Feuerwehr Viernau Nachwuchs ist das A und O

Wehrführer Henryk Hellmann ließ die Kinder selbst am Strahlrohr agieren – natürlich unter seiner Aufsicht. Foto: /Annett Recknagel

Viernauer Schulanfänger schauten sich bei der freiwilligen Feuerwehr ihres Heimatortes um und waren begeistert. Natürlich wurde auch ordentlich mit dem Löschwasser gespielt.

Viernau - Emil staunte über die Leiter. Hally-Ann wäre am liebsten auf das Dach des Löschgruppenfahrzeuges gestiegen und Marian beäugte die Pumpe. Als sie instand gesetzt wurde, hielten sich einige Kinder die Ohren zu. Schnell aber nahmen sie die Hände wieder weg. Plötzlich nämlich regnete es. Natürlich kam das Wasser aus einem Strahlrohr.

Henryk Hellmann, Wehrführer in Viernau, wollte den Projekttag der Vorschüler so anschaulich wie nur möglich gestalten. Und Wasser gehört nun einmal zu einer freiwilligen Feuerwehr. Die Mädchen und Jungen bekamen große Augen. Als Hellmann anbot, das Strahlrohr gemeinsam mit ihm festzuhalten, reagierten einige etwas zaghaft. Doch ganz schnell war das verflogen und jedes Kind flitzte zum Strahlrohr.

Wie das Wasser an- und ausgestellt wird, lernten die Kinder in Windeseile. Als der Wehrführer schließlich auf das Dach des LF 10 stieg und dort die Spritze – den sogenannten Dachmonitor – bediente, gab es im Reigen der Kinder ein lautes „Ohhhh“. Nach drei Minuten war Schluss mit dem Regen. Die 3000 Liter im Tank waren aufgebraucht. So schnell ging das. Für die Kinder kaum zu glauben. An ihrem Projekttag lernten sie sehr viel Neues bei der freiwilligen Feuerwehr. Jonas hatte im Löschgruppenfahrzeug eine Axt entdeckt.

In der Fahrzeugkabine gibt es sogar einen Kühlschrank. Ganz klar, dass die Kinder auch den sehen wollten. Jugendwart Steffen Büttner nahm sich viel Zeit für die „Unterrichtsstunde“ im Freien. Außer den vielen Gerätschaften, die das LF 10 zu bieten hat, zeigte er den Mädchen und Jungen auch die Inhalte des Vorausrüstwagens. Hierbei interessierte freilich die Motorsäge mit Schnittschutzhose und entsprechendem Helm. Große Augen bekamen die Steppkes, als der Jugendwart ihnen die hydraulischen Rettungsgeräte zeigte. „Das ist schwere Technik – die Kinder in der Jugendwehr dürfen da noch nicht ran“, erklärte er. Eine Rettungsschere wiege 28 Kilogramm. Im Einsatz würden die Feuerwehrmänner an diesem Gerät teilweise zu zweit agieren.

Die Kinder staunten und hatten ganz viele Fragen. Zu den Fahrzeugen, zum Gerätehaus und zu den Aufgaben von Feuerwehrmännern. Genau deshalb hatte der „Schnuppertag“ stattgefunden. Geduldig ließ der Jugendwart keine Frage der kleinen Gäste unbeantwortet. „Wir wollen jetzt Jahr für Jahr einen solchen Tag anbieten“, sagte Wehrführer Henryk Hellmann. Der Brandschutzerziehung komme gerade im Kindesalter eine nicht zu unterschätzende Rolle zu.

Mit dem Kindergarten arbeitet die Freiwillige Feuerwehr Viernau sehr gut zusammen. Und Nachwuchs werde in den Reihen der Wehr ohnehin jederzeit gebraucht. Derzeit setzt sich die Jugendfeuerwehr aus 14 Mädchen und Jungen zusammen. „Wäre schön, wenn noch einige dazukommen würden“, meinte Jugendwart Steffen Büttner. „Der Nachwuchs ist das A und O – wir wollen die Kinder für die Arbeit der Feuerwehr sensibilisieren und begeistern“, sind sich Büttner und Hellmann einig. Natürlich hatten sie auch noch einige Spiele für die Kinder vorbereitet. Ins Feuerwehrgerätehaus durften die Mädchen und Jungen nur hineinschauen.

Nach wie vor gelten dort Corona-Regeln. Die Kinder jedenfalls waren sehr glücklich und kehrten mit vielen neuen Eindrücken in ihren Kindergarten zurück. Auch der Wehrführer sprach im Nachhinein von einem erfolgreichen Vormittag. Zudem freute er sich, dass Jugendfeuerwehr und Einsatzabteilung endlich wieder mit der Ausbildung beginnen dürfen. Unter Einhaltung von geltenden Auflagen soll es schon in dieser Woche damit wieder losgehen.

 

Bilder