Feuerwehrnachwuchs Dem Feuer auf der Spur

Ausbildungseinheiten und Einsätze warteten am Samstag auf 14 Jugendfeuerwehrmitglieder in Floh – der Nachwuchs hatte Spaß an den verschiedenen Szenarien.

Floh - „Hoffentlich brennt das Holz sofort“ - Chris Köhler war anfangs schon skeptisch. „Wir sind eigentlich dafür da, Brände zu löschen“, sagte er und hantierte am Gasbrenner. Doch es brauchte nur wenige Augenblicke und der Holzstapel stand in Flammen. Just in dem Moment ertönte das Signal „Tatütata“.

Das Tanklöschfahrzeug spuckte sechs Nachwuchsfloriansjünger aus. Und die agierten wie die „Großen“. Blitzschnell und diszipliniert bauten sie die Wasserversorgung auf. Die Flammen sollten schließlich nicht übergreifen. Und dass bei einer Feuerwehr alles flink gehen muss, weiß der Nachwuchs längst. Seit Juni trainieren die Kinder und Jugendlichen wieder.

Mit dem Berufsfeuerwehrtag am Samstag gab es einen ersten Höhepunkt in diesem Jahr. Normalerweise geht solch eine Aktion immer mit einer Übernachtung im Feuerwehrgerätehaus einher. Ebenso nehmen dann alle zur Jugendfeuerwehr der Großgemeinde Floh-Seligenthal gehörenden Nachwuchsgruppen daran teil. Das Corona-Virus aber funkte hier dazwischen.

Man stellte diesmal einen Tag mit einer relativ kleinen Besetzung zusammen. Involviert war einzig der Nachwuchs der freiwilligen Feuerwehr in Floh. Die Kinder jedenfalls waren sehr dankbar dafür. „Endlich dürfen wir wieder“, war zu vernehmen. „Es macht schon Spaß“, erklärte Elisa. Gemeinsam mit Mia kuppelte die Elfjährige Schläuche aneinander. Oskar rollte Schläuche aus und durfte nach erfolgreicher Löschaktion mit dem Spaten die nassen und verkohlten Holzstücke zusammen rücken. Mia hantierte derweil mit der Wärmebildkamera und suchte nach möglichen Glutnestern.

Alles wie in der Einsatzabteilung – genau so sollte es auch sein. Nach der erfolgreichen Brandbekämpfung der Elf- bis 16-Jährigen gab es noch ein zweites Feuerwehrauto für die Sechs- bis Zehnjährigen. Sie trafen etwas später ein, hatten sie doch im Dorfgemeinschaftshaus Adler in Kleinschmalkalden vorher einen weiteren Einsatz. Die dortige Brandmeldeanlage hatte ausgelöst. Als das geklärt war, ging es flugs in den Schneidmühlengrund.

Auch die Sechs- bis Zehnjährigen gaben sich große Mühe beim Löschen des Holzstapels. Ganz klar, dass es hier und da noch kleine Mängel gab, insgesamt aber bekam die Gruppe viel Lob. Und Spaß beim Umgang mit den Strahlrohren hatte auch sie jede Menge. Am Ende wurde alles gemeinsam aufgeräumt und ab ging es zurück nach Floh ins Feuerwehrgerätehaus.

Zur Ruhe kam die Gruppe dort nur zum Mittagessen – danach ging es weiter mit Einsätzen und Ausbildung. Im Bauhof ging man während eines Einsatzes auf Personensuche. Auch eine technische Hilfeleistung stand noch im Plan. Hier musste eine Baumsperre beseitigt werden. Zudem hatten die Kinder schon am frühen Morgen eine Ölspur beseitigt. „Alles Tätigkeiten, die die Arbeit einer freiwilligen Feuerwehr ausmachen“, erklärte der Floher Wehrführer Enrico Eberhardt. Mit einbrechender Dunkelheit fuhr man schließlich zur Schönen Aussicht. Dort wurde eine vermisste Person gesucht. Die zwischen den Einsätzen anstehenden Ausbildungseinheiten betrafen Erste Hilfe, Gerätekunde, Feuerwehrdienstvorschrift III und Arbeit am Brandmeldemodell.

Geplant und organisiert hat den Berufsfeuerwehrtag Jugendausbildungsleiter Lukas Oschmann. „Da steckt schon eine Menge Arbeit drin“, lobte Enrico Eberhardt. Oberstes Anliegen war es, den Nachwuchs ausbildungstechnisch fit zu machen. Alle Kinder und Jugendlichen waren eifrig bei der Sache.

Der Tag insgesamt wurde ein schöner Erfolg. Auch Bürgermeister Ralf Holland-Nell nahm sich die Zeit am Nachmittag und schaute beim Feuerwehrnachwuchs im Floher Gerätehaus vorbei. „Es ist schon beeindruckend, was die Feuerwehrleute auf die Beine gestellt haben, um den Nachwuchs die Arbeit der freiwilligen Feuerwehr näherzubringen“, meinte er.

Derzeit setzt sich die Jugendfeuerwehr Floh aus 18 Mädchen und Jungen zwischen sechs und 16 Jahren zusammen. Dazu kommen die Bambinis – das sind nochmals 16 Kinder unter sechs Jahren, die den Namen „Flammwichtel“ tragen.

 

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