Feuerwehr-Bilanz Hohes Pensum – 281 Einsätze

Susann Eberlein

Die Feuerwehren der Stadt Bad Salzungen hatten im vergangenen Jahr gut zu tun: Sie mussten zu insgesamt 281 Einsätzen aus­rücken. In diesem Jahr soll das 30. Jubiläum der Jugendfeuerwehr Stadtmitte nachgeholt werden.

Katrin Heger, Leiterin der Jugendfeuerwehr Bad Salzungen, und Stadtbrandmeister Jens Barthelmäs ziehen Bilanz: Im Jahr 2021 rückten die Feuerwehren der Stadt Bad Salzungen zu insgesamt 281 Einsätzen aus. Foto: Susann Eberlein

Bad Salzungen - Brände, Ölspuren und verschlossene Türen: Insgesamt 281 Einsätze sind in der Statistik des vergangenen Jahres notiert. Darunter befinden sich 34 Brandeinsätze, 191 technische Hilfestellungen und 56 Fehlalarme. „Das Pensum war zwar hoch, aber die Einsätze waren vergleichsweise überschaubar. Als größerer Einsatz ist nur der Brand im Recyclinghof in Dorndorf zu nennen, den wir nicht selbst geleitet, aber mit Technik unterstützt haben“, sagt Stadtbrandmeister Jens Barthelmäs.

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Ob kleiner oder großer Einsatz: Mit jedem Anruf müssen die Kameradinnen und Kameraden ausrücken – und sich damit von ihrem Arbeitsplatz abmelden oder Freizeit opfern. „Das ist für uns zwar selbstverständlich, verlangt aber viel Verständnis vom Arbeitgeber und auch der Familie“, sagt Jens Barthelmäs. Eine regelmäßige Wartung der Brandmeldeanlagen, aber auch der sichere Umgang mit Kerzen oder Feuer könne helfen, die Einsätze zu reduzieren.

In der Stadt Bad Salzungen bestehen aktuell 14 Wachen mit zwölf Feuerwehren. Insgesamt 307 Kameradinnen und Kameraden sind in der Einsatzabteilung engagiert. Die Alters- und Ehrenabteilung umfasst 147 Mitglieder.

188 Kinder und Jugendliche, darunter 137 Jungs und 51 Mädchen im Alter von sechs bis sechzehn Jahren, sind Mitglieder der elf Jugendfeuerwehren im Stadtgebiet. Mit 16 Jahren dürfen sie in die Einsatzabteilung wechseln und sich zur Truppfrau beziehungsweise zum Truppmann ausbilden lassen. Sobald die Volljährigkeit erreicht ist, ist es gesetzlich erlaubt, zu Einsätzen auszurücken. „Diese Regel ist vor der Corona-Pandemie geändert worden. Im ländlichen Raum macht es uns die Arbeit nicht gerade einfacher. Es ist schwierig, die Jugendlichen bei der Stange zu halten. Das gelingt nur mit einer guten und vor allem regelmäßigen Ausbildung“, so Barthelmäs.

Eine gute und regelmäßige Ausbildung anzubieten, war 2021 nicht einfach. Die ersten fünf Monate und auch im Dezember war coronabedingt Stillstand. In den übrigen sechs Monaten konnte gearbeitet werden, „weil wir die Gruppen verkleinert und Stationen gebildet haben. Das ist auf viel Anklang gestoßen. Ich hatte das Gefühl, dass die Kameradinnen und Kameraden wirklich froh waren, wieder etwas tun zu dürfen“, erklärt der Stadtbrandmeister. In allen Standorten sind insgesamt 729 Ausbildungsstunden absolviert worden. „Das ist ein guter Schnitt für ein halbes Jahr“, befindet er.

Das 30-jährige Jubiläum der Jugendfeuerwehr Stadtmitte musste verschoben werden. Dafür will die Leiterin der Jugendfeuerwehr Bad Salzungen, Katrin Heger, in diesem Jahr einen besonderen Höhepunkt für die Nachwuchskräfte schaffen. „Wir wollen Leistungsabzeichen für alle Altersstufen ermöglichen und damit einen Anreiz schaffen“, sagt sie.

Die meisten Kinder und Jugendlichen seien der Feuerwehr aber treu geblieben. „Es gibt immer welche, deren Interessen sich ändern, die durch einen Wohnortwechsel oder aus familiären Gründen nicht mehr Teil der Feuerwehr sein können. Aber der Stand ist gut. Und das ist auch wichtig für die Zukunft. Die Einsatzabteilung besteht nur durch die Jugendfeuerwehr. Hier bringen wir ihnen alle Grundlagen bei“, sagt sie.

Die jährliche Übung für Atemschutzgeräteträger, die normalerweise im Feuerwehrtechnischen Zentrum in Immelborn absolviert wird, musste wegen dessen Schließung vor Weihnachten erstmals in Eigenregie durchgeführt werden. „André Denner und Rico Spaniol haben einen Parcours aufgebaut und einen gleichwertigen Test geschaffen, in dem die Belastungsfähigkeit getestet werden konnte“, berichtet Jens Barthelmäs.

Zum Ende des Jahres sind die Feuerwehr Tiefenort und Unterrohn fusioniert. „Das war kein Zwang. Die Feuerwehren haben sich zusammengeschlossen, damit sie in Zukunft noch leistungsfähiger sein können“, sagt der Stadtbrandmeister. Im März 2022 steht die Wahl einer neuer Wehrführung an.

Die Ausrüstung der Feuerwehren werde kontinuierlich erneuert, im vergangenen Jahr etwa die Ausrüstung der Atemschutzgeräteträger im Moorgrund. Die Außenstelle der Feuerwehr Stadtmitte in Langenfeld durfte sich über einen neuen Mannschaftstransportwagen freuen.

Für dieses Jahr sind keine größeren Investitionen geplant. Dafür soll die Umstellung von Analog- auf Digitalfunk abgeschlossen werden. „Das ist ein größerer Posten, weil alle Kameradinnen und Kameraden eine Schulung bekommen müssen, um ihn anwenden zu dürfen“, erklärt Jens Barthelmäs.