Es gilt, ein ambitioniertes Opernprogramm zu absolvieren. Vier Neuinszenierungen von höchst anspruchsvollen Musikdramen stehen auf dem Programm, dazu die klassische Operette "Der Bettelstudent". Überdurchschnittliche Sängerpersönlichkeiten werden benötigt, und sie stehen zur Verfügung. Unter dem Dirigat des in die Position des 2. Kapellmeisters aufgerückten Gregor Rot intonierte die Kapelle einen Tanz aus der kasachischen Nationaloper "Abai", deren deutschsprachige Erstaufführung in einer Woche zu erleben sein wird. Ihr folgt Mozarts "Zauberflöte". Der aus Frankreich ins Ensemble gekommene Bariton Francis Bouyer bot die Arie Papagenos quick und eloquent zugleich. Der griechisch-amerikanische Bass-Bariton Stephanos Tsirakoglou, fortan zuständig für die Darbietung von Opernfinsterlingen bzw. von vertrottelten Liebhabern, demonstrierte bei der Wiedergabe einer Rossini-Arie Tempo und Komik zugleich. Mozarts Königin der Nacht und die Elivira in Bellinis "I Puritani" erfordern eine Sopranstimme, die Koloraturen lupenrein bis in höchste Höhen zu treiben und die zugleich ein warmes Legato zu verströmen vermag. Mit der bildschönen Türkin Elif Aytekin ist, wie sie mit der Arie "Qui la voce" aus den "Puritanern" eindrucksvoll bewies, eine entsprechende Künstlerin engagiert worden.
Feuilleton Musikfreund - was willst du mehr?
Von Alfred Erck 17.09.2012 - 00:00 Uhr