Ferientipp Ausstellung zur Thüringer-Wald-Autobahn

Seit 25 Jahren führen A71 und A73 durch die Urlaubsregion Thüringer Wald. Eine Ausstellung in Suhl würdigt das Jubiläum. Die Autobahn bietet einige spektakuläre Rekorde. Staus kennt sie kaum.

Die Thüringer-Wald-Autobahn aus A71 und A73 gilt als die schönste Autobahn Deutschlands. Das Foto zeigt die A71 bei Geraberg. Foto: picture alliance/dpa/Martin Schutt

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen zeigt gemeinsam mit dem Fahrzeugmuseum Suhl vom 23. Juli bis 23. September die Ausstellung „25 Jahre Thüringer-Wald-Autobahn und 20 Jahre Haseltalbrücke“. Die Schau im Haus der Wirtschaft in Suhl widmet sich Planung, Bau und Bedeutung der Autobahnen A71 und A73 für Südthüringen.

Nach der Werbung weiterlesen

Mit der Thüringer-Wald-Autobahn entstand eines der technisch anspruchsvollsten Straßenbauprojekte Deutschlands. Die Trassenführung durch den Thüringer Wald erforderte den Bau zahlreicher Tunnel und Talbrücken.

Die teuerste Autobahn Deutschlands

Zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung galt die A71 gemessen an den Baukosten je Kilometer als teuerste Autobahn Deutschlands. Gemeinsam mit der A73 verbesserte sie die Erreichbarkeit Südthüringens.

Die Ausstellung zeigt historische Planungsunterlagen, Modelle, Fotografien, originale Bauteile, Bohrkerne sowie weitere Exponate aus der früheren Autobahnausstellung. Dokumentiert werden die Planung und der Bau der beiden Autobahnen sowie die technischen und logistischen Herausforderungen des Projekts. Die Exponate waren über Jahre eingelagert und werden nun erneut öffentlich präsentiert.

Nach Angaben der IHK wurde die Wiederbelebung der Ausstellung durch den ehemaligen Bauoberleiter der A71/A73, Dieter Engel, und den Leiter des Fahrzeugmuseums Suhl, Thorsten Orban, ermöglicht. Die IHK Südthüringen stellt für die Dauer der Ausstellung die Räumlichkeiten im Haus der Wirtschaft zur Verfügung.

„Mit der Thüringer-Wald-Autobahn wurde ein Meilenstein für die Entwicklung Südthüringens geschaffen. Die bessere Anbindung hat Thüringens Süden als Wirtschaftsstandort nachhaltig gestärkt und Unternehmen neue Möglichkeiten eröffnet. Die Ausstellung macht deutlich, welche planerischen, technischen und logistischen Leistungen hinter diesem Jahrhundertprojekt standen“, erklärte Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen.

Atemberaubende Rekorde

Zu den markanten Bauwerken der A71 zählt die Talbrücke Wilde Gera. Mit einer Spannweite von 252 Metern ist sie die größte Stahlbetonbogenbrücke Deutschlands, die eine Straße überführt. Der Rennsteigtunnel ist mit 7916 Metern Länge der längste Straßentunnel Deutschlands und zählt zu den längsten zweiröhrigen Straßentunneln Europas.

Jahr 2000: Bau der Talbrücke Wilde Gera. Foto: picture-alliance / dpa/Stefan_Thomas

Auch die A73 weist mehrere Besonderheiten auf. Aufgrund der topografischen Bedingungen im Thüringer Wald und bestehender Naturschutzgebiete wurde auf Tunnelbauwerke verzichtet. Stattdessen entstanden zahlreiche Großbrücken.

Bau der Haseltalbrücke über Suhl. Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb/Martin Schutt

Im thüringischen Streckenabschnitt wurde mit der 82 Meter hohen Haseltalbrücke über Suhl-Heinrichs das höchste Bauwerk der gesamten Trasse errichtet. Die Autobahn verläuft östlich an Coburg vorbei und bindet auch den Raum zwischen Coburg und Sonneberg an.

Die Ausstellung wird am Donnerstag, 23. Juli, von 16 bis 18 Uhr im Haus der Wirtschaft der IHK Südthüringen in der Suhler Bahnhofstraße eröffnet. Der Besuch der Ausstellung ist während der Öffnungszeiten der IHK von montags bis freitags kostenfrei möglich. Besucher aus der Ferne können entspannt anreisen: Staus sind auf der Thüringer-Wald-Autobahn so gut wie unbekannt.