Freies Wort hilft „Als hätte man mir das Herz abgeschnürt“

Monika Schöppach aus Unterpörlitz hat nach einem Brand am Mittwoch ihr Dach über dem Kopf verloren. Das Haus, in dem sie aufgewachsen ist, muss vermutlich abgerissen werden. Jetzt ist die 59-Jährige auf Hilfe angewiesen.

Ilmenau - Es ist Mittwoch, kurz nach 6 Uhr. Monika Schöppach liegt noch im Bett, als von draußen jemand an ihr Fenster klopft, ja regelrecht hämmert. Fünf Minuten später hätte der Wecker der 59-Jährigen geklingelt. Doch dann hätte es womöglich schon zu spät sein können. „Monika, bei Dir brennt es“, ruft ihr ein Nachbar zu.

Monika Schöppach springt aus dem Bett, schnappt sich ihre Hündin, zieht sich eine Jacke übers Nachthemd und rennt nach draußen. Tatsächlich brennt der Verbinder zwischen Wohnhaus und Schuppen. Innerhalb kürzester Zeit wird sich das Feuer auf das komplette Gebäude ausbreiten.

Davon bekommt Monika Schöppach zunächst aber nicht viel mit. Sie sitzt mittlerweile bei den Nachbarn in der Wohnung. „Ich habe zunächst nicht rausgeschaut. Ich wollte das Drama gar nicht sehen“, erzählt sie. Welche Gedanken ihr zu dieser Zeit durch den Kopf gegangen sind, weiß sie überhaupt nicht mehr. „Ich glaube, ich hatte gar keine Gedanken“, sagt sie.

Irgendwann schaut sie dann doch nach draußen, will sehen, was aus dem Haus geworden ist, in dem sie aufgewachsen ist und das sie 1992 von den Eltern übernommen hat. Aus dem Haus, in dem sie zusammen mit ihrem mittlerweile leider verstorbenen Ehemann ihre zwei Kinder aufgezogen hat. „Es war, als hätte man mir das Herz abgeschnürt“, sagt sie. Es ist einer der wenigen Momente im Gespräch, in dem ihr die Tränen in die Augen kommen, in dem sie realisiert, was da eigentlich passiert ist.

Warum das Feuer im Haus ausgebrochen ist, ist derzeit noch unklar. Die Kriminalpolizei ermittelt noch. „Ich habe überhaupt keine Ahnung, was es gewesen sein könnte“, sagt Monika Schöppach. Auch die Schadenssumme weiß sie noch nicht im Detail. Die Polizei ging in einer ersten Meldung vom Mittwoch von einem sechsstelligen Betrag aus.

„Eigentlich ist das noch gar nicht bei mir angekommen“, sagt Monika Schöppach. Aber wie auch, jagt doch seit dem Brand ein Termin den nächsten. „Ständig klingelt das Telefon, ständig will mich jemand sprechen“, sagt Monika Schöppach. Gutachter, Polizei, Versicherung.

Klar ist schnell, das Haus wird aller Voraussicht nach nicht mehr zu retten sein. „Da bleibt nur noch der Abriss“, sagt Monika Schöppach. Derzeit wohnt sie bei Nachbarn, die sie ohne zögern aufgenommen haben. Dort lebt die 59-Jährige aber derzeit ohne ihre Hündin. „Sie ist in der Tierpension in Langewiesen. Dort ist sie in guten Händen“, so Monika Schöppach.

Es gibt mittlerweile schon mehrere Angebote für Wohnungen, in der die Unterpörlitzerin in der Zwischenzeit leben kann, bis sie ein neues Zuhause gefunden hat. Bei der Vermittlung hilft auch Ortsteilbürgermeisterin Ute Oberhoffner fleißig.

Die gute Nachricht an der Katastrophe: Monika Schöppach konnte doch so einige Sachen aus dem abgebrannten Haus retten. Kleidung, wichtige Papiere und vor allem wertvolle Erinnerungen und Fotos von ihrem Mann.

Wie es nun perspektivisch weitergehen soll, weiß die 59-Jährige noch gar nicht so genau. Fest steht aber: „Ich will in Unterpörlitz bleiben“, sagt sie. Auch wenn es mental schwierig werden könnte. Doch der Ilmenauer Ortsteil ist ihre Heimat. Hier ist sie in Kindergarten und Schule gegangen, hier ist sie aufgewachsen.

Was nun hilft, ist Pragmatismus. „Irgendwann hätte ich das Haus ohnehin verkauft. Ich werde ja auch nicht jünger und habe nun ganz alleine dort gewohnt“, sagt Monika Schöppach. „Aber so schnell war es nicht vorgesehen, auszuziehen. So lange es gesundheitlich noch gegangen wäre, wäre ich noch drinnen geblieben.“ Für die Zukunft kann sich die Unterpörlitzerin vorstellen, in eine kleine Wohnung zu ziehen. „Auf jeden Fall kein großes Haus mehr“, sagt sie.

In der neuen Wohnung muss Monika Schöppach dann noch einmal von vorne beginnen. Denn allein von den Sachen, sie sie retten konnte, wird sie auf Dauer nicht leben können. „Was ich konkret brauche, weiß ich noch gar nicht. Da fehlt mir noch der Überblick“, sagt sie und fügt dann nach kurzem Überlegen hinzu. „Vielleicht einen Föhn. Oder Sachen zum Kochen, Geschirr.“ Es sind bescheidene Wünsche, die Monika Schöppach äußert. Am Ende wird sie vermutlich aber leider doch einiges mehr benötigen als Teller und Tassen oder einen Haartrockner.

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