Frauentag Mit Handarbeit Hoffnung schenken

Pünktlich zum Frauentag hat die Handarbeitsgruppe im Heimathof ihre Arbeit wieder aufgenommen. Zu einer kleinen Feier zeigten die Frauen ihre gestrickten, gehäkelten und gebastelten Produkte, die sie für Kranke und Bedürftige herstellen.

Steinbach-Hallenberg - Der Tisch scheint längst voll, während Heidi Reumschüssel immer noch mehr der Handarbeiten darauf packt, die sie und ihr rundes Dutzend Mitstreiterinnen in den vergangenen Monaten hergestellt haben. Seit drei Jahren trifft sich die Gruppe im Steinbach-Hallenberger Heimathof, sieht man von der Corona-Zwangspause ab.

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Aber produzieren könne man ja auch alleine zu Hause, sagt die Leiterin. Das sei sogar nötig, beispielsweise wegen der kontinuierlichen Zusammenarbeit mit den ambulanten Hospizdiensten in Schmalkalden und Bad Salzungen sowie mit dem Kinderhospiz in Tambach-Dietharz. Dort sei nicht nur die Freude über die ehrenamtlich hergestellten Glücksbringer, Socken, Deko-Artikel und Kuscheltierchen groß. In der Hospizarbeit seien sie mittlerweile fest eingeplant. Die nötigen Stückzahlen arten nicht selten in eine heimische Serienfertigung aus, die den Ehrenamtlichen einiges abfordert.

Doch die Arbeit bereite Freude, sagt Heidi Reumschüssel. Zum Beispiel die für die Eltern sogenannter Sternenkinder, die vor, während oder bald nach der Geburt verstorben sind. Für die ganz Kleinen bauen die Steinbach-Hallenberger Frauen weiße Schiffchen, in denen sie bestattet werden.

Spende für Ukrainer

Etwa auf dem Friedhof in Mühlhausen, wo es bereits eine eigene Stele für die Sternenkinder gibt. Früher wurden Eltern damit alleine gelassen, heute könne man ihnen bei der Trauerbewältigung helfen, so Reumschüssel.

Es liegt in der Natur ihrer Sache, dass am Dienstag auch der Krieg in der Ukraine und der damit verbundene Flüchtlingsstrom aus dem Land Thema war. Die geplante Spende an den Heimathof sparen sich die Frauen aus diesem Grund auf und plündern ihre Kaffeekasse stattdessen zunächst für die in Schmalkalden bereits angekommenen Menschen – immerhin 100 Euro sind zum Kaffeetrinken zusammengekommen. Als Gast begrüßten die Frauen außerdem Museumspädagogin Anja Weisheit-Renner, die es nach der pandemiebedingten Pause zum ersten Mal zur Handarbeitsgruppe schaffte. Sie brachte eine Einladung für den Museumstag am 15. Mai mit. Angesichts wieder steigender Coronazahlen werde der beliebte Steinbach-Hallenberger Ostermarkt erneut nicht stattfinden. Dafür soll es eine kleinere Version geben: Einen Handwerkermarkt an der frischen Luft im Heimathofgarten mit Versorgung und Musik, kündigte sie an. Auch die Handarbeitsgruppe sei herzlich eingeladen. Heidi Reumschüssel sagte am Dienstag schon mal einen Thüringer Schmandkuchen aus ihrem Backofen zu. Den Rest bespreche sie mit ihren Mitstreiterinnen.

Die Frauen im Alter zwischen 30 und der 93 Jahren treffen sich jeden zweiten Dienstag im Monat zum Kaffeeplausch, wo sie ihre Arbeiten besprechen und koordinieren. Neue Mitglieder seien jederzeit willkommen, betont Heidi Reumschüssel.