Über ein eher ungewöhnliches Problem berichtete Grabfeld-Bürgermeister Christian Seeber zur jüngsten Ratssitzung in dieser Woche in der Gemeinschaftsschule Bibra. Passenderweise in Bibra, wie das Ortsoberhaupt anfangs ironisch anmerkte – denn im Blickpunkt stand der Biber. Der streng geschützte Nager fühlt sich offensichtlich auch im Grabfeld wieder wohl, doch dies bringt auch im Zusammenleben zwischen Mensch und Tier auch Konflikte mit sich, wie Seeber erläuterte. So hat sich das Tier neben einem Weg in der Gemarkung Nordheim an einem Gewässer wohnlich eingerichtet – durch Aufstauungen steht aber der Unterbau des Weges regelmäßig unter Wasser, sodass die Stabilität Schaden nehmen könnte. In Berkach gefällt es einem anderen Biber an einem verrohrten Gewässerlauf ebenfalls so gut, dass das Rohr inzwischen durch die Bauwerke des Nagetiers verstopft ist. Und letztlich hat ein Biber in Behrungen unterhalb der Klärteiche eine Wiese durchhöhlt und Wasser aufgestaut, sodass auch hier die Tragfähigkeit der Klärteiche inzwischen durch die Aufweichungen im Untergrund in Frage steht. „Die ganze Wiese ist inzwischen versumpft und überall nass.“ Beratungen und Vorortbegehungen hätten stattgefunden, so der Bürgermeister weiter. Einfach das Tier wegnehmen gehe nicht aus Schutzgründen, zudem würde in kurzer Zeit wahrscheinlich ein neuer Biber an gleicher Stelle auftauchen, der alles noch höher und größer zubauen würde. Genauso verhalte es sich, wenn für die Aufstauungen einfach ein Abfluss gegraben wird – der Biber würde sofort nach der Ursache des Wasserverlustes suchen und den Ablauf schnellstens erneut verstopfen. Zwar sorge der Biber auch mit seinen Bauwerken für den Rückhalt und die Zwischenspeicherung von Wasser gerade in trockenen Zeiten, aber dies eben auch an dafür denkbar ungeeigneten Stellen.
Fleißiger Nager Biber sorgt für Probleme im Grabfeld
Tino Hencl 25.05.2023 - 10:57 Uhr