Feuilleton Blende 2020 auf! Wir suchen Ihre Schnappschüsse!

Ob diese Dame den Farbfilm vergessen hat, darf man getrost bezweifeln. Fotografieren auf Film aber ist wieder in - oder besser: "retro" - und beim "Blende"-Wettbewerb ausdrücklich erwünscht. Foto: Janus/dpa

Unsere Zeitung hat den diesjährigen Fotowettbewerb "Blende" gestartet: Wir suchen die schönsten Schnappschüsse unserer Leserinnen und Leser. Wer mitmachen möchte, der darf ausnahmsweise sogar bis Ende Dezember auf Fotopirsch gehen.

Gott sei Dank, möchte man meinen, ist das allgegenwärtige Virus so klein, dass es wohl weder auf einem Chip noch auf einem Film sichtbare Spuren hinterlässt. Seitdem das Wörtchen Corona zur täglichen Nachrichtenlage gehört, wächst die Sehnsucht nach etwas Schönen. Nach der guten alten Zeit, nach positiven Eindrücken und Erlebnissen, nach einer Art inneren Befreiung von der emotionalen Last der schlechten Nachrichten. Der diesjährige "Blende"-Fotowettbewerb könnte dabei Anstoß und Gelegenheit sein, eben solche Momente zu suchen und festzuhalten - und sie als Foto mit anderen Leserinnen oder Lesern zu teilen.

Nicht von ungefähr haben wir uns in diesem Jahr dazu entschieden, das Wörtchen "Lebensfreude" zu einem Thema des Wettbewerbs zu machen. Hier sind unsere beim Umgang mit der Kamera geübten Leserinnen und Leser aufgerufen, nach Motiven zu suchen, in denen sich in ihren Augen das pralle Leben - eben die Freude am Leben - spiegelt. Das heißt aber nicht, dass traurige, nachdenklich machende oder beklemmende Motive bei diesem Thema ausgeschlossen sind. Auch im vermeintlich Unschönen finden sich oft Hoffnung oder Impulse zur Veränderung. Die Kunst ist ja "nur", sie auch auf dem Foto festzuhalten.

Drei Themen zur Wahl

Da allerdings vertrauen wir auf unsere treuen "Blende"-Fotografen, die bereits in vielen Jahren zuvor spannende Momente mit der Kamera eingefangen haben und den Betrachtern ihrer Fotos die Welt ein Stück weit aus ihrer Perspektive erklärt haben. Das mag pathetisch klingen, aber wer sich bei zurückliegenden Wettbewerben die Mühe machte, sich einmal durch die Online-"Blende"-Galerien zu klicken oder die in unserer Zeitung abgedruckten Siegerfotos anzuschauen, dem wird ein ganzer Sack voller Motive begegnet sein, die er so garantiert noch nie gesehen hat.

Wie immer stellen wir auch in diesem Jahr drei Themen zur Auswahl: Neben dem bereits erwähnten "Lebensfreude" sind es die Themen "Street-Art" und "Schwarzweiß-Fotografie". Das Wörtchen "Street-Art" wird oft missverständlich als Straßen-Kunst übersetzt, wo es künstlerische Darbietungen eben auf der Straße meint. So wollen wir es auch verstehen - aber nicht nur. Bei "Street-Art" geht es auch um Kunst im öffentlichen Raum, um Zeichen und Symbole: Graffitis sind dabei nur eine Spielart. Es geht um künstlerische Gestaltung von Architektur und im weitesten Sinne auch um klassische Kunstwerke in der Öffentlichkeit - Brunnen, Stelen oder Denkmale. Wir sind gespannt, was unseren Leserinnen und Lesern dazu "vor die Linse" kommt.

Mit dem Thema "Schwarzweiß-Fotografie" wollen wir all jene ansprechen, die sich bewusst dieser Art der Fotografie verschrieben haben. Schwarzweiß hat seinen eigenen Reiz, seine eigene Ästhetik und Bildsprache und erfordert auch ein bisschen mehr fotografisches Handwerk. Hier ist alles erlaubt - vom Porträt bis zur Architektur, und - die Hohe Schule - eindrucksvolle Landschaftsfotografie ganz ohne Farben.

Wie immer wird eine fünfköpfige Jury unserer Zeitung die Einsendungen bewerten und die jeweils zehn besten Fotos unserer Leserinnen und Leser bei den drei Themen bestimmen. Diese Siegerfotos drucken wir nicht nur in der Zeitung ab, sondern leiten sie auch an den bundesweiten Endausscheid der "Blende" nach Frankfurt/Main weiter. Am größten europäischen Wettbewerb für Amateurfotografen beteiligen sich eine ganze Reihe von Tageszeitungen. "Unsere" Leser können sich dabei traditionell gut platzieren - beim Jahrgang 2019 sogar mit dem ersten Platz.

Der Blende-Jury gehören in diesem Jahr Kristin Grobeis, Stefan Krug, Mirko Leffler, Pierre Döring und Peter Lauterbach an. Der ein oder andere hat auch einen Tipp für "Blende"-Fotografen parat: "Zeit nehmen zum fotografieren. Und weniger an Masse, Farbe und Effekten ist mehr", meint der gelernte Grafiker und Mediengestalter Stefan Krug. Er rät auch ab von "schönen Bildern" mit Postkartenmotiven und "sinnlosen" Photoshop-Effekten - "Ich mag es sehr schlicht und mit Aussage", so Stefan Krug.

Einfach drauflos

"Trauen Sie sich! Sie müssen kein professioneller Fotograf sein, um unsere Themen in einem Foto einzufangen. Kreativität ist wichtiger als Technik. Gute Fotos entstehen bereits im Kopf, die Kamera ist nur das Hilfsmittel für die Umsetzung der Idee. Lassen Sie sich also nicht von der Technik abschrecken, sondern fotografieren Sie einfach drauf los. Gehen Sie mit offenen Augen durch die Welt - sie ist voller Fotomotive. Zeigen Sie uns, was Sie zum Lachen bringt und woran Sie sich im Leben erfreuen", sagt Kristin Grobeis, die seit ihrer Kindheit begeistert fotografiert, schon als Jugendliche bei der "Blende" mitgemacht hat und heute im Verlag unserer Zeitung tätig ist. Auf das Thema "Schwarz-Weiß-Fotografie" ist sie besonders gespannt. Und einen kleinen Tipp hat sie aus der Erfahrung der letzten Jahre für unserer Leserinnen und Leser auch: "Probieren Sie, Ihr Fotomotiv nicht mittig zu platzieren, das wirkt oft spannender!" Pierre Döring, Verlagsleiter unserer Zeitung, sagt: "Ich würde mich freuen, wenn die Motive in den Wettbewerben die langsam zurückkehrende Normalität dokumentieren und widerspiegeln. Ich würde gerne wieder mehr und öfter glückliche, zufriedene und lachende Menschen sehen."

In diesem Sinne heißt es also: "Blende auf!" Für den Zeitungsleser-Fotowettbewerb "Blende" 2020. Wie immer können Sie ihre Fotos digital per Upload (Link über unsere Homepage) oder per Post als analogen Abzug vom Film an uns senden. Teilnahmebedingungen und Hinweise erfahren Sie online. Ein Sendeschluss ist der 31. Dezember.

>>> zur Online-Einsendung

Post-Adresse: Suhler Verlagsgesellschaft, Lesermarkt, Kennwort "Blende", Schützenstraße 2, 98527 Suhl, Email-Kontakt: sonderaktion@insuedthueringen.de

 

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