In den Supermarktregalen könne schon bald Gemüse knapp werden. Starke Einbußen werden auch in anderen Bereichen befürchtet. Frankreichs Landwirtschaftsministerin Annie Genevard kündigte am Mittwoch einen Notfallplan an, um betroffenen Landwirten beizustehen.
Wie der staatliche Wetterdienst Météo France mitteilte, war der Juli der heißeste in Frankreich seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1900. Vielerorts wurden Temperaturen über 40 Grad registriert. Nachdem es schon im Juni wenig geregnet hatte, fiel im Juli 70 Prozent weniger Niederschlag als üblich.
Ernteeinbußen in der EU erwartet
Auch in Brüssel stellt man sich auf geringere Ernten ein. Die EU-Kommission beobachtet die Folgen der anhaltenden Hitzewelle für landwirtschaftliche Betriebe in der EU genau. Solidarität gelte denjenigen, die erhebliche Verluste erlitten hätten, sagte eine Sprecherin. Wie Daten der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC) zeigen, wurden die Ertragsschätzungen für Winterkulturen in der EU um ein bis vier Prozent nach unten korrigiert. Damit liegt der Ausblick für die Getreideproduktion insgesamt ein Prozent unter dem Schnitt der vergangenen fünf Jahre.
Wegen der außergewöhnlichen Hitze und geringer Regenfälle wurden zudem die Ertragsschätzungen für alle Frühjahrs- und Sommerkulturen gesenkt, am stärksten für Körnermais und Sonnenblumen – um sechs bis sieben Prozent. Entwarnung gibt es keine: "Es wird erwartet, dass die heißen und trockenen Bedingungen in Westeuropa anhalten werden, was die Wahrscheinlichkeit weiterer Ertragseinbußen erhöht."
Bauernverband: Brauchen Hilfen der Regierung
Aus Sicht des Deutschen Bauernverbandes brauchen die Landwirte schnelle Entlastung. "Die Betriebe haben keinen Tag mehr Zeit, darauf zu warten", meinte Generalsekretärin Sabet. "Wir brauchen deutlich mehr Engagement der Bundesregierung." Der Bauernverband fordert etwa die Umsetzung einer steuerfreien Risikoausgleichsrücklage, um Landwirte bei Ernteausfällen besser abzusichern.