Freibäder in Zella-Mehlis Zusätzliche Tarife und andere Preise

Dem Vorschlag zum Entwurf einer neuen Entgeltordnung für die beiden Zella-Mehliser Freibäder ist zur Sozialausschusssitzung nicht zugestimmt worden. Sie wurde mit einem Änderungsantrag versehen und in den Haupt- und Finanzausschuss verwiesen.

In den Zella-Mehliser Freibädern gelten bald andere Eintritte und neue Tarife. Foto: / Bauroth

Dem Entwurf einer neuen Entgeltordnung für die Freibäder in Zella-Mehlis und Benshausen ist während des jüngsten Sozialausschusses nicht zugestimmt worden. Stattdessen wurden Änderungswünsche der Fraktionen gesammelt, damit am 28. Februar ein neuer Beschlussvorschlag zur nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses vorgelegt werden kann. Vorgesehen sind zusätzliche Angebote sowie Erhöhungen der Entgelte.

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Zuvor erklärte Richard Rossel, warum die bisherige Entgeltordnung eine Änderung erfahren muss. 2015 erfolgte die letzte Erhöhung der Eintrittspreise, die 2019 mit der Eingemeindung von Benshausen angepasst wurden. „Mit einem Kostendeckungsgrad von 16 Prozent – bei Annahme eines ebenso guten Badewetters wie 2022 – sind es nur 16 Prozent, mit denen Nutzer der Freibäder an den Kosten beteiligt sind“, betonte er. „Und die Kosten steigen. Waren es 2022 noch 501 000 Euro, sind 2023 weitere 200 000 Euro mehr zu schultern.“ Dass dafür nicht nur energetische Gründe eine Rolle spielen, sondern auch personelle, machte er an den Tarifforderungen deutlich, für die sich die Gewerkschaft verdi einsetzt. Demnach werden für die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst 10,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 500 Euro für die Beschäftigten gefordert. Also auch für Pflegekräfte, Erzieherinnen, für Verwaltungsangestellte. „Dem müssen wir begegnen“, machte er deutlich und nannte zum Teil exorbitante Teuerungsraten von Öl, Erdgas, Lebensmitteln, Strom als Gründe, für die Forderungen. „Auch wir müssen für das Betreiben der Freibäder mehr bezahlen. Wir können jedoch nicht die Eintrittspreise halten und noch weiter ins Defizit rutschen. Es würde zu Lasten der Allgemeinheit gehen“, warb er um Verständnis für den Schritt, den er als moderate Kostensteigerung sieht. Zugleich sollte damit auch ein breiteres Angebot geschaffen sowie Monats- und Jahreskarten attraktiver gemacht werden. Ein Mehr an Dauerkarten würde wiederum eine höhere Einnahmesicherheit bedeuten und letztlich für den Nutzer ein wesentlich geringeres Entgelt als beim Lösen einer Tageskarte.

Die sollte künftig für Erwachsene 5, statt 4 Euro und ermäßigt 3, statt 2,50 Euro kosten. Für die Familienkarte sind Staffelungen vorgesehen. Teurer sollen die Saisonkarten werden, die statt bisher 80 nun 100 Euro kosten und ermäßigt von 50 auf 60 Euro klettern. Ganz neu ist das Angebot der Abendtarife, die es für den Tageseintritt, als auch für die Saisonkarte geben soll, so einige der Beispiele aus dem Entwurf der Entgeltordnung.

Änderungen für nötig erachtet

„Dem werden wir so nicht zustimmen“, so Dominique Haupt (SPD). „Mich irritiert, dass wir uns nicht an aktuelle Löhne halten, sondern an geforderte, die noch keine Tatsachen sind“, sagte er. Ebenso, dass es ihn ärgere, dass mehr als 100 000 Euro für energetische Sparmaßnahmen im Haushalt eingestellt sind, die nun keine Berücksichtigung fänden. Auch die Familienticketstaffelung ist für ihn nicht nachvollziehbar. Er sieht bei Preiserhöhungen die Gefahr eines Kipppunktes, ab dem weniger Besucher kommen.

Welches Signal wollen wir senden?

Alles in allem stünden 200 000 Euro an Mehrausgaben 16 000 Euro an Mehreinnahmen gegenüber. „Aus psychologischer Sicht sollten wir es deshalb belassen. Einer Erhöhung möchte ich nicht zustimmen und lieber erst einmal die Neuerungen testen“, sagte Martina Stier (AfD). Ausschussvorsitzender Heino Kührt (BI) betrachtete den Entwurf zwiegespalten. „Ich sehe steigende Personalkosten, aber auch die Nutzer, für die schon wieder etwas teurer wird. Unsere Frage sollte sein, was uns beide Freibäder vom Signal her wert sind“, sagte er und wünschte sich das ganze Entgeltsystem einfacher. Marco Bader (CDU) erklärte, dass mit einem aufgeschlüsselten Zahlenwerk die Preise einen ganz anderen Hintergrund bekämen und besonders regelmäßigen Gästen Vorteile brächten. Nicht generell gegen Anpassungen ist laut Ronald Hande die Fraktion Die Linke. Doch ginge es nicht immer nur um betriebswirtwirtschaftliche Betrachtungen, sondern auch darum, dass Freibäder Gegenstand kommunaler Daseinsvorsorge sind. Bis zum Mittwoch konnten die Ausschussmitglieder Änderungswünsche an den Fachbereich Soziales, Sport und Freizeit senden.