Fotoausstellung in Schmalkalden Julia Didelot lässt die Stille sprechen

Julia Didelot zeigt Porträts und Lost Places in der Schmalkalder Milchhalle. Ihre Ausstellung „Die Stille sprechen lassen“ beginnt am 9. Oktober – mit Musik aus Meiningen.

Die Steinbach-Hallenberger Fotografin und eines ihrer Porträts. Diese und weitere Fotografien sind ab 9. Oktober in der Milchhalle in Schmalkalden zu sehen. Foto: Julia Didelot

Ein Blick, ein Gesicht, ein verlassener Ort – manchmal braucht es keine großen Worte, damit ein Bild etwas erzählt. Diesem leisen Erzählen widmet sich Julia Didelot in ihrer neuen Ausstellung „Die Stille sprechen lassen“. Die Fotografin aus Steinbach-Hallenberg zeigt vom 9. Oktober bis zum 24. Dezember in der Schmalkalder Milchhalle Porträts und Aufnahmen verlassener Orte.

Nach der Werbung weiterlesen

Die besondere Atmosphäre der Lost Places

Zwei auf den ersten Blick unterschiedliche Themen, die für Didelot eine gemeinsame Sprache finden: die Sprache des Ungesagten. Bei den sogenannten Lost Places geht es um Gebäude, die von dem erzählen, was einmal war. Spuren an Wänden, zurückgelassene Gegenstände und die besondere Atmosphäre solcher Orte lassen Vergangenheit erahnen, ohne sie vollständig zu erklären. Die Porträts wiederum richten den Blick auf den Menschen – auf Ausdruck, Haltung und jene Momente, in denen hinter einer äußeren Erscheinung etwas Persönliches sichtbar wird.

Der Ausstellungstitel beschreibt dabei auch den fotografischen Ansatz der Künstlerin. Didelot versteht Fotografie als Verbindung von Menschlichkeit und Kunst. Ein gutes Foto beginne für sie nicht mit der Kamera, sondern mit dem Menschen davor. Sie interessiere sich für die kleinen, oftmals stillen Augenblicke und für Bilder, in denen sich Menschen wiederfinden können. Welche Geschichte sich aus einem Gesicht oder einem verlassenen Raum ergibt, bleibt dabei auch dem Betrachter überlassen.

Geboren wurde Julia Didelot 1988 in Schmalkalden. Von 2008 bis 2009 absolvierte sie am BBZ Schmalkalden die Höhere Berufsfachschule zur staatlich geprüften gestaltungstechnischen Assistentin. Heute lebt und arbeitet sie in Steinbach-Hallenberg. Ihr fotografischer Blick richtet sich vor allem auf den Menschen sowie auf persönliche und gesellschaftliche Themen.

Seit 2023 waren ihre Fotografien nach eigenen Angaben in zahlreichen Ausstellungen in Thüringen und darüber hinaus zu sehen, unter anderem in Meiningen, Suhl, Rudolstadt, Berlin und Wolfen. Zu ihren jüngsten Präsentationen zählt „Sichtweisen“ in der Meininger Galerie Z-4. Ausgezeichnet wurden ihre Arbeiten unter anderem bei den Thüringer Landesfotoschauen 2023 und 2025. Außerdem erschienen Fotografien von ihr in Ausstellungskatalogen und in „Schnappschuss – Das Foto Koch Magazin“.

Noch zwei weitere Ausstellungen dieses Jahr

Auch in diesem Jahr ist Didelot an mehreren Ausstellungsprojekten beteiligt. Dazu gehört die Jahresausstellung „Thüringer Ansichten“ des Fotoclubs Kontrast in Suhl. Zudem ist sie eine von 27 Künstlerinnen, deren Arbeiten vom 16. bis 18. Oktober bei „Der weibliche Blick 2/026“ im Isernhagenhof bei Hannover gezeigt werden. Dort findet die Vernissage am 16. Oktober statt.

Mit ihrer eigenen Ausstellung in der Milchhalle kehrt Didelot nun an ihren Geburtsort zurück. „Die Stille sprechen lassen“ soll dazu einladen, genauer hinzusehen: auf Gesichter, auf Spuren, auf verlassene Orte – und auf das, was zwischen den sichtbaren Dingen verborgen liegt.

Eröffnet wird die Ausstellung am Freitag, 9. Oktober, um 18 Uhr in der Milchhalle, Weidebrunner Gasse 6, in Schmalkalden. Musikalisch begleitet das Duo Zweiklang aus Meiningen den Abend. Die Fotografien sind anschließend bis zum 24. Dezember zu sehen. Weitere Informationen zur Fotografin und ihren Arbeiten gibt es auf ihrer Internetseite.