Feuilleton Alles ist möglich - bloß kein Sparprogramm

Andris Plucis und Michaela Barchevitch stellten jetzt das Programm des Landestheaters Eisenach für den Beginn der kommenden Spielzeit vor. Foto: ari

"Wir kommen zurück!" Das ist die Botschaft, die Andris Plucis und das Team des Landestheaters Eisenach an ihr Publikum richten möchten. Der Spielplan für September und Oktober steht.

Sechsundneunzig. Das ist die Zahl, um die sich derzeit alles dreht bei den Planungen am Landestheater Eisenach. Sechsundneunzig Plätze dürfen ab September wieder mit Publikum besetzt werden im großen Theatersaal - von fünfhundert insgesamt. Für diese sechsundneunzig aber soll gespielt werden. Und zwar richtig. Was das ordentlich auf Abstand gebrachte Publikum erwartet, das stellte der künstlerische Leiter des Hauses, Andris Plucis, am Mittwoch mit seinem Leitungsteam bei einem Pressegespräch vor.

Auf dem Spielplan stehen nicht weniger als fünf Premieren, darunter die Komödien "Charleys Tante" und "Hilfe, die Mauer fällt!", zweitere wird vom Landestheater Rudolstadt geliefert. Es wird das Kinderstück "Mäuseken Wackelohr" von Fallada geben, den Ballettabend "Wir" in der Choreografie von Andris Plucis und als Höhepunkt am 17. Oktober das Musical "Saturday Night Fever". Die lange musikalische Pause ist ebenfalls beendet - am 9. Oktober spielt die Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach das 1. Sinfoniekonzert der Spielzeit in Eisenach. Außerdem gibt es am 23. Oktober eine Operngala, in der die Entwicklung des Countertenors anhand verschiedener Werke vorgestellt wird - "Von Barock bis Britten". Und die Meininger steuern das musikalische Puppentheater "Peter und der Wolf" bei.

Spielfreude ist groß

"Der Zuschauer", sagt Andris Plucis, "soll die Fülle des Theaters erleben." Theater also in all seinen Sparten und auch nicht nur in der kleinen, Corona-kompatiblen Form. Die Spielfreude sei groß bei den Ensembles, das betonen sie alle immer wieder an diesem Vormittag: Ballettleiter Andris Plucis, die Leiterin des Jungen Schauspiels Christine Hofer und Michaela Barchevitch, die Intendantin der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach.

Geplant wird jetzt von Monat zu Monat: Was ist erlaubt? Gibt es eine künstlerische Lösung? Oder nicht? So entscheidet sich beispielsweise nach der Sommerpause, ob es das Weihnachtsmärchen "Die Bremer Stadtmusikanten" geben wird und wie ein "Nussknacker" in diesem Jahr mit allem Abstand zu zeigen ist. Aufgrund dieser Unwägbarkeiten gibt es keinen Almanach für die neue Spielzeit - der Druck war im März noch gestoppt worden. Stattdessen sind vier Hefte angedacht, das erste jetzt für September und Oktober. Es soll nur gedruckt werden, was auch gilt, erklärt Andris Plucis.

Die Abonnements des Landestheaters sind unter diesen Bedingungen vorerst nicht zu bedienen und wurden - "schweren Herzens", wie Verwaltungsleiterin Diana Merbach ergänzt - ausgesetzt. Der Zuspruch und die Treue seien groß, viele Tickets wurden in den letzten Monaten an das Haus gespendet.

Für die Abonnenten gilt ein Vorkaufsrecht für alle Aufführungen, außerdem werde es 2021/2022, der ersten Spielzeit des Intendanten Jens Neundorff von Enzberg, "ein Geschenk" für sie geben. Bis dahin gibt es Theater in aller Fülle, wenn auch erstmal nur für sechsundneunzig.

Premieren im Herbst

"Mäuseken Wackelohr"

Schauspiel für Kinder ab 4 Jahren nach der Erzählung von Hans Fallada; Junges Schauspiel Eisenach.

Premiere: 13. September, 15 Uhr

"Charleys Tante"

Komödie von Brandon Thomas,
in einer Bearbeitung von Blaire Woodstein. Es spielt das Junge Schauspiel Eisenach.

Premiere: 19. September, 19.30 Uhr

"Wir"

Ballettabend in der Choreografie von Andris Plucis mit Musik von Johann Sebastian Bach.

Premiere: 26. September, 19.30 Uhr

"Hilfe, die Mauer fällt!"

Komödie von Karsten Laske und Steffen Mensching. Schauspiel des Landestheaters Rudolstadt.

Premiere: 3. Oktober, 19.30 Uhr

"Saturday Night Fever"

Musical von Robert Stigwood und Bill Oakes, in der Version von Ryan McBryde und mit der Musik von The Bee Gees. Ballettensemble und Junges Schauspiel Eisenach, musikalische Gäste und Band.

Premiere: 17. Oktober, 19.30 Uhr

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www.landestheater-eisenach.de

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