Fazit zum Theresienfest: Es war gut, aber es geht besser

Impressionen vom Hildburghäuser Theresienplatz. Foto:  

Das 30. Theresienfest ist vorbei. Zeit für ein Fazit. Klar ist für alle: Das Traditionsfest hat Zukunft, braucht jedoch teilweise neue Impulse.

Während die offiziellen Auswertungsrunden noch in der Planung sind, kann Hildburghausens Bürgermeister Tilo Kummer schon eines klar sagen: „Ich bin froh über den Erfolg des Theresienfestes 2022 und allen dankbar, die an der Durchführung beteiligt waren. Schon der Start mit dem Fackelumzug war gelungen. Dabei hatte ich zuvor große Sorge, ob wir nach der zweijährigen Pause alles hinkriegen. Es war mein erstes Theresienfest als Bürgermeister. In der Stadt gab es verschiedene Personalwechsel. Wir mussten die Planung neu strukturieren. Außerdem haben wir die Kulturevents 2022 erstmals extern vergeben und die Agentur Moon-Circus damit beauftragt. Dadurch kamen während der Planungsphase Fragen auf. Zum Beispiel, wer die Organisation des Festumzuges übernimmt. Da ist uns aufgefallen, dass das nur die Stadt übernehmen kann wegen der Daten, die dafür benötigt werden. Dabei haben wir gemerkt, dass wir unsere Datenbanken überarbeiten müssen, weil es natürlich in den vergangenen zwei Jahren Veränderungen in der Vereinslandschaft gab. All diese Themen sammeln wir gerade und beziehen sie in unsere Auswertungen ein, schauen dann, was anders werden muss, welche Aufgaben wir in die neue Ausschreibung für die Kulturevents 2023 aufnehmen müssen. Die Ausschreibung werden wir so platzieren, dass der Vertrag ab Anfang Januar 2023 greift und ausreichend Vorbereitungszeit für alle Veranstaltungen bleibt. Das Theresienfest wird eine feste Größe im städtischen Kulturkalender bleiben. Es hat den Menschen Freude gebracht. Außerdem hat es Impulse für das Vereinsleben in der Stadt gesetzt. Möglicherweise könnte der Rummel 2023 größer werden. Das Theresienpaar sollten wir eventuell als Botschafter der Stadt aufbauen. Außerdem sollten wir Kontakt zu München aufnehmen wegen des 200. Thronjubiläums von Königin Therese.“

Da für den Bürgermeister der wichtigste Aspekt des Theresienfestes war, den Bürgern eine Plattform zum Feiern und Spaß haben zu bieten, sieht er die durch den Theresienumzug entstandene Verschmutzung in der Stadt weniger kritisch. „Die Stadt hat sich des Themas angenommen, dass Schnipsel im Feuerlöschteich gelandet sind und wird einen Weg suchen, das Problem zu lösen. Die Umwelt ist uns wichtig, die Freude aber auch“, erklärte er.

Zu den Zukunftsthemen in puncto Theresienfest gehört für ihn ebenfalls die Entwicklung des Theresienplatzes. Diese soll in das städtische Entwicklungskonzept einfließen. Denkbar ist eine Erschließung des Platzes als Caravanstellplatz, mit der die entsprechende Infrastruktur – also Wasser- und Stromanschlüsse – geschaffen werden würden.

Bei allen offene Optionen für das Theresienfest 2023, ist ein Thema unverrückbar: „Ich werde mir keine Trachtenhose kaufen“, sagte Tilo Kummer und setzt auch im nächsten Jahr auf Anzug und Hemd zum städtischen Event, obwohl in Kindheitstagen durchaus eine kurze Lederhose zu seinen Outfits gehörte.

Festwirt Michael Heidinger hat noch keinen Kassensturz geschafft, sein Bauchgefühl sagt ihm allerdings, dass es ein erfolgreiches Fest war. „Wir haben gutes Feedback bekommen, auch wenn die Besucherzahlen nicht optimal waren. Sie waren schwankend. Donnerstagabend waren es ungefähr 300 Besucher, Montag rund 2000. Insgesamt kamen rund 5000 Leute zum Theresienfest 2022. Sie haben gut gegessen, aber weniger Bier als früher konsumiert. Für die nächsten Feste steht im Raum, die Öffnungszeiten des Rummels effizienter zu gestalten und das Feuerwerk früher zu zünden, dass auch die Kinder etwas davon haben.“

Das Theresienpaar – zum zweiten Mal vertreten durch Kathleen Goldschmidt und Jan Wäschenfelder – hat sich sehr wohl und durch die Organisatoren gut betreut gefühlt und war wohl das gefragteste Fotomotiv während des Theresienfestes 2022. „Es hat sich toll angefühlt, die ganze Zeit vor Ort zu sein und von den Leuten angesprochen zu werden. Wir haben unsere historischen Rollen ausgefüllt und waren dabei sehr nahbar. Bei den Unterhaltungen konnten wir Wissen über das Königspaar und deren Bezug zum Theresienfest vermitteln. Das geht uns immer mehr in Fleisch und Blut über. Es bereitet uns Spaß. Wir fänden es gut, wenn sich sich Fest weiterentwickelt“, sagten sie. Zielführend wäre es aus ihrer Sicht, wenn das Theresienpaar ganzjährig die Stadt repräsentieren würde, zum Beispiel zum Kuhschwanzfest in Eisfeld, zu städtischen Veranstaltungen oder auch zu Besuchen in der Partnerstadt Würselen.

Danny Brohm, der das Fest 2015 als Festwirt und 2019 als städtischer Kulturamtsleiter begleitete, organisierte es in diesem Jahr im Auftrag der Stadt mit seiner Eventagentur. „Es war ein schönes Fest mit Gästen aus nah und fern. Allerdings hat man schon gemerkt, dass die aktuelle Energiepolitik ihre Schatten vorauswirft. Die Leute fangen an zu sparen