In seinem abschließenden Plädoyer erklärte der Staatsanwalt, Cursach und seinen 22 Mitangeklagten sei „Unrecht geschehen“. Die Worte des Staatsanwalts waren kaum zu verstehen, weil er beim Sprechen mit den Tränen zu kämpfen hatte.
Einzelne Polizisten spielten eine dubiose Rolle
Die Verteidiger im anstehenden Hells-Angels-Prozess hoffen auf einen ähnlich günstigen Ausgang des Verfahrens, zumal es eine Verbindung zum Cursach-Prozess gibt: Erst durch die abgehörten Hells-Angels-Telefonate waren die Mallorquiner Ermittler auf die vorgeblichen korrupten Netzwerke bei Polizei und Politik gestoßen, die schließlich zum Cursach-Prozess führten.
Zwei Beamte der Lokalpolizei von Palma de Mallorca gehören zu den Angeklagten in beiden Prozessen. Einer von ihnen soll eine Anzeige gegen ein Hells-Angels-Mitglied wegen einer Messerstecherei an der Playa de Palma im September 2012 unterdrückt haben. Der andere soll die Hells Angels mit Polizeiinterna versorgt und eines ihrer Mitglieder zu einem Treffen mit Hanebuth in Hannover begleitet haben.
Keine Verurteilung in Deutschland
Vorwürfe
In Deutschland hat sich Frank Hanebuth bisher nie vor Gericht derart gravierenden Vorwürfen stellen müssen wie in Spanien. Im November 2022 wurde er in einem Berufungsprozess am Landgericht Hannover wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung in einem minder schweren Fall sowie Besitzes von Elektroimpulsgeräten und scharfer Munition zu einer Geldstrafe von 4800 Euro verurteilt. Das Urteil sei in Bezug auf Hanebuth nicht rechtskräftig, sagte jetzt eine Gerichtssprecherin. Der 58-Jährige habe Revision eingelegt.