Auf diese Weise sollen mehr als 800 Ausstellungs- und Depotstücke auf Schloss Burgk bleiben; mehr als 700 Objekte im Wert von etwa 890.000 Euro gehen an die Erben zurück, teilte das Landratsamt am Montag in Schleiz mit. Der Vertrag muss allerdings noch vom Kreistag gebilligt werden - eine Abstimmung ist für kommenden Montag (23. November) vorgesehen.

Das Geld soll in drei Raten bis Ende 2016 an die Erben überwiesen werden. Es wird vom Landkreis selbst, dem Land Thüringen sowie der Kulturstiftung der Länder aufgebracht.

Mit der Einigung wird nach Angaben des Landratsamtes verhindert, dass große Löcher in die Ausstellung auf Schloss Burgk gerissen werden. So sei etwa der Verbleib der national bedeutsamen Silbermannorgel in der Schlosskapelle gesichert, hieß es.

Bis 1945 gehörte Schloss Burgk dem Fürsten Christoph Martin zu Stolberg-Roßla und seiner Frau Ida - eine geborene Prinzessin Reuß ältere Linie. Durch die Bodenreform waren sie wie auch viele andere Adelsfamilien in der sowjetischen Besatzungszone damals ohne Entschädigung enteignet worden. Ein seit 1994 geltendes Gesetz sieht vor, dass Museen solche ausgestellten oder zur Präsentation vorgesehenen Kunstwerke 20 Jahre kostenlos nutzen und zeigen können. Die Frist für diesen Nießbrauch lief vor knapp einem Jahr aus. Da es bis dahin noch keine Einigung mit den Erben gab, war der Verbleib der Kunstgüter auf Schloss Burgk ungewiss. dpa