Frankenheim Ideen vor kreislichem Coronagipfel gefragt

Luftballons, Kinderschuhe, Foto: /privat

Wie soll es denn nun weitergehen in der Pandemie? Vorschläge dazu sammelt der Frankenheimer Bürgermeister in seinem Dorf – im Vorbereitung einer landkreislichen Konferenz Mitte April.

Frankenheim - „Leben mit dem Virus – eure Meinung und eure Ideen sind gefragt!“, so wendet sich der Frankenheimer Bürgermeister Alexander Schmitt an die Einwohner des Ortes. Er ist besorgt darüber, wie es in der Pandemie weitergeht und möchte „dazu beitragen, die Situation für alle erträglicher zu machen.“ Seine kurze Einschätzung: „Das Corona-Virus ist allgegenwärtig und alle haben es satt!“ Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen habe für Mitte April eine Besprechung mit den Bürgermeistern anberaumt: „Hier soll über eine neue Strategie gesprochen und beraten werden, wie wir künftig alle mit dem Virus leben können.“

Das sieht Schmitt als richtigen Ansatz: Es müsse ein Weg gefunden werden, der weitestmöglich die Normalität wiederherstellt, ohne das Virus dabei ignorieren zu können. „Schul- und Ladenschließungen, Masken und Kontaktbeschränkungen können keine Dauerlösung sein“, schreibt der Bürgermeister auf frankenheim.aktuell.

Eine „durchdachte Strategie“ sei wichtig – und keine Schnellschüsse oder überstürzten Aktionen, die nur noch mehr Durcheinander verursachten. „Natürlich muss auf veränderte Situationen und Rahmenbedingungen, zum Beispiel Mutationen, reagiert werden, aber mit der Erfahrung aus nun über einem Jahr sollten alle gelernt haben und die Situation realistisch einschätzen können.“

Vor der Besprechung beim Landkreis wurden alle Ortsoberhäupter gebeten, vorab Ideen und Anregungen an das Landratsamt zu schicken. Schmitt will dabei ausdrücklich die Bevölkerung mit einbeziehen: „Es gibt viele Personengruppen, deren berechtigte Interessen unter einen Hut gebracht werden müssen, z.B. Eltern, Senioren oder Selbstständige.“

Auf der Ebene des Landkreises sieht Alexander Schmitt die beste Chance, etwas zu bewegen oder diese Meinungen und Ideen „weiter oben“ mit einzubringen. „Unabhängig davon müssen der Frieden und die Solidarität im Ort auch unbedingt gewahrt werden – wir müssen zusammenhalten“, schreibt Schmitt. Dies sehe er derzeit aber nicht in Gefahr.

Er ruft nun alle Bürger auf, Ideen und Anregungen für eine neue, nachhaltige Corona-Strategie kundzutun, aber auch Probleme und Sorgen zu schildern. Diese sollen gesammelt und mit zur Besprechung beim Landkreis genommen werden – grundsätzlich vertraulich und anonymisiert, wenn gewünscht aber auch mit Namen. Der Bürgermeister freut sich auf zahlreiche konstruktive Rückmeldungen bis zum 11. April per E-Mail an info@frankenheim-rhoen.de.

Alexander Schmitt sieht es als wichtig an, auf Probleme zu aufmerksam machen und eine kluge Gesamtstrategie zu fordern – „aber auch, dass wir unsere Ideen dazu einbringen.“

Eltern hatten bereits am 31. März mit einer Plakat- und Ballonaktion an der Frankenheimer Grundschule ihre Besorgnis zum Ausdruck gebracht. „ Dieser stille Protest ist ein absolut legitimer Weg, Besorgnis und auch Unmut zum Ausdruck zu bringen“, meint der Bürgermeister

Die Initiatoren haben sich besonders gegen die Maskenpflicht im Unterricht ausgesprochen. Sie finden, die Schule mit Aula und Turnhalle hat ausreichend Platz für genug Abstand. Zudem sei ein Jahr lang Zeit gewesen, sich um Plexiglas-Scheiben oder Luftfilter zu bemühen, wie es andere Bereiche auch umsetzten. „Wir sind keine Querdenker ect., wir sind besorgte Eltern“, heißt es in einer Information an die Heimatzeitung. Zwang – ob für Tests, Masken oder Impfen – darf es ihrer Meinung nach nicht geben. „Wer sich weiterhin so schützen möchte, kann das gern tun, aber freiwillig. Wofür haben wir ein Immunsystem?“ Das Testen könne psychisch und physisch schädlich sein, nicht nur für die Grundschüler, sondern auch für weiterführende Schulen, Berufsschulen, Unis. Manja Büchner, die den Aufruf für die Frankenheimer Aktion gestartet hat, hat keine Kinder im Grundschulalter mehr, aber zwei Töchter in Berufsschulen. „Auch auf dem Dorf muss man etwas tun gegen die Masken – man kann das Kindern nicht antun“, sagt sie. Für die Kinder müsse „Normalität herrschen“. Mit den Masken könne man nicht denken, weil der Sauerstoff fehle. „Wie soll ein Schüler oder Student sich konzentrieren, da nützen auch diverse Pausen nicht viel“, heißt es in der Info der Eltern. Es sei viel zu aufwendig, diese Maßnahmen umzusetzen, die Kinder hätten so schon genug verpasst – „man kann sagen, ein ganzes Schuljahr.“ Die Lehrer sollten sich um Wichtigeres kümmern. „Man muss nicht mehr alles so mitmachen, wenn sich nach einem Jahr nichts verbessert hat.“ Eher sei es ja schlimmer geworden. Das Fazit der Eltern: „Wenn es an unsere Kinder geht, hört es auf!“

Laut Manja Büchner haben sich auch Eltern von Kindergartenkindern an der Aktion an der Schule beteiligt. Kinder selbst haben etwa Bilder gemalt.

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