Der Räuber Hotzenplotz, das ist ein - nein, kein ganz, ganz Schlimmer. Wer Hotzenplotz heißt, der kann nicht wirklich böse sein. Das weiß der Autor Otfried Preußler, und das weiß auch der Schauspieler Matthias Herold. Wenn es plötzlich rummst und nebelt, wenn die Türen des Kleiderschrankes in Kasperls Zimmer auffliegen, und der Schatten einer grimmigen, mit Messern und Pistolen bewaffneten Gestalt im Raum steht - klar, da kriegt das Kasperl erst mal einen Schrecken. Ein Räuber ist, nun ja, erst mal ein Räuber. Und doch liegt in dieser Figur ein sanfter Zug von Menschlichkeit, der sich auf der Meininger Bühne mit Ironie zu erkennen gibt. Ach, da kann der bärtige Hotzenplotz noch so böse dreinschauen, das Messer zücken, das Kasperl und seine Freundin Sepperl in die Räuberhöhle sperren - die großen und kleinen Kinder im Publikum spüren längst: Diese Geschichte wird gut ausgehen.