Auf Pegida-Demos tragen sie Transparente mit der Aufschrift "Merkel muss weg!" Nicht selten schlägt der Kanzlerin dumpfer Hass entgegen. Der Zoff mit Innenminister Horst Seehofer war für Merkel mindestens nervig. Und überall in den Medien ist vom Zerbröseln ihrer Macht die Rede, von der "Kanzlerinnendämmerung". Ach, ein politisches Spitzenamt ist selten das reinste Vergnügen. Und manchmal fragt man sich schon: Warum tut Angela Merkel sich das eigentlich noch an? Seit dem 22. November 2005 ist sie im Amt. Wäre es nicht klüger gewesen, sie hätte 2017 auf eine erneute Kandidatur verzichtet? Donald Trump ist 72 und steinreich. Als Privatmann könnte er Sex-Affären haben, ohne dass ein Hahn danach kräht. Er könnte Golf spielen, den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Aber nein. Der Mann wollte partout US-Präsident werden, obwohl ihn dazu nichts prädestiniert außer sein unbeirrbarer Glaube an das eigene Genie. Er strebt sogar eine zweite Amtszeit an. Der Job ist stressig. Skandal und Häme sind Trumps tägliche Begleiter. Aber all das perlt an Trump ab, vielleicht genießt er es sogar. Er liebt die Macht. Sie verschafft ihm die Illusion, der Cleverste und Größte zu sein, einer, der alles erreichen kann.
Feuilleton Gedanken-Sprünge
Redaktion 03.08.2018 - 22:56 Uhr