Fotowettbewerb Hildburghausen Fotos für die Zeitung – „knipsen“ Sie mit!

Ein Foto „machen“ – das ist heutzutage keine aufregende Sache mehr: Handy zücken, draufhalten, draufdrücken – fertig. Wir suchen die besten Schnappschüsse unserer Leser.

Was für ein tolles Motiv einer unserer Leserinnen... Foto: Susanne Janny

Die Fotografie ist – eigentlich eine schon Jahrhunderte alte Technik. Jetzt werden Sie staunen, liebe Leserinnen und Leser, denn das erste erhalten gebliebene Foto der Welt wird in diesem Jahr 200 Jahre alt. Es ist der Blick aus dem Arbeitszimmer des französischen Rechtsanwalts Joseph Nicéphore Niépce in der Gemeinde Le Gras bei Pontarlier – unweit der schweizerischen Grenze. Zugegeben: Man erkennt kaum mehr als ein paar Umrisse, und der gute Mann arbeitete auch mit asphaltbeschichteten Zinnplatten und Lavendelöl. Aber: Auf der Platte entstand ein Abbild der Wirklichkeit, eine Zeichnung mit Licht, für die es den wunderbaren, aus der altgriechischen Sprache entnommenen Begriff „Photografie“ gibt. Es muss eine Art Schlüsselmoment der Menschheitsgeschichte gewesen sein, zum ersten Mal die Wirklichkeit festzuhalten, zu fixieren. Denn bis dahin konnten nur Maler je nach Können und Geschick geartete Abbilder der Welt schaffen.

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Nebel über dem Bergsee Ratscher. Foto: Günther Kirchner

Und wie das eben so ist mit dem menschlichen Drang nach Perfektion: Einmal in der Welt, machen sich eifrige Tüftler umgehend ans Werk, das chemische Verfahren weiterzuentwickeln. Der französische Maler Louis Daguerret, ein Compagnon des Advokaten aus Le Gras, experimentierte in den Dreißigerjahren des 19. Jahrhunderts mit Silbersalzen. Denn man hatte entdeckt, dass Licht bestimmte Silberverbindungen schwarz färbt – das Grundprinzip der analogen Fotografie. Um 1840 hatte Daguerret das erste praktikable Verfahren ersonnen – das allerdings noch immer fast eine Stunde Belichtungszeit benötigte.

Agfa mischt den Weltmarkt auf

Immer mehr findige Leute tüftelten nicht nur in Frankreich an verschiedenen Verfahren, um möglichst perfekte Abbilder der Wirklichkeit in Schwarzweiß zu erhalten. Lichtempfindliche Papiere, Glasplatten, schließlich eine flexible Kunststoffunterlage kamen zum Einsatz. Erste Kameras wurden entwickelt und perfektioniert – und gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann weltweit die industrielle Produktion von fotografischen Materialien – und vor allem des noch heute verwendeten Films mit 35 Millimeter Breite, der fortan auch das Kino, das bewegte Bild, möglich machte.

Zählten zunächst kleine französische Firmen und später die von George Eastman 1892 gegründete amerikanische Firma Kodak zu den Pionieren der Fotografie, mischte alsbald die 1909 im anhaltinischen Wolfen bei Bitterfeld gegründete Agfa-Filmfabrik den Weltmarkt auf. Hier entwickelten Chemiker in den Dreißigerjahren auch die ersten Farbfilme der Welt. Zu DDR-Zeiten wurde Agfa in ORWO umbenannt – ein Name, der vielen noch ein Begriff ist.

Spuren im Schnee. Foto: Carina Vogel

Doch ORWO gibt es längst nicht mehr, nur ein kleines Filmmuseum erzählt noch von der Geschichte. Wie auch die analoge Fotografie nach dem Siegeszug der Digitaltechnik nur noch ein Nischendasein fristet. Allerdings erfreuen sich auf Film festgehaltene Fotos wieder großer Beliebtheit bei ambitionierten Hobbyfotografen. Ein Bild haptisch in der Hand zu haben ist eben doch noch etwas anderes als ein digitaler Zahlencode auf einem Speicherchip. Und: Die Brillanz eines Dias, eines Bildes auf Umkehr-Positivfilm, ist eben noch immer ein Wert an sich, den die Digitaltechnik so leicht nicht erreicht. Schwarzweiß- und „normale“ Farbfilme sind Negativfilme, die erst auf dem Fotopapier ein positives Abbild schaffen.

