FIS Continentalcup-Springen in Brotterode Hanna Wiegele holt sich gleich beide Siege

Strahlten mit der Sonne um die Wette: Die drei Erstplatzierten vom Brotteröder FIS-Continentalcup-Springen am Sonntag, von links: Junshiro Kobayashi (Japan), Tomas Pilch )Polen) und Maciej Kot (Polen). Foto: Christian Heilwagen

Im ersten von zwei Skispringen des TEAG-FIS-Continentalcups in Brotterode landet Pauline Heßler vom WSV Lauscha auf dem zweiten Platz. Den zweiten Wettkampf muss die 22-Jährige verletzungsbedingt absagen. Bei den Frauen gewinnt die Österreicherin Hanna Wiegele beide Springen. Bei den Männern kommen die Sieger Stefan Hula und Tomasz Pilch beide Male aus Polen.

Brotterode -

Die Inselbergschanze am Seimberg präsentierte sich an den zwei Wettkampftagen in einem hervorragenden Zustand. Sowohl von den Springerinnen und Springern als auch von der FIS (Internationaler Skiverband) ernteten die Organisatoren des WSV Brotterode ein dickes Lob. Da auch das Wetter mitspielte, entwickelten sich vier gutklassige Springen.

Bei den Frauen dominierte die neunzehnjährige Hannah Wiegele, die sich eine Woche zuvor im finnischen Lahti den Junioren-Weltmeistertitel mit ihren Mannschaftskameradinnen sicherte. Am Samstag düpierte sie mit Sprüngen von 113 und 113,5 Metern die Konkurrenz. Die beiden Versuche der Österreicherin waren die mit Abstand weitesten in den beiden Frauenwettbewerben. Die Thüringerin Pauline Heßler schaffte mit zwei Versuchen von jeweils 106,5 Metern Platz zwei. „Mit dem Sprung aufs Treppchen konnte ich viel Selbstvertrauen sammeln“, freute sich die 22-Jährige über den Silberrang. Damit knüpfte sie an die Erfolge aus der vergangenen Saison an, als sie Platz eins und zwei belegte. Ihr Auftreten zählt umso mehr, da sie im Probedurchgang stürzte und hart mit dem Kopf auf den durch die Sonne sulzigen Schnee aufschlug. Das beeindruckte die Lauschaerin im ersten Wettkampf nur wenig. Den dritten Rang sicherte sich mit Julia Mühlbacher eine weitere Österreicherin. Alina Ihle vom SV Biberau belegte mit Sprüngen von 95,5 und 97,5 Metern einen guten 17. Platz.

Am Sonntag verfolgten in der Spitze weit über 3000 Anhänger die Veranstaltung im Live-Stream. Sie sahen einen erneuten Erfolg von Hanna Wiegele, die im ersten Durchgang mit 110,5 Metern die Grundlage für ihren nächsten Erfolg legte. Damit sicherte sie sich auch den Sieg in der Continentalcup-Serie, da die beiden Springen in Brotterode die einzigen Wettkämpfe der Frauen in diesem Jahr bleiben. „Ich habe schon nach dem ersten Sprung die Schanze ins Herz geschlossen. Hinzu kamen die Super-Bedingungen. Für mich war es ein optimales Wochenende“, zeigte sich die Österreicherin glücklich.

Pauline Heßler absolvierte noch ihren ersten Versuch und belegte mit 104,5 Metern den siebten Rang. Zum zweiten Versuch ging sie nicht mehr an den Start. „Vom Sturz am Vortag hatte ich Kopfschmerzen und leichte Schwindelgefühle. Mit den Trainern und der medizinischen Abteilung haben wir entschieden, dass ich nicht mehr springe“, sagte die enttäuschte Pauline Heßler. Erfreulich die Steigerung von Alina Ihle. Im zweiten Wettkampf belegte sie mit Sprüngen von 104,5 und 102 Metern den dreizehnten Rang. „Ich bin mit dem Wochenende zufrieden und konnte an die Sprünge aus dem Training anknüpfen“, strahlte das Mädchen vom SV Biberau. Am Wochenende geht sie bei einem FIS-Springen, wie unter anderem auch Hannah Wiegele und Pauline Heßler, im Kanzlersgrund in Oberhof an den Start.

Bei den Männern dominierte die starke polnische Mannschaft mit den Siegern Stefan Hula am Samstag (113 und 115,5 Meter) und Tomasz Pilch einen Tag später (115 und 111 Meter). Nur dem Japaner Junshiro Kobayashi gelang es an beiden Tagen, mit Platz drei und zwei in die polnische Phalanx einzudringen. Platz zwei ging am Samstag an den im Conti-Cup Gesamtführenden Österreicher Markus Schiffner . Den Bronzerang sicherte mit Maciej Kot ein weiterer Pole.

Die deutschen Männer enttäuschten. Ihre besten Ergebnisse waren ein zwölfter Platz von David Siegel (Baiersbronn) und Rang dreizehn von Richard Freitag am Sonntag. „Wenigstens der zweite Sprung (109 Meter) sah so aus, wie ich mir Skisprung vorstelle“, meinte der Team-Weltmeister von 2019.

Für den Österreicher Gregor Schlierenzauer, mehrfacher Weltmeister und Olympiasieger, war sein Auftritt beendet, noch ehe er so richtig begonnen hatte. Er stürzte beim Probedurchgang am Samstag. Bei seinem Versuch von 122 Metern verletzte er sich kurz nach der Landung am Knie und fiel damit für den Wettkampf aus. Das kostete ihn die mögliche WM-Qualifikation.

 
 

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