Fohlen für die Edelzucht Samurai hat einen Paten

Mit einem kleinen Samurai macht sich das Gestüt in Meura auf den Weg zur Zucht von Edelbluthaflingern. Damit alles glatt geht, hat das neue Fohlen nun auch einen richtigen Taufpaten. Das Gesüt zwischen Neuhaus am Rennweg und Saalfeld feiert im Sommer auch ein Jubiläum. Meuraer Haflinger gibt es in unserer Bildergalerie.

Strahlender Sonnenschein auf der Meuraer Höhe, als Saalfelds Landrat Marko Wolfram und Anke Sendig, die Chefin des Haflinger-Gestüts Meura, Samurai offiziell tauften. Das Fohlen wurde am 2. März geboren. „Dieser kleine Hengst ist etwas Besonderes, weil er von unserem Siegerhengst Shaolin abstammt. Shaolin war unsere große Überraschung, als er im Oktober 2020 auf dem Körplatz in München-Riem zum Sieger der Edelbluthaflinger ernannt wurde. Das war ein absoluter Gänsehautmoment für uns“, erinnert sich Helen Weber, die im Gestüt für die Pferdeausbildung zuständig ist.

Samurai ist ein Zuchterfolg des 2015 in Meura gestarteten Veredelungsprojektes zum Erhalt der Rasse Edelbluthaflinger. Samurai gehört zur so genannten R1-Generation – also zur ersten Generation der Rückkreuzung, da seine Mutter Belissa vom Vollblutaraber Expert ox abstammt und damit sozusagen eine Halbblutstute ist. Gesucht wird in dieser Generation ein Hengst, der möglichst schon schön hell ist und sowohl charakterlich als auch von der Körperkonstruktion und Beweglichkeit her herausragend passt. „Der kleine Samurai macht da bisher schon einen sehr guten Eindruck“, so Weber.

Landrat und Taufpate Marko Wolfram war erfreut über die Anhänglichkeit, die sein Taufkind im Stall zeigte. „Das Gestüt in Meura ist eine ganz wichtige Einrichtung in unserem Landkreis. Anke Sendig und ihr Team haben einen wunderschönen Arbeitsplatz, müssen hier aber täglich sehr viel leisten, um alle Herausforderungen zu meistern“, sagte er.

Im Gestüt hofft man endlich wieder auf eine normale Saison, denn durch die zuletzt geltende 2G-Plus- Regel, die für die Gastronomie sowie Innenräume wie die Reithalle und Stallanlagen galt, war Vieles unterbrochen worden. Auch dem aktiven Leben und Treiben des Reit- und Fahrvereins Meura hat das nicht gutgetan. Durch die pandemiebedingten Ausfälle sind auch Vereinsmitglieder abgesprungen.

„Wir hoffen, dass wir aber mit unseren Veranstaltungen wieder ins Leben der Menschen zurückkommen. Los geht es zunächst mit dem Weideaustrieb am 24. April. An diesem Sonntag wird auf unserem Reitplatz buntes Markttreiben herrschen und unsere Pferde werden auf die Weiden in die Frühjahrssaison entlassen“, berichtet Anke Sendig.

Insbesondere für die Sommerschauen am 6. und 7. August hat das Gestüt auch Hilfe von außerhalb angefragt. Es gilt ein 45-jähriges Jubiläum zu meistern, denn auf diese Zeit der Zuchtgeschichte kann man in Meura inzwischen zurückblicken. Die Wurzeln des Gestütslebens reichen bis zum 1. Juli 1977 zurück. An diesem Tag wurde offiziell das Volkseigene Gut Tierproduktion Meura eingerichtet.

Das Landgestüt Moritzburg sowie andere Haflingerliebhaber, Reiter und Fahrer haben bereits ihre Unterstützung für die Sommerschauen zugesagt. „Dazu zählen auch Pferde, die im Gestüt geboren wurden und nun mit ihren neuen Besitzern zeigen, was sie können“, schildert Anke Sendig.

Jubiläum im Sommer

Außerdem freut sie sich über die Unterstützung von ganz „oben“, denn für die Jubiläums-Gestütspararen hat Ministerpräsident Bodo Ramelow die Schirmherrschaft übernommen, was für das Gestütsteam eine Ehre ist.

Im Gespräch hatten Anke Sendig und Seniorchefin Martina Sendig zusammen mit Helen Weber im neuen Anbau der Cafeteria zuvor die aktuelle Lage im Gestüt erläutert und die Gelegenheit des kurzen Drahts zum Landrat genutzt. In den vergangenen Jahren hatte er sich mit seinem Einsatz für die Fortführung der Pferdewirtausbildung auch für das Gestüt eingesetzt hatte und hörte interessiert von den neuen Vorhaben im Gestüt. „Das ist heute der erste offizielle Termin in unserem neuen Anbau der Cafeteria – es ist schön, diesen mit Ihnen begehen zu können“, so Anke Sendig zu Landrat Wolfram. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass das Gestütsteam dringend Verstärkung im Servicebereich sucht. „Die Cafeteria ist täglich von 11 bis 17 Uhr geöffnet – wir würden uns sehr über engagierte und freundliche neue Kollegen freuen, die Spaß am Umgang mit Menschen haben und hier ihren Platz finden“, so Sendig. Da geht es ihr wie vielen Gastronomiebetrieben in ganz Deutschland.

Besichtigt wurden auch die drei neuen Mobilheime, die den Gästen als Ferienwohnungen seit 2020 mit Küche, Bad, Wohnzimmer und Schlafräumen zur Verfügung stehen. Sie bieten den Gästen alles, um sich im Urlaub selbst versorgen zu können. „Sie sind in der Saison ab 1. April weitgehend ausgebucht und bieten von der Terrasse aus den besten Blick ins Tal Richtung Rohrbach“, freut sich die Gestütschefin. „Und mit und an unseren Haflingern und Edelbluthaflingern kann sich die ganze Familie erfreuen. Was uns noch fehlt, ist ein Indoor-Angebot für die Familien an schlechten Tagen – aber da haben wir schon etliche Ideen in Richtung Sport und Jugendangebote.“

Eine der Ideen und Anschaffungen, die noch nicht in Betrieb gehen konnte, ist das „Clubcar“, ein Elektromobil, das die Gäste umweltfreundlich und leise zu den weitläufigen Koppeln zur wunderbaren Talsperrenlandschaft bringen soll. Wenn es läuft, könnte es eine Attraktion sein, das glaubt auch der Landrat. Zumal die Tschu-Tschu-Bahn an der Talsperre schon länger nicht mehr fährt.

„Was wir uns wünschen, ist auch eine bessere Anbindung von Meura an den öffentlichen Nahverkehr, etwa über einen Rufbus, damit unsere Gäste vielleicht auch auf die Reise mit Bus und Bahn umsteigen und das Auto mal daheim bleiben kann“, gab Anke Sendig dem Landrat als Anregung mit auf den Weg.

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