Im Thüringer Wald liegt die Wiege der deutschen Korkenzieherproduktion. Steinbach-Hallenberg (zwischen Oberhof und Schmalkalden) ist sogar zu einem weltweit bedeutenden Zentrum der historischen Korkenzieherfertigung geworden.
Nägel kommen aus dem Baumarkt und Korkenzieher aus dem Supermarkt? Im Metallhandwerksmuseum Steinbach-Hallenberg lernen Kinder, wie diese Dinge vor nicht allzu langer Zeit in Handarbeit gefertigt wurden.
Im Thüringer Wald liegt die Wiege der deutschen Korkenzieherproduktion. Steinbach-Hallenberg (zwischen Oberhof und Schmalkalden) ist sogar zu einem weltweit bedeutenden Zentrum der historischen Korkenzieherfertigung geworden.
Nach der Werbung weiterlesen
Lokale Schmiede entwickelten zahlreiche regionale Varianten. Die örtlichen Korkenziehermacher brachten mehr als 130 Patente und Gebrauchsmuster zur Anmeldung.
Jeden Mittwoch bis Oktober steht das Schauschmieden von Nägeln und Korkenziehern auf dem Programm. Zwischen 10 und 12.30 Uhr entstehen unter Funkenflug und Hammerschlägen aus glühendem Eisen Korkenzieher, Nägel und kleine Kunstwerke entstehen – gefertigt in traditioneller Handarbeit von einem erfahrenen Schmied.
Im Metallhandwerksmuseum steht die Geschichte des metallverarbeitenden Gewerbes im Haselgrund im Mittelpunkt. Besonders die historische Korkenzieherwerkstatt und die rekonstruierte Nagelschmiede veranschaulichen zwei Handwerke, die die Region über viele Jahrzehnte geprägt haben.
Die Nagelschmiede auf dem Museumsgelände wurde in Fachwerkbauweise des 19. Jahrhunderts rekonstruiert. Sie zeigt die Arbeitsbedingungen jener Zeit, als Nägel noch in Handarbeit gefertigt wurden. Auf engem Raum entstanden mit einfachen Werkzeugen verschiedene Nageltypen für unterschiedliche Verwendungszwecke. Bei Vorführungen wird die traditionelle Herstellung am Schmiedefeuer demonstriert.
Einen anderen Schwerpunkt setzt die historische Korkenzieherwerkstatt. Das um 1900 vom Korkenzieherschlosser Johann Friedrich Recknagel errichtete Gebäude wurde 2005 auf das Museumsgelände umgesetzt. In neun Werkstatträumen wird der Herstellungsprozess eines Korkenziehers nachvollziehbar dargestellt – vom Schmieden einzelner Bauteile bis zur Montage des fertigen Produkts.
Die Werkstatt dokumentiert zugleich die Bedeutung der Korkenzieherproduktion für Steinbach-Hallenberg. Korkenziehermacher der Region meldeten mehr als 100 Patente und Gebrauchsmuster an. Das Museum zeigt damit neben den handwerklichen Arbeitsabläufen auch die technische Entwicklung eines Gewerbes, das weit über die Region hinaus bekannt wurde.
Ergänzt werden Nagelschmiede und Korkenzieherwerkstatt durch Ausstellungen zur Geschichte des Haselgrunds und zum Kleineisengewerbe. Sie geben Einblicke in die Lebens- und Arbeitswelt einer Region, deren wirtschaftliche Entwicklung über Jahrhunderte eng mit der Metallverarbeitung verbunden war.
Das Metallhandwerksmuseum kann montags bis donnerstags von 10 bis 17 Uhr sowie freitags und samstags von 10 bis 16 Uhr besucht werden (ab November aber verkürzte Öffnungszeiten). Die Museumskasse sowie der Museumsshop befinden sich in der Tourist-Information Steinbach-Hallenberg in der Hauptstraße 46 gegenüber dem Museum.
Der reguläre Eintritt beträgt sechs Euro für Erwachsene und 4,50 Euro für Ermäßigungsberechtigte. Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt. Eine Familienkarte kostet 18 Euro. Wer eine Sonderausstellung besucht, an einer Führung teilnimmt oder eine Schauschmiede-Vorführung erlebt, zahlt einen Euro mehr. Inhaber der Thüringer Wald Card erhalten eine Ermäßigung von 30 Prozent auf den Eintritt. Mit der Thüringer Wald All In Card ist ein einmaliger Museumsbesuch kostenfrei möglich. www.metallhandwerksmuseum.de