Auch Privatleute geraten in der Wirtschaftskrise in finanzielle Bedrängnis: Im Mai sank zwar die Zahl der Verbraucherinsolvenzen binnen Jahresfrist um gut zehn Prozent auf 5.926. Von Januar bis Mai gab es aber einen Anstieg um knapp zwei Prozent zum Vorjahreszeitraum auf 32.093.
Hoffen auf Besserung 2027
Die deutsche Wirtschaft wird seit längerem von einer Pleitewelle erschüttert. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der beantragten Unternehmensinsolvenzen laut Statistischem Bundesamt um gut zehn Prozent auf 24.064 - der höchste Stand seit 2014. Schon 2023 und 2024 war die Zahl der Firmenpleiten je um mehr als 20 Prozent gewachsen.
Schnelle Besserung ist nach Einschätzung von Experten nicht in Sicht. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), das monatlich die Entwicklung der Insolvenzen analysiert, berichtete jüngst für Juli von einem "außergewöhnlich hohen Niveau" an Firmenpleiten in Deutschland. Zwar gebe es etwas Entspannung zum Vormonat, doch Frühindikatoren deuteten für die kommenden Monate auf sehr hohe Insolvenzzahlen hin.
Auch der Leiter der Wirtschaftsforschung von Creditreform, Patrik-Ludwig Hantzsch, glaubt nicht, dass sich die Lage bald grundlegend entspannt. Eine Trendumkehr sei "ziemlich sicher", wenn überhaupt, erst im Jahr 2027 realistisch - "und dann wahrscheinlich auch erst im späteren Jahresverlauf".