Sicher gibt es auch in unserem Landkreis noch Hobbyfotografen, die analog fotografieren. Es wäre schön, mit ihnen einmal ins Gespräch zu kommen. Der Fotowettbewerb unserer Zeitung, den wir vor wenigen Wochen gestartet haben und für den wir erste Fotos erhalten haben, ist eine wunderbare Gelegenheit dafür. Die allermeisten aber werden mit Handy fotografieren – oder mit der Digitalkamera. Pocketkameras gibt es kaum noch. Mittlerweile sind auch digitale Spiegelreflexkameras aus der Mode gekommen. Moderne Profi- und Semiprofikameras funktionieren ohne Spiegel.

Kreative Zeitungsleser gesucht

Doch all das Technische hat wenig wert, wenn die Frau oder der Mann am Auslöser nicht den richtigen Blick hat, nicht das Gespür für den entscheidenden Moment, für das Stimmige Motiv, für die perfekte Kombination von Landschaft, Leuten, Tieren. Denn eines hat sich in der 200 Jahre alten Geschichte der Fotografie nicht geändert: Der Wunsch, sich ein Bild zu machen, das bleibt, das fixiert ist. Ein Abbild der Wirklichkeit.

Ein ganz tierisches Motiv. Foto: Viola Fritz

Dazu wollen wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, mit unserem Fotowettbewerb einladen. Zeigen Sie uns, wie Sie Ihre Heimat in allen Facetten sehen. Lassen Sie uns gemeinsam den Landkreis entdecken. Teilen Sie uns mit, was Sie anderen Leserinnen und Lesern zeigen möchten – einmal nicht via Social Media, sondern mit einem Foto, das die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich zieht. Erzählen Sie aus Ihrem Urlaub, aus Ihrem Garten, von Ihren Mitmenschen, Freunden oder Familienangehörigen. Von Ihren Erkundungen zwischen Rennsteig und Veste Heldburg, von Momenten, die sie berührt haben und die sie genau deshalb festgehalten haben. Einige beispiele von Lesern finden sich auf dieser Seite.

Alles ist erlaubt: Fotos vom Handy oder der analogen Kamera, die Sie uns digital oder als Papierabzug zusenden können. Wir haben, um Ihnen eine kleine Orientierung zu geben, drei Themenbegriffe festgelegt, um die sich Ihre Fotomotive drehen sollten:

Extreme

Lebendig

Linien

Klingt erst einmal anspruchsvoll, ist es aber nicht, denn mit den Begriffen lässt sich wunderbar spielen. Haben Sie schon Ideen oder vielleicht sogar schon Fotos gemacht, die dazu passen würden? Dann mal los: Bis zum 2. Oktober sollten die Fotos in der Freies-Wort-Redaktion Hildburghausen sein. Egal ob digital (E-Mail: lokal.hildburghausen@freies-wort.de) oder als Papierfoto (Lokalredaktion Freies Wort, Schleusinger Straße 16, 98646 Hildburghausen). Eine Jury wird dann die besten Fotos aussuchen. Natürlich werden diese in der Zeitung veröffentlicht – aber auch eine kleine Ausstellung ist im Landkreis geplant.

Zudem gibt es für die Gewinner ein paar tolle Preise, die wir im September an dieser Stelle ausloben wollen. Mitmachen lohnt sich also wobei sich in erster Linie alle angesprochen fühlen sollen, die sich gerne schöne Fotos anschauen, oder selbst gerne fotografieren, oder die sich einfach über das Medium Fotografie austauschen wollen. Wir freuen uns auf Ihre Zusendungen!

Nicht vergessen: Bitte senden Sie uns zu jedem Motiv den Namen und den Wohnort des Fotografen und eine kurze Beschreibung, was genau zu sehen ist.