Feuerwehr Lauscha Der liebe Gott löscht mit

Doris Hein

Ein neues Feuerwehrfahrzeuges hatte die Lauschaer Wehr am Wochenende zu feiern. Pfarrer Jörg Zech übernahm als himmlischer Vermittler die Segnung der Mitglieder der Einsatzabteilung und die Weihe des neuen Fahrzeuges, damit Gott jedem Einsatz einen segensreichen Verlauf gewähren möge.

Lauscha - „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ – so lautet der Leitspruch der Freiwilligen Feuerwehren. Und so erbaten sich im Rahmen ihrer offiziellen Vorstellung des neuen „Helfers“ Lauschas Floriansjünger auch Beistand von „ganz oben“.

Pfarrer Jörg Zech übernahm als Vermittler die Segnung der Mitglieder von Lauschas Einsatzabteilung und die Weihe des neuen Fahrzeuges, damit Gott jedem Einsatz einen segensreichen Verlauf gewähren möge.

Zech hatte auch ein überliefertes Gebet eines Feuerwehrmannes mitgebracht, das Wünsche und Gedanken der Retter auf den Punkt brachte: „Oh Herr, wenn die Sirene geht, weil uns bedroht des Feuers Wut, verleihe mir, ich bitte dich, zum Leben-Retten Kraft und Mut  ... Ich möchte gern mein Bestes geben, dem Nächsten helfen, dir zur Ehr. Denn du hast mich dazu gesandt, dass ich ihm Not und Unglück wehr“, hieß es da. Und dass es doch gelingen möge, jedermann zu retten, auch noch den schwächsten Hilferuf zu hören.

Mit Gottes Beistand

Den Rettern wünschte Lauschas Kirchenoberhaupt: „Gib, dass sie bei ihren Einsätzen bewahrt bleiben. Mach, dass sie am Einsatzort ruhig bleiben können, wenn andere verzweifelt sind. Dass sie helfen können, wo andere hilflos sind und selbst das Erlebte verarbeiten können  ...“

Zuvor hatte Stadtbrandmeister Hartmut Greiner-Stöffele die Begrüßung der zahlreichen Gäste übernommen.

Kreisbrandinspektor (KBI) Matthias Nüchterlein zählte ebenso zu ihnen wie Bürgermeister Norbert Zitzmann und weitere Vertreter von Stadt und Stadtrat oder Repräsentanten befreundeter Vereine. Für feierliche Stimmung sorgten Christin, Gabi, Sebastian und Armin als Käppler-Quartett der Stadtkapelle mit passenden Weisen.

Und ganz coronakonform war zwischendurch sogar Stoßlüften angesagt, als das neue LF10 mit Tatü-Tata vorm Feuerwehrdepot vorfuhr und für einen ersten Blick aufs „gute Stück“ die Rolltore geöffnet wurden.

Bürgermeister Norbert Zitzmann sprach in seiner Rede vom Glück, dass die Aufträge für das neue Fahrzeug noch kurz vor Corona ausgelöst werden konnten und so nur eine kurze Verzögerung zustande kam.

Er betonte aber auch, dass die modernste Technik nichts nützt, wenn keiner da ist, der sie bedient – und sprach deshalb den Kameraden als tragender und wichtigster Säule der Feuerwehrarbeit Dank, Respekt und Anerkennung aus.

KBI Nüchterlein schlussfolgerte aus einem Vergleich von altem und neuem Fuhrpark im Lauschaer Depot, dass die Kameraden der Glasbläserstadt heute technisch nicht schlecht aufgestellt seien. Und lobte die Stadt Lauscha, für welche die fast komplette Erneuerung der Einsatzfahrzeuge eine große Aufgabe gewesen sei. Trotz der neuen Technik, so Nüchterlein, wünsche er den Ehrenamtlern wenige Einsätze und dass sie aus jedem gesund wieder heimkommen.

Dem schloss sich auch der tags zuvor wiedergewählte Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Sonneberg, Peter Wangemann, an. Seine Glückwünsche verband er mit der Aussage, die neue, bessere Technik bedeute auch einen besseren Schutz für die Feuerwehrleute im Einsatz.

„Stets Wasser im Tank“ wünschte Theo Sorge, der stellvertretend für Brandschutztechnik- und Fahrzeughersteller angereist war und sich aus seiner aktiven Zeit bei seiner Heimatwehr in Meura noch erinnerte: „Wir hatten damals als erstes Fahrzeug einen B1000 aus Lauscha  ...“

Wünsche für weitere gute Zusammenarbeit sprachen die Vertreter der Bergwacht und des Wintersportvereins Lauscha aus. Sie alle hatten vorrangig Löschmittel und Spritgeld als Geschenke mitgebracht. Selbiges gab es auch von Stadträtin Andrea Köhler und vom Ernstthaler Wiegand Glas, die ebenso wie die befreundeten Wehren aus Neuhaus am Rennweg, Steinheid, Steinach, Ernstthal, Piesau, Lichte und Haselbach gratulierten und das neue Gefährt genau in Augenschein nahmen.

Von der Idee zum LF10

Zuvor hatte Wehrführer Manuel Greiner-Stöffele noch den Weg von der Idee Ende 2018 bis zum heute realen, geländegängigen und bestens ausgerüsteten LF10 Revue passieren lassen. Ein Erfolg, dem unzählige Stunden mit Vorführungen, Ausschreibungen, Baubesprechungen und Entwürfen vorangingen und der auf der Unterstützung durch zahlreiche Mitstreiter basierte: Stadtverwaltung und Landratsamt, eine extra gegründete Fachgruppe, ein äußerst enthusiastischer Wehrführer  ...

Das neue LF10 ersetzt nun 30 Jahre alte Technik durch hochmoderne. Von den Kosten in Höhe von 320  000 Euro übernahm das Land Thüringen 85  000.

Das neue Auto im Überblick

– permanenter Allradantrieb auf Iveco Eurocargo 4x4 Fahrgestell

– Singlebereifung

– voll automatisiertes Schaltgetriebe

– Motor mit 320 PS und Euro 6

– 1600 Liter Wassertank

– Feuerlöschkreiselpumpe mit mehr als 2500 Liter/Minute Förderleistung

– Lichtmast an der Bordelektronik

– Beladung nach DIN Norm LF10 inklusive aller Nachträge der DIN Norm, zum Beispiel zwei Wärmebildkameras

– Zusatzbeladung: Tragkraftspritze, dreiteilige Schiebeleiter, Greifzug, Atemschutz-Ersatzflaschen  ...

– vielfältiges Nachrüsten möglich

 

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