War das eine Show! Wahnsinn, oder? Blitze zucken durch die Lissabonner ESC-Show-Arena, als sei eine schwere Gewitterfront am Himmel. Es kreischt und dröhnt, funkelt und glitzert, immer wieder zerschneiden Schreie einzelner Künstler die musikalische Kulisse, immer wieder bricht das Publikum in Jubel aus - und ja, gesungen wird auch. Manchmal jedenfalls. Beim ESC, dem Eurovision Song Contest, ging es - wen wundert's? - auch in diesem Jahr nicht um die besten Songs, sondern um die besten Performances und Messages - zu gut Deutsch: Um Spektakel und Botschaften. Deshalb hat auch die israelische Sängerin Netta Barzilai mit ihren Song "Toy" gewonnen, die in schrillem Outfit auf die Bühne trat und Liedzeilen wie "Ich bin keine Puppe" sang. Nun, das mag sein, wieso aber hat sie sich genauso angezogen? Und was muss man von Liedern halten, die recht sinnfrei mit den Worten "Ree, ouch, hey, hm, la" beginnen? Ein Beitrag zur aktuellen "Me Too"-Debatte, wie wir erfahren.