Die Corona-Pandemie wird sich nach Ansicht von Christian Thielemann langfristig auf das Tourneegeschäft auswirken. "Die Tourneen werden ausgedünnt werden. Das ist, bei allem Leid dieser Epidemie, zugleich auch das Faszinierende an der gegenwärtigen Situation: Wir werden gezwungen, einzuhalten, uns bleibt keine Wahl", sagt Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden der Zeitschrift Herder Korrespondenz . "Ich glaube auch, dass diese Corona-Geschichte ein Zeichen ist. Irgendjemand zeigt uns den erhobenen Zeigefinger und sagt: "Wenn ihr so weitermacht, dann kriegt ihr die Quittung für euer Tun", sagte er. "Für mich fühlt es sich so an wie eine Art Generalstrafe für das ewige Herumreisen, die Energieverschwendung." Das betreffe auch seinen Berufsstand besonders: "Wenn ich nur an mein Metier denke, an das Tournee-Geschäft: Wenn Wilhelm Furtwängler in den Dreißigerjahren mit den Berliner Philharmonikern auf Tournee gegangen ist, dann sind die Zug gefahren." Damals sei alles noch "in einem gewissen Rahmen" gewesen. dpa