Frauen-Infobörse Viel Bewegung auf dem Altmarkt

Annett Recknagel

Der Tag der Senioren und der Wohlfahrtspflege 2022 war erneut mit reichlich Informationen angefüllt – 19 Stände wollten erkundet werden. Auch eine Modenschau gab es.

Anneliese Bauer und Hildegard Schmalz sind, sobald auf dem Altmarkt irgendeine Veranstaltung stattfindet, immer dabei. Zum Tag der Senioren und Wohlfahrtspflege marschierten sie zuerst in Richtung Seniorenbeirat.

„Da ist der Kuchen lecker, man trifft nette Menschen. Hier ist das Leben, da fühlt man sich geborgen“, sind sie sich einig. Schnell haben sie ihresgleichen getroffen und unterhalten sich. Auch Bürgermeister Thomas Kaminski verweilte am Stand und plauderte mit den Damen. „Wir freuen uns, wenn was angeboten wird. Erst recht, wenn man sich informieren kann“, sagten sie.

Und genau darum ging es bei der 21. Fraueninformationsbörse. Nicht nur für Senioren hatte sie einiges zu bieten. 21 Vereine und Organisationen waren eingeladen worden – zwei mussten aus Krankheitsgründen absagen. Mit von der Partie waren beispielsweise Vertreter der Arbeiterwohlfahrt, der Volkssolidarität, von diakoniewert, der Stadtbibliothek, des Weltladens, der Henneberg-Apotheke. Interessierte konnten sich Blutzucker und Blutdruck bestimmten lassen. Jede Menge Flyer gab es an allen Ständen.

Eugen Baumann, der beim DRK-Kreisverband Schmalkalden für den Hausnotruf zuständig ist, wies die Passanten auf ein neues Gerät hin. „Das ist für Menschen, die kein Telefon haben. Es funktioniert über Funk“, erklärte er. Seit zehn Jahren arbeitet Baumann beim Roten Kreuz. Damals hatten um die 100 Damen und Herren einen Hausnotruf. 2022 sind es im Altkreis Schmalkalden schon mehr als 700. Anmeldehochzeit sei im Sommer. Dann, wenn Kinder in die Ferien starteten und die in die Jahre gekommenen Eltern zu Hause unbesorgt wissen wollen. Meist sei es dann so, dass der Hausnotruf beibehalten werde.

Am Stand gegenüber beklagte Günter Pfaff vom Regionalverband der Gartenfreunde Meiningen-Schmalkalden die derzeitige Trockenheit. Viel konnten die Kleingärtner nicht präsentieren. Ein Wiesenstrauß, etwas Minze und Melisse zum Mitnehmen – das war’s. „Wir brauchen dringend Regen“, war zu hören.

Kerstin John und Nicole Ritzmann vom Landratsamt warben für das Netzwerk Pflege. „Unser Pflegestützpunkt ist eine Beratungsstelle – unabhängig, neutral und kostenfrei“, erklärte Kerstin John. Bei Bedarf könne der Ort der Beratung individuell vereinbart werden. Und: „Wir suchen pflegende Angehörige“, erklärte sie. Am 5. Juli wird um 16 Uhr in der Kantine des Landratsamtes über die regionale Selbsthilfekontaktstelle eine Gruppe für pflegende Angehörige gegründet. „Wer Interesse hat, kann sich melden“, so John. Ihre Kollegin Nicole Ritzmann brachte die Selbsthilfeförderung ins Spiel. Etliche Selbsthilfegruppen waren auf dem Altmarkt anwesend. Die Diabetiker kommen immer gerne. Auch zu Alzheimer gab es Informationen.

Erstmals dabei war Gerhard Sittig, Vorsitzender der Leukämie- und Lymphom-Hilfe in Thüringen und Franken. Mit seiner Kollegin war er aus Sonneberg gekommen. Gegründet wurde die zum Verein gehörende Selbsthilfegruppe 2017 von vier Personen. Mittlerweile gehören zu Verein und Selbsthilfegruppe 30 Damen und Herren. Als Schwerpunkte hat man sich den Erfahrungsaustausch zwischen neu Erkrankten und Genesenen auf die Fahnen geschrieben. Auch bei der Betreuung der Angehörigen hilft der Verein. Weiter werden zu Gruppennachmittagen Vorträge angeboten. Und auch die Gewinnung von potentiellen Stammzellenspendern ist ein Schwerpunkt der Arbeit.

Um sich an ukrainischen Leckereien zu laben, brauchten die beiden Sonneberger nur ein paar Schritte zu gehen. Dort hatte die Interessengemeinschaft zur Förderung der beruflichen Weiterbildung (IFBW) ihren Stand. Die Mädchen und Frauen der drei Erstorientierungskurse waren im Vorfeld der Informationsbörse fleißig am Kochen und Backen. Ukrainische Pfannkuchen, ukrainisches Quarkgebäck mit Hüttenkäse oder Kartoffeln luden zum Schlemmen ein. Außerdem konnten Schmucksäckchen gebastelt werden. „Die Ukrainerinnen sind wirklich sehr gewillt, deutsch zu lernen“, berichtete Sina Diller von der IFBW. Beim Familienzentrum durften sich die Kinder schminken lassen, Glitzertattoos holen und Gipsfiguren bemalen. „Wir sind genauso wichtig wie die Feuerwehr“, war beim Frauenschutzbund zu lesen. Der „Weiße Ring“ präsentierte sich, auch die Polizei aus Suhl war mit dabei.

Später gab es eine Modenschau. Organisiert hatte Jana Lenks als Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt die Veranstaltung. Leider war sie erkrankt. Ihre Stellvertreterin, Cynthia Gutschmann, übernahm kurzerhand die Durchführung. Bürgermeister Thomas Kaminski war zur Eröffnung anwesend. Lena-Michelle Müller hatte zwei Lieder und zwei Tänze mitgebracht. Die Veranstaltung an sich war trotz Hitze recht gut besucht.

 

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