janine und André haben den kleinen Jungen, der mit einem seltenen Gen-Defekt zur Welt kam, noch ein Jahr zurückstellen lassen und suchen jetzt eine Förderschule für ihr krankes Kind.

Bruno will sich artikulieren, kann aber nicht sprechen, auch nicht gehen und alleine sitzen, könnte sich aber mit einem Sprachcomputer verständlich machen, meint seine Mama. Darum kämpft sie jetzt.

Die Hüftoperation im Sommer und der wochenlange Gipsverband hat die kleinen Fortschritte, die Bruno dank der Förderung in der Spezialklinik und Physiotherapien gemacht hat, leider gestoppt. „Doch wir geben nicht auf“, sagt Janine und weiß doch, dass dem Kind höchstwahrscheinlich eine weitere Hüpf-OP bevorsteht.

Fertig für den Bauantrag

Unbeschwert werden die Hoffmanns mit Brunos großem Bruder Tom nie leben können, aber sie haben jetzt die große Hoffnung, dass der Umbau des Hauses am alten Bahnhof in Erlau im Frühjahr begonnen werden kann. Nach der Vorarbeit der Firma „Projektscheune“ in St. Kilian, hat nun der Schleusinger Architekt Andreas Krauß die Detailplanung soweit fertig, dass der Bauantrag nun gestellt werden kann. Ohne den dringend nötigen barrierefreien Umbau des Hauses wäre eine Betreuung des Jungen auf Dauer für die Familie zu Hause schier unmöglich.

Aus eigener Kraft hätte die Familie das nicht finanzieren können. Freunde hatten Janine Hoffmann geraten, sich an die Öffentlichkeit zu wenden. Seither gab es eine Welle der Solidarität. Auch den „Freies Wort hilft e. V.“ haben Freunde der Familie auf das Schicksal der Familie aufmerksam gemacht. Bis Mitte Dezember 2021 haben Leser dieser Zeitung 45 000 Euro gespendet. Weitere Aktionen gab es in den sozialen Netzwerken, im Suhler Klinikum, im Schleusinger Ortsteil St. Kilian.

Und auch in der Firma Uponor in Zella-Mehlis, in der Brunos Papa im Vier-Schicht-System arbeitet, wurde gesammelt. In dem Betrieb werden Mehrschicht-Verbundrohre für Heizen, Kühlen und Trinkwasser hergestellt. Die 120 Beschäftigten haben 1000 Euro für die Familie ihres Kollegen gespendet. Besondere Unterstützung kommt auch von der Kloster-Apotheke, in der Brunos Mama arbeitet. Dort steht auch noch ein Spendenglas für Bruno, ebenso wie in Arztpraxen und Einrichtungen im Raum Schleusingen.

Kraft und Zuversicht

So hat die Familie mit der Solidarität vieler Menschen rund 90 000 Euro zusammen, den Grundstock für den Umbau, der insgesamt etwa 220 000 Euro kosten wird. „Wir sind allen, die uns unterstützt haben und unterstützen zutiefst dankbar“, sagt Janine. „Das gibt uns Kraft und Zuversicht, dass wir es schaffen können.“ Dann muss der inzwischen 17 Kilo schwere Junge nicht mehr über die Steile Treppe getragen werden.

 

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