Feier auf der Glücksburg Die Oma wird zum Burgfräulein

Kurt Lautensack
„Solch ein Gewimmel möcht’ ich seh’n“, heißt es bei Goethe. Foto:  

Die Rentner in Römhild dürfen sich wie der Hochadel fühlen. Ihre Seniorenfeier fand in Schloss Glücksburg statt – nach der Corona-Zwangspause der passende Ort.

Die Seniorenfeiern der vergangenen Jahre in Römhild boten stets gute Gelegenheiten zu einem Plausch und Gebabbl unter Freunden und Bekannten. Doch dann kam Corona.

Die Seuchenzeit liegt nun in der Vergangenheit. Im hinteren Römhilder Schlosshof der Glücksburg fand nun die lange vermisste Seniorenfeier der Einheitsgemeinde Stadt Römhild statt, zu der die Stadtverwaltung alle Rentner eingeladen hatte.

Die einen suchten ein schattiges Plätzchen unter blühenden Kastanienbäumen, andere ließen sich von der Sonne bescheinen bis sie der Schatten des dichten Blätterdaches ebenfalls erreichte. Dabei war es der zweite Anlauf für einen solchen gemeinsamen Treff, nachdem die erste Variante gescheitert war.

Nachdem die Pandemie zwei Jahre die Weihnachtsfeiern verhindert hatte, erklärte Bürgermeister Heiko Bartholomäus zur Begrüßung der 150 Rentnerinnen und Rentner, hatte sich die Stadtverwaltung etwas Besonderes einfallen lassen. Da es zwei Mal zur Weihnachtszeit nicht geklappt hatte, hatte sich der Stadtrat schon vor Monaten für den Monat Mai entschieden. Geplant war eine gemeinsame Seniorenfeier auf dem Plateau des ehemaligen Gleichamberger Bruches auf dem Großen Gleichberg. Die sei jedoch aus naturschutzrechtlichen und anderen Gründen nicht gestattet worden und so entschied man sich für den Schlosshof von Römhild. Für alle bestand durch eingesetzte Busse ein Fahrgelegenheit. Und es sollte für alle Teilnehmer ein vergnüglicher und unterhaltsamer Mittwochnachmittag werden. Für musikalische Schmankerln aus der Jugendzeit der Senioren, mit Schlagern, Stimmungs- und Volksliedern sorgte eine Band aus der Römhilder Partnerstadt Bad Königshofen. Es war Clemens Behr, Altbürgermeister von Bad Königshofen, mit seiner 17 Mann starken „Promi-Band“. „Dessingä häldjung“ (das Singen hält jung) stand auf einen Schild, mit dem Clemens Behr zum Mitsingen animierte. Und da die Musiker ebenfalls alle dem Jugendalter entwachsen waren, ließen sie den Seemann hinaus aufs Meer fahren, kletterten in die Berge von Montana, forderten auf „Fliege mit mir in die Heimat“, wo schon die „Schwarze Natascha“ mit einem kühlen Tropfen vom besten Hopfen wartete.

Natürlich war es nicht die Natascha, sondern die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die sich mächtig ins Zeug legten und besagten Tropfen ausschenkten. Aber nicht nur den, denn sie hatten sich wie gewohnt bei einer solchen Feier auf beste Versorgung eingestellt. Es fehlte weder Kaffee und Kuchen, noch die verschiedenen Getränke von Wasser bis Wein. Die Kuchenteller waren gerade leer, da glühte bereits der Rost, so dass niemand auf eine Bratwurst verzichten musste.

Ein Dankeschön ging an alle aus der Stadtverwaltung, die kein Glas austrocknen ließen und auch sonst für einen angenehmen Aufenthalt sorgten. Die Musik war längst verklungen, nicht aber die vielen netten Gespräche an den Tischen oder das Schulterklopfen, froh darüber, wieder einen alten Bekannten getroffen zu haben.

 

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