Die Welt ist nichts anderes als eine große Bühne und jeder Einzelne darauf spielt nur eine Rolle: Diese Vorstellung vom Leben und seinem Lauf durchzieht wie ein roter Faden das Werk des Künstlers Max Beckmann. Nach der schrecklichen Erfahrung des Ersten Weltkriegs, den er bis zu einem Nervenzusammenbruch 1915 als freiwilliger Sanitätshelfer erlebt, findet sich das Motiv des "Welttheaters" ab den frühen 1920er-Jahren in Beckmanns Kunst. Das Leben erscheint als schillernder, unberechenbarer Jahrmarkt, auf dem der Mensch hin- und hergeworfen wird - mal als Akteur, mal als Zuschauer. In Beckmanns Grafik und Malerei hebt sich der Vorhang und zu sehen ist das immerwährende Schauspiel der menschlichen Existenz, die nach ein wenig Aufmerksamkeit trachtet.