Sage niemand, die Chefin hätte es leichter, wenn sie selbst Regie führt. In Bayreuth ist das nicht so. Vielleicht muss sie weniger herumdiskutieren, wenn ihr Bühnenbild technisch etwas üppiger ausfällt. Doch da Katharina Wagner die Urenkelin des Komponisten ist, also zum Wagner-Clan gehört, muss sie eher mit verschärften Bedingungen und Erwartungen klar kommen. In Bayreuth gilt, dass das Wort Familienbande den Beigeschmack von Wahrheit hat. Da wird das bevorstehende Ausscheiden ihrer Schwester Eva Wagner-Pasquier aus der unmittelbaren Festspielleitung flugs zum Hügelverbot für Eva. Hinter dem natürlich der frisch bestellte Musikdirektor der Festspiele, Christian Thielemann, vermutet wird. Da wird der Ausstieg der vorgesehenen Isolde Anja Kampe in Zusammenhang mit einem kolportierten Verhältnis gebracht und auch sonst so lange ins Feuer der Gerüchteküche geblasen bis es qualmt.
Feuilleton Keine Macht den Drogen
Von Roberto Becker 27.07.2015 - 00:00 Uhr