Festtagsbraten Die Klassiker auf der gedeckten Festtafel

Annett Recknagel

Enten- und Gänsebraten gehören zu Weihnachten dazu. Steffen Eck hat vorgesorgt und kann den Wünschen seiner Kundschaft nachkommen.

Floh-Seligenthal - Gänsebraten, Gänsefett, warme Federn für das Bett – schon dieses Kinderlied zeigt, dass die Gans ein Nutztier ist. Zu DDR-Zeiten gab es die beliebte Sendung „Zwischen Frühstück und Gänsebraten“ – ein Muss an jedem ersten Weihnachtsfeiertag. Auch durch Märchen wie „Die goldene Gans“ wurde das gefiederte Wesen bekannt. „Die Gänsehirtin am Brunnen“ kennt jedes Kind. Den Ausspruch „Du dumme Gans“ vermutlich auch.

Wobei Gänse eigentlich gar nicht so dumm sind,meint zumindest Steffen Eck. Er züchtet diese Tiere seit „Urzeiten“, ist Mitglied im Rassegeflügelzuchtverein Struth-Helmershof und hält sich prächtige Tiere. Auf der anderen Seite aber ist ihm die Gans als Nutztier sehr wohl bekannt. Die Ente auch. Beides sind saisonal erwünschte Leckerbissen. Was wäre ein Weihnachtsfest ohne Gänsebraten? „Entenbraten ist auch ein Gaumenschmaus“, weiß Steffen Eck. Ab Herbst häufen sich für Enten und Gänse die Nachfragen. Beide Tierarten züchtet der Floher.

Seine ersten Entenküken im Jahr schlüpfen im Mai, um rechtzeitig im Oktober/November einen leckeren Braten abzugeben. Kleinere Landenten bringen 2,5 Kilogramm auf die Waage. Mulardenenten haben ein Gewicht zwischen drei und dreieinhalb Kilogramm. Dass in der Vorweihnachtszeit der Entenbraten in der Region sehr beliebt ist, weiß Steffen Eck.

Die Hausgans hat schon um den Martinstag herum Konjunktur. In vielen Familien wird diese Tradition praktiziert. „Wenn der 11. November ein Wochentag ist, dann gibt es den Gänsebraten meist am Wochenende“, weiß Eck. Und zu Weihnachten brutzelt die Gans in den Bratpfannen vieler Menschen. Im Gegensatz zu Enten brauchen Gänse drei Tage mehr, um ihre Eier auszubrüten. Ein gutes halbes Jahr werden die Tiere dann gut gefüttert. Steffen Eck achtet darauf, dass sie nicht ganz so viel Fett ansetzen. Der überwiegende Teil der Enten, die er verkauft, stammt aus seinen eigenen Beständen und ist auf seinem Archehof groß geworden. Bei den Gänsen ist es umgekehrt. Um die 100 Tiere sind bei Steffen Eck aufgewachsen. Der Großteil hatte sein Zuhause auf dem Geflügelhof in Ermstedt zwischen Gotha und Erfurt. Das Unternehmen ist EU-zertifiziert und Steffen Eck arbeitet mit dem Betrieb sehr gut zusammen.

„Auf Sicherheit und Qualität lege ich sehr großen Wert“, sagt er. Freilich weiß er, dass durch Corona in diesem Jahr in Sachen Weihnachtsgeflügel mit Lieferengpässen zu rechnen ist. Seinen Archehof treffe das nicht. Wobei Corona nicht der einzige Grund ist. Den Ausbruch der Vogelgrippe in diesem Frühjahr in Norddeutschland dürfe man auch nicht vergessen. „Zuchtstämme waren sehr betroffen“, weiß Eck. Weil die Tiere notgeschlachtet werden mussten, fiel eine ganze Generation an Enten und Gänsen weg. „Und das schlägt sich jetzt natürlich nieder“, so Eck.

Natürlich gibt es wegen des Geflügels bei ihm momentan sehr viele Anfragen. Bislang konnte er alle positiv beantworten. Übrigens konnten die Besucher des Erntefestes im Oktober auf dem Schmalkalder Altmarkt ihren potenziellen Weihnachtsbraten schon begutachten. Auf einem Anhänger hatte Steffen Eck einige Enten und Gänse zum Betrachten geliefert. „Es gab damals Aussagen, dass die Tiere viel zu schön zum Schlachten seien“, erinnert sich Eck und schmunzelt. Eben, weil er die Enten zum Großteil selbst züchtet, gibt es vor Weihnachten keine Defizite. Bei den Gänsen hofft er ähnliches und möchte gern auch allen Bestellungen gerecht werden. „Wenn sie alle sind, sind sie alle“, sagt er. Denn auch für seine Einrichtungen – sprich Essen auf Rädern und die pflegerischen Abteilungen – sind Gänse eingeplant, um an den Weihnachtstagen „die Klassiker“ mit Rotkohl und Klößen im Angebot zu haben.

Bei Vorbestellungen bei Landgut Genuss aber gibt es gute Chancen auf eine frische oder auf eine eingefrorene Weihnachtsgans. Eck spricht von mehreren Schlachttagen im regulären Rhythmus. Für ihn ist es es ganz wichtig, dass die Leute wissen, wo ihr Weihnachtsbraten herkommt. „Unsere Enten und Gänse wachsen unter natürlichen Bedingungen auf“, sagt er. Seine Tiere haben entsprechend Auslauf, ein großes Terrain mit Teich und viel Platz. Derzeit ist der Bereich neben dem Betreuten Wohnen, wo sich Enten und Gänse sehr wohl fühlen, in Struth-Helmershof etwas matschig. Das aber kommt dem lieben Federvieh zugute. Enten lieben den Matsch, Gänse sind eher für Grünes zu begeistert. Wie dem auch sei: anschließend wird sich wieder geputzt.

In Floh hält Steffen Eck auch Truthähne. Die aber sind hierzulande nicht ganz so beliebt wie in Amerika. Trotzdem hat Steffen Eck an diesen Tieren seinen Spaß. Außerdem würden sie sehr gut schmecken. „Die Puten habe ich für mich und die esse ich auch selber“, sagt er und lacht.

 

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