Gehaltsverhandlungen sind Angelegenheit der Tarifpartner – doch in diesem Fall war das etwas anders. In der Gemeindeverwaltung Floh-Seligenthal haben sich Personalrat, Bürgermeister und Hauptamtsleiterin zusammengesetzt und eine Zusatzleistung ausgehandelt. „Der öffentliche Dienst braucht gute Leute. Da sind nicht so viele am Markt. Wir wollen unsere Mitarbeiter halten und nutzen nun die Möglichkeit, ihnen Sachbezugsleistungen zu gewähren.“ Die Gemeinde setzt dabei praktisch alles auf eine Karte. Monatlich ploppt dort ein Betrag von fünfzig Euro auf, mit dem die Mitarbeiter einkaufen können. Sie haben jedoch auch die Möglichkeit, Kapital anzusammeln und später für eine größere Anschaffung einzulösen. Denn über das Jahr kommen 600 Euro zusammen: Kein Pappenstiel in Zeiten, in denen die Inflation am Geld nagt. Der Clou ist jedoch die Steuerfreiheit. Bis vor wenigen Jahren lag die Grenze für Sachbezugsleistungen bei 40 Euro, jetzt ist es ein Zehner mehr. „Die Mitarbeiter können damit einkaufen gehen, im Studio Fitness tanken oder an der Tankstelle Benzin“, so der Bürgermeister. Das Geld nach Berlin, Hamburg oder Frankfurt zu tragen, geht nicht und ist auch nicht gewollt. „Nur im Postleitzahlenbereich“, so der Bürgermeister. Soweit bekannt, kommen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde in den Genuss der Card. Das sind längst nicht nur die Rathaus-Beschäftigten. Auch die Teilzeitmitarbeiter profitieren, dem Beschäftigungsverhältnis angemessen. Für die Gemeinde bedeutet das Zusatzkosten: Aber das sind ihr die Mitarbeiter wert.