Die Fotografie ist – eigentlich eine schon Jahrhunderte alte Technik. Jetzt werden Sie staunen, liebe Leserinnen und Leser, denn das erste erhalten gebliebene Foto der Welt wird in diesem Jahr 200 Jahre alt. Es ist der Blick aus dem Arbeitszimmer des französischen Rechtsanwalts Joseph Nicéphore Niépce in der Gemeinde Le Gras bei Pontarlier – unweit der schweizerischen Grenze. Zugegeben: Man erkennt kaum mehr als ein paar Umrisse, und der gute Mann arbeitete auch mit asphaltbeschichteten Zinnplatten und Lavendelöl. Aber: Auf der Platte entstand ein Abbild der Wirklichkeit, eine Zeichnung mit Licht, für die es den wunderbaren, aus der altgriechischen Sprache entnommenen Begriff „Photografie“ gibt. Es muss eine Art Schlüsselmoment der Menschheitsgeschichte gewesen sein, zum ersten Mal die Wirklichkeit festzuhalten, zu fixieren. Denn bis dahin konnten nur Maler je nach Können und Geschick geartete Abbilder der Welt schaffen.