Ausgelaufene Kühlmittel sorgten am Samstagnachmittag für einen Großeinsatz im Ilmenauer Kaufland. Drei Menschen müssen ins Krankenhaus.
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Auch wenn drei Menschen ins Krankenhaus gebracht werden mussten, eine akute Lebensgefahr bestand aut Kreisbrandinspektor Sebastian Arnold nicht. Dieser hatte im Laufe des Nachmittages die Einsatzleitung übernommen. Nicht etwa, weil die Ilmenauer Feuerwehr dazu nicht in der Lage gewesen wäre, sondern weil es sich um einen größeren Einsatz mit der Beteiligung von Gefahrstoffen handelte und neben der Feuerwehr auch der Rettungsdienst koordiniert werden musste. In so einem Fall liegt die Zuständigkeit beim Kreisbrandinspektor, der im Landratsamt Leiter des Amts für Brand und Katastrophenschutz ist.
„Die Freiwillige Feuerwehr Ilmenau hat sehr gute Arbeit geleistet“, betonte Sebastian Arnold am Sonntag im Gespräch mit Freies Wort. Nachdem sich Bürger nach einem Einkauf im Ilmenauer Kaufland mit Unwohlsein und Kopfschmerzen bei der Rettungsleitstelle des Ilm-Kreises gemeldet hatten, löste diese um 15.38 Uhr am Samstagnachmittag Alarm aus. Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Ilmenau befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch in Gehren beim Schornsteinbrand. Stadtbrandmeister Andreas Meißler eilte umgehend zum Einkaufsmarkt.
Schnell stellten die Einsatzkräfte fest, dass aus der Kühlanlage Kühlmittel ausgetreten waren. Im Bereich der Fleischtheken fanden die Kameraden eine Nebelbildung vor. Nach erfolgreicher Feststellung, um welchen Stoff es sich handelte, erfolgte auf Grund der akuten Gesundheitsheitsgefährdung eine Räumung des Einkaufsmarktes. Weitere Kunden und Mitarbeiter Kunden klagten über Kopfschmerzen. Die Gefahr eines Kühlmittelaustritts liege darin, dass es bei höherer Konzentration bis zur Ohnmacht führen könne, erklärte Arnold. Dies war in Ilmenau allerdings nicht der Fall.
„Insgesamt waren 27 Personen betroffen“, berichtete Sebastian Arnold. Drei Mitarbeiterinnen wurden durch den Rettungsdienst behandelt und zur Sicherheits ins Krankenhaus gebracht. Die anderen 24 Personen wurden untersucht sowie namentlich erfasst, konnten, da sie keine Beschwerden aufwiesen aber nach Hause entlassen werden. Im Eingangsbereich des Supermarktes war für die Untersuchungen ein Behandlungsplatz eingerichtet worden. Betroffen gewesen sei vor allem das Personal des Marktes, das sich längere Zeit im Bereich der Kühltheken aufhielt.
Neben etwa 20 Ilmenauer Einsatzkräften mit fünf Fahrzeugen wurde auch der dem Gerätewagen-Mess der Freiwilligen Feuerwehr Plaue zur Einsatzstelle gerufen, um Messungen vorzunehmen. Auch ein Techniker der Handelskette kam zeitnah vor Ort und unterstützte die Kameraden bei der Suche nach dem Leck. Dieses wurde entdeckt und anschließend abgedichtet. Die Räumlichkeiten wurden durch Öffnen der Notausgänge belüftet. Gefahr für die Umwelt bestand dabei keine. „Der Stoff verdünnt sich sofort an frischen Luft“, versicherte Sebastian Arnold.
Neben dem Rettungsdienst war auch die Polizei alarmiert worden, die bei der Sicherung des Gebäudes half. Auch sie lobte den reibungslosen Ablauf des Einsatzes. „Dank des schnellen und umsichtigen Einsatzes aller beteiligter Rettungskräfte, aber auch durch das disziplinierten Verhalten der Kundschaft während der Evakuierung konnten weitere Gesundheitsgefahren vor Ort abgewehrt werden und es kamen keine weitere Personen zu Schaden“, hieß es im Polizeibericht. Alle Kunden und das Personal hätten den Gefahrbereich geordnet verlassen. Der Einsatz dauerte etwa drei Stunden.
So einsatzreich wie das neue Jahr für die Freiwillige Feuerwehr Ilmenau begann, so ruhig hatte das alte geendet. „Wir hatten in diesem Jahr wirklich eine ruhige Silvesternacht“, blickte Andreas Meißler zurück. Einzig eine Tragehilfe im Fall einer gestürzten Person im Bereich des Gasthauses „Fridolin“ und ein Einsatz bei einer brennenden Gartenhütte in Gehren standen an.
Das Ilmenauer Kaufland bleibt bis zur vollständigen Reparatur des Kühlmittelsystems geschlossen. Ersten Schätzungen zufolge liefen rund 400 Kilogramm Kühlmittel aus.