Feuerwehr Schneller bereit dank innovativer Schlauchtaschen

Dominik Grüber, Robert Walz und Matthias Triebel zeigen, wie das Schlauchsystem funktioniert. Foto: S/teffen Ittig

Bescherung bei der Feuerwehr in Schleusingen: Die Kameraden können nun bei Feuer noch schneller löschen – dank der zwei neuen Tacbags. Spenden machen es möglich.

Schleusingen - Einsatzbereitschaft in einem Bruchteil der herkömmlich dafür benötigten Zeit herzustellen – dazu kann die Tacbag beitragen. Sie ist ein Schlauchmanagementsystem mit 31 Metern Schlauch, der in einer Tasche auf einer Haspel aufgerollt ist. Dabei ist ein 2,50 Meter langer Kurzschlauch, an den ein Strahlrohr angekuppelt wird. Der Schlauch wird an den Verteiler aufgeklemmt – und schon ist der Trupp einsatzbereit. Beim Innenangriff beispielsweise oder auch für Löschangriffe von der Drehleiter aus kann die Technik eingesetzt werden.

Wie die handliche Tacbag funktioniert, das macht Schleusingens Wehrleiter Mathias Triebel gemeinsam mit seinen Kameraden Dominik Grüber und Robert Walz am Montag während der Dankeschön-Veranstaltung vor – und es dauert tatsächlich nur wenige Sekunden, bis aus dem Hohlstrahlrohr Wasser spritzt. 225 Liter pro Minute können so bei der Brandbekämpfung helfen.

Dass die Feuerwehr Schleusingen nun zwei Tacbags besitzt, ist zuallererst den Aktivitäten des sehr aktiven Feuerwehrvereins zu verdanken. „Unser Verein hat die Aufgabe, die Feuerwehr zu unterstützen“, erklärt Silke Lorber. Die Vereinsvorsitzende erzählt aber auch, dass ihnen das im vergangenen Corona-Jahr nicht leicht gemacht wurde. Keine Veranstaltungen waren möglich, bei denen Spenden gesammelt werden konnten oder Einnahmen in den Topf flossen, aus denen schließlich lebenswichtige „Geschenke“ für die städtische Feuerwehr gekauft werden können. Dennoch: Silke Lorber und ihre Mitstreiter haben den Kopf nicht in den Sand gesteckt und gekurbelt. Die Schleusingerin, die am SRH Zentralklinikum in Suhl arbeitet, hat auch eine Mitarbeiteraktion genutzt, um auf ihr Projekt „Tacbags“ aufmerksam zu machen. „Unter dem Motto ‚Teile dein Glück’ konnten Mitarbeiter, die ehrenamtlich tätig sind, entweder Urlaub für sich oder einen Zuschuss für ein Projekt ihres Vereins erhalten“, erzählt sie. Und so hat sie das Vorhaben Tacbags für die Feuerwehr in den Ring geworfen. Ihr Projekt sei ausgewählt worden – und ihr Arbeitgeber hat 1000 Euro hinzugegeben. Auch andere, bis auf wenige Ausnahmen Schleusinger Firmen beteiligten sich: Wiegand Glas beispielsweise, Kern Technik, die Hausärztin Jana Brodführer, CD Brandschutz, FHS Fahrzeughandel, die Vr Bank Südthüringen, SMB Maler, die Baufirma Heiko Heß, die Firma Rockenstein, die Fleischerei Fratzscher und die Frankenwald Haustechnik. Auch Privatspender sind mit im Boot.

„Ein großes Dankeschön an alle, die etwas gegeben haben“, sagt Silke Lorber, die froh ist über die große Unterstützung seitens der in der Region ansässigen Unternehmen. „Feuerwehrleute werden freigestellt, wenn es zum Einsatz geht. Das ist keine Selbstverständlichkeit“, würdigt sie. Doch sie weiß auch, dass Anschaffungen eine Win-Win-Situation für alle bedeuten, denn brennt’s, dann sind die Wehrleute mit Hilfe dieser leicht zu handhabenden Technik schneller einsatzbereit als bisher.

Seit einem Dreivierteljahr sind die Neuanschaffungen im Feuerwehrgerätehaus in Schleusingen zu finden. Und die Kameraden haben sie längst auch in Beschlag. „Wir haben schon mit den Tacbags geübt“, sagt Mathias Triebel. Allerdings hofft er, dass es bei den Übungen bleibt – und sie nicht in den Einsatz müssen.

Bürgermeister André Henneberg dankt allen Spendern. Er, selbst ein Feuerwehrmann, weiß, wie sehr die beiden Tacbags die Schlagkraft der Schleusinger Wehr erhöhen. „Sie wären sicherlich auch gut auf dem einen oder anderen Fahrzeug in den Ortsteilen aufgehoben.“

Momentan sind’s zwei – und die bleiben in Schleusingen. Doch, wer weiß, vielleicht kommt die eine oder andere noch hinzu? Silke Lorber und ihre Vereinskollegen allerdings haben schon das nächste Projekt im Kopf. Nach dem Lkw-Unfall mit einem Fußgänger in Eisfeld liegt der Vereinsvorsitzenden ein Abbiegeassistent für zwei der großen Feuerwehrfahrzeuge am Herzen. „Dafür gibt’s auch Förderung – aber die reicht nicht.“ Der Verein ist gefragt – und Spender. Vielleicht kommt ja auch der eine oder andere Euro beim Tag der offenen Tür am 18. September zusammen? Jedenfalls sind dazu alle herzlich ans Feuerwehrgerätehaus der Stadt eingeladen. ks

Autor

 

Bilder