Freibäder Verregneter Sommer, weniger Besucher

Thomas Thimet arbeitet seit 19 Jahren in der Bäder-Branche. Einen so verregneten Sommer wie in diesem Jahr hat er noch nicht erlebt. Das spiegelt sich in den Besucherzahlen wider.

In den drei Freibädern der Stadt Bad Salzungen gab es in diesem Sommer deutlich weniger Besucher. Dafür wurde viel investiert. Foto: Heiko Matz

Bad Salzungen - Die Stadt Bad Salzungen betreibt ihre drei Freibäder – „Drei Eichen“ in der Kernstadt sowie die Schwimmbäder in Tiefenort und Gumpelstadt – selbst. Federführend dabei ist Thomas Thimet. Im Ausschuss für Soziales, Jugend, Senioren, Sport und Kultur zog er am Montagabend Bilanz.

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Neben der Corona-Pandemie habe sich vor allem auch die Wettersituation negativ auf die Besucherzahlen der drei Freibäder ausgewirkt. „Die Zahlen sind deutlich nach unten gegangen“, berichtete Thomas Thimet. „Ich hoffe, das wird in den nächsten Jahren besser.“ Wenn man dem verregneten Sommer etwas Gutes abgewinnen wolle: „Der Natur hat der Regen gutgetan.“ Was sich positiv auf den Grundwasserspiegel auswirke. „Wir wollen ja auch wieder Wasser im Becken haben.“

Während 2019 rund 47 000 Gäste im Freibad „Drei Eichen“ registriert wurden, waren es 2020 nur 33 000. In diesem Jahr ging die Kurve noch weiter nach unten: 25 800. Davon 12 200 Kinder und 13 600 Erwachsene. In der Kartenstatistik zeigt sich, dass vor allem im Erwachsenenbereich weniger Dauerkarten nachgefragt wurden. Dieser Trend zeichnete sich schon in den letzen Jahren ab. Waren es 2019 noch 60 Stück, so verkaufte man in diesem Jahr nur noch 29. Bei den Kindern blieb es bei 13 – wie schon 2019. Gefragt sind die 10er-Karten. „Da ist man nicht so wetterabhängig und nutzt sie nur, wenn man sie braucht.“ 2019 wurden für Kinder 1300 verkauft, 2020 waren es 870 und in diesem Jahr 840. Im Erwachsenen-Tarif gingen 2019 insgesamt 1260 Stück weg, 2020 waren es 1013 und in diesem 670.

Rückläufig waren auch die Besucherzahlen im Schwimmbad Gumpelstadt. Hier zählte man 2019 rund 5500 Besucher, 2020 dann 4300 und in diesem Jahr 3200, davon 1900 Kinder. Es wurden 30 Saisonkarten an Erwachsene und neun an Kinder verkauft. Diese waren für alle drei Freibäder gültig. Für 10er-Karten entschieden sich 13 Kinder und 36 Erwachsene.

Für Tiefenort – das Freibad wurde zuvor verpachtet – gibt es keine Zahlen für die vergangenen Jahre. In diesem Jahr gingen 2700 Kinder und 3700 Erwachsene baden. Die Saisonkarten wurden hier mehr nachgefragt: 44 wurden für Kinder und 63 für Erwachsene verkauft. Für 10er-Karten entschieden sich 22 Kinder und 39 Erwachsene.

Auch über die Investitionen in den drei Freibädern berichtete Thomas Thimet. Die größte im Freibad „Drei Eichen“ war die in eine neue Wasserpumpe im Umfang von rund 67 000 Euro, die zu 55 Prozent gefördert wurde. Die Hocheffizienzpumpe verbraucht gut 40 Prozent weniger Strom und lässt sich nach den Besucherzahlen steuern. „Bei wenigen Gästen kann ich frequenzgesteuert die Drehzahlen runterregeln“, erklärte der Badleiter. Dadurch brauche man auch weniger Chemie, „es lässt sich also etwas sparen“. Die alten Pumpen sind noch vorhanden und dienen als Reserve. Eingebaut hat man ein neues Chlorgaswarngerät im Wert von 3500 Euro. „Hier schauen wird, dass wir jedes Jahr etwas in Angriff nehmen, um die Bäder für die nächsten Jahre sukzessive auf den Stand bringen.“ Im Frühjahr kamen neue Strandkörbe im Wert von 2800 Euro; für 3700 Euro wurden Pflasterflächen angelegt. „Die werden wirklich gut angenommen“, berichtete Thomas Thimet. Noch offen ist die Erneuerung des Bohlenbelag auf der Terrasse vor dem Aufsichtsraum. Diese Investition hat man bewusst nach hinten geschoben, „in der Hoffnung, dass die Holzpreise wieder ein bisschen nach unten gehen“. Mit der Summe, die man im Haushalt eingestellt hatte, sei das aktuell nicht zu bezahlen.

In Tiefenort hat man einen neuen Kassenautomaten (44 400 Euro) aufgebaut. „Nach ein wenig Knurren ist er von den Tiefenortern dann gut angenommen worden.“ So kann man jetzt auch eine 10er-Karte kaufen, was viele Familien begrüßt hätten. Neben dem Drehkreuz befindet sich ein Zugang für Eltern mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer. Über eine Klingel meldet man sich an, die Türe wird dann geöffnet. Investiert hat man auch in einen neuen Beckenbodensauger (10 200 Euro) und eine Dosierpumpe 1100 Euro). Die neue Zaunanlage hat rund 12 300 Euro gekostet. „Da hat der Bauhof eine richtig gute Arbeit gemacht“, lobte Thomas Thimet.

In Gumpelstadt gab es zwei Startblöcke, die gut angenommen wurden. „Das Bad ist soweit fit und funktioniert.“

In den städtischen Freibädern wurden in diesem Jahr 133 Seepferdchen-Prüfungen abgenommen. Knapp 60 Schul- und Hortgruppen besuchten die Bäder. Aktiv ist auch eine Trainingsgruppe der Wasserwacht, geleitet von Uwe Hahn. Das ist wichtig für die Nachwuchsgewinnung. 13 Jung- und Rettungsschwimmer sind daraus hervorgegangen. „Ich bin wirklich stolz, dass ich so eine gute Truppe habe, die uns unterstützt“, so Thimet. Schwimmbad lebe vom Ehrenamt.

„Wir sind mit unseren Freibädern, so wie wir sie organisiert haben, auf dem richtigen Weg“, schätzte hauptamtlicher Beigeordneter Hannes Knott (CDU) ein. Die Rekommunalisierung des Schwimmbads in Tiefenort sei die richtige Entscheidung gewesen. Das sei für die Zukunft des Bades sehr gut und zeige, „dass wir zu unseren Verpflichtungen stehen, in das Freibad zu investieren“. Auch die neue Gebührenstruktur sei ein richtiger Schritt gewesen, „weil wir dadurch eine Klarheit und Transparenz haben“. Sicherlich habe es Gewöhnungseffekte – vor allem in Tiefenort – gegeben. „Aber auch das ist dank eines engagierten Badleiters gut gelöst über die Bühne gegangen“, so Knott.

Nach Schwimmsport der Schulen in den städtischen Freibädern fragte Ausschussvorsitzender Sebastian Schönfeld (CDU). Dieser finde derzeit in Brotterode statt, sagt Thomas Thimet. Man könnte es auch im Freibad organisieren. Hier, ergänzte Hannes Knott, sei man mit der Schulverwaltung in Kontakt. Die Schulen, so die Information, würden den Schwimmunterricht wegen der Witterungsabhängigkeit im Freibad aber als schwierig ansehen.