Frankenheimer Karneval Das Prinzenpaar nicht vergessen

Eine Prinzenkürung und den Karnevalsauftakt nach langer Pause, das muss man richtig zelebrieren, dachten sich die Frankenheimer und legten am Wochenende ein komplett neues, selbstgemachtes Programm auf. Die Hochrhönhalle tobte.

Das neue Prinzenpaar war gefunden: Celine I. (Friedrich, rechts, vorn) und Daniel I. (Ender) tragen die Insignien der närrischen Macht. Foto:  

Die größte Veranstaltungshalle der Thüringer Rhön – die Hochrhönhalle – war sehr gut gefüllt, als die Frankenheimer Karnevalisten zu ihrem Karnevalsauftakt riefen. Immerhin ist es die 63. Saison, die hier am Samstag eingeläutet werden sollte – die lange Zwangspause ohne Veranstaltungen schien hier wie ein Katalysator für die Stimmung zu wirken. Die Rhöner konnten es offenbar kaum erwarten, dem Affen wieder Zucker zu geben.

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Die rund 100 Mitglieder des FCC ließen sich in der Vorbereitung und bei der Organisation nicht lumpen und begeisterten ihr Publikum mit einem abwechslungsreichen und anspruchsvollen Programm. Garde- und Showtänze, Bütten und Sketche sowie einige andere Höhepunkte machten den Abend sehr kurzweilig. Und schließlich galt es ja auch, ein neues Prinzenpaar zu küren – das alte hatte immerhin drei Jahre lang Zepter und Schlüssel führen müssen.

Doch auch in der Führungsriege des Karneval-„Präsidiums“ gab es Veränderungen: Uwe Städtler, der langjährige Präsident des FCC, wurde nun zum Ehrenpräsidenten ernannt. Aus diesem Anlass flimmerte eine Diashow mit Höhepunkten aus seiner „Karriere“ über die Leinwand – der so Geehrte war sprachlos, mit Tränen in den Augen, und sehr überrascht. Zehn Jahre, von 2010 bis 2020, hatte Uwe Städtler die Präsidentschaft im FCC inne.

Froschkönig – mal anders

Zum Auftakt in die 63. Saison gaben zunächst der bisherige Prinz Tommy (Schreiber) und seine Anika (Städtler) die Insignien ihrer Macht ab – keiner hätte sich wohl denken können, dass nach ihrer Inthronisierung mal drei Jahre lang kein neues Prinzenpaar möglich ist, weil der Karneval auf Eis liegt. Und so war es kein Wunder, dass die Karnevalisten das Publikum erst mal glauben machen wollten, sie hätten es nach so langer Zeit ganz vergessen, ein neues Prinzenpaar zu suchen. Eingebunden in einen Sketch „Froschkönig mal anders“, wurde der Saal erst mal veräppelt. Am Ende stellte man doch die neuen Herrschaften vor: Celine 1. (Celine Friedrich aus Frankenheim) und Daniel 1. (Daniel Ender aus Kaltennordheim) sind auch im richtigen Leben ein Paar und erproben sich nun im Regieren. Den Schlüssel zum Rathaus übergab ihnen Bürgermeister Alexander Schmitt.

Von viertel neun bis um 11 Uhr reichte das Gesamtprogramm, das aufmerksam verfolgt wurde. Durch den Abend führten Phil Kirchner, Sophia Kirchner und Tobias Abe. Yvette Schmidt trat als Tanzmariechen – ein Standard beim Karneval – auf. Auch Gardetanz gehört zu einem „anständigen“ Karneval. Dafür traten in Frankenheim sage und schreibe gleich drei Garden auf – erst eine jede ein Stück einzeln, dann bei einem Tanz der drei Garden zusammen: Die Gruppen Feuerfunken, Flummies und Sweet Lollipops schwangen eindrucksvoll die Beine auf der großen Bühne in der Hochrhönhalle. Die Showtänze begeisterten das Publikum ebenfalls, und die sind angesichts eines so großen Vereins mit solch regen Gruppen natürlich zahlreich: Die Crazy Teens tanzten den „Greatest showman“, die Sweet Lollipops zeigten einen Cheerleader-Tanz. Die Frauengruppe Dancing Muttis war ein Hingucker auch wegen ihrer außergewöhnlichen Kostüme, sie kamen als aufgeblasene Kühe. Die Feuerfunken waren energiegeladen als Rockabillies unterwegs.

Und was hatte das Männerballett diesmal in petto? Eine Zirkusnummer, mit Clowns, die sich als lustige und als Horror-Clowns entpuppten, ebenfalls mit aufwändiger, im Verein selbstgenähter Kostümierung.

Meister Edler weiß alles

Bei den Wortbeiträgen bereitete der Sketch über „Ebay Kleinanzeigen“ viel Spaß, in dem ein Chatverlauf unterhaltsam vorgetragen wurde. Sophia Kirchner, Gino Abe, Steven Gutmann und Maximilian Hartmann hatten dies vorbereitet. Nicht fehlen durfte der Dorfkalender: Dafür gab es Meister Edler und seinen Pumuckl alias Christian Deglow und Phil Kirchner. Meister „Edler“ ist übrigens kein Druckfehler: Auch da wie in einigen anderen Beiträgen wurde mit den im Dorf üblichen Spitznamen jongliert. Mit der Band Glüxxritter schloss sich ein vergnüglicher Tanzabend zum Karnevalauftakt an.