Filmproduktion Ilmenauer Studierende starten Musical-Serie

Tamara Kollmeder und Mikael Kuetche haben das Drehbuch für „Dancing in the Shadow“ verfasst. Foto: privat

Junge Filmemacher wollen in Ilmenau Deutschlands erste Musical-Serie produzieren. Dafür suchen sie Schauspieler aus der Region.

Ilmenau - Mit einer Musical-Serie wollen junge Filmemacher aus Ilmenau über Vorurteile in der Gesellschaft aufklären. Die studentische Initiative „Team FnD“ hat sich im vergangenen Jahr zusammengeschlossen, um Deutschlands erste Musical-Serie „Dancing in the Shadow“ zu produzieren. Bereits im August sollen die Dreharbeiten zur zehnteiligen Serie in Ilmenau beginnen.

Rassismus, Binärität, Homosexualität, Feminismus und Intoleranz - die sechs Studierenden Sara, Chris, Hera, Bruce, Alice, Alex und Andrew werden im Laufe des Geschehens mit diesen Themen konfrontiert. Alice fühlt sich zu keinem Geschlecht zugehörig und wird von ihrem Umfeld in Schubladen gesteckt. Chris ist ein Alphatier und Frauenschwarm, der durch die Erziehung seines Vaters keine Schwäche zeigen darf. Hera wurde als Feministin erzogen und überdenkt die Prinzipien ihrer Mutter, dass Frauen die besseren Männer seien. Obwohl die Studierenden kaum unterschiedlicher sein könnten, verbindet sie eines: Das Tanzen. Und so schließen sie sich zu einer Tanzgruppe zusammen, um gemeinsam bei einem Dancing Bash anzutreten und sich selbst zu finden. „In der Filmwelt ist eine Kombination aus diesen Themen sehr selten. Mit unserer Musical-Serie spiegeln wir den Zeitgeist der jungen Generation wieder“, erklärt die Projektinitiatorin und ehemalige TU Ilmenau-Studentin Tamara Kollmeder. Erlebnisse aus dem Studentenleben, aber auch fiktive Quellen dienten der Filmemacherin als Inspiration für das Drehbuch, das sie zusammen mit dem Regisseur der Produktion, Mikael Kuetche, verfasste.

Das rund 50-köpfige international geprägte Filmteam möchte trotz geringem Budget eine qualitativ hochwertige Serie produzieren. Mit Hilfe von Sponsoren aus der Region sowie einer Crowdfunding-Kampagne sollen die Kosten der Produktion - von technischen und materiellen Produktionskosten über Gebühren für Drehgenehmigungen bis hin zu rechtlichen Lizenzen – gedeckt werden. Noch bis zum 21. April können Interessierte das Projekt auf der Crowdfunding-Plattform startnext.com unterstützen.

Um die Musical-Serie in der Corona-Pandemie zu realisieren, greifen Tamara Kollmeder und ihre Filmkollegen oft auf virtuelle Alternativen zu persönlichen Treffen zurück. Über ein E-Casting wurde bereits ein Großteil der Rollen gefunden. Aus mehr als 200 Bewerbungen haben die jungen Filmemacher die talentiertesten Schauspieler und Musical-Darsteller ausgewählt. Sie haben zunächst eine vorgegebene Szene auf Video aufgenommen. Wer sich für die nächste Runde qualifizierte, musste sich bei einem Live-Videocasting nochmals beweisen. Weitere Nebenrollen möchte Tamara Kollmeder mit Interessierten aus Ilmenau besetzen. „Wir möchten jedem, der gut ist, eine Chance geben“, sagt die Filmemacherin.

 

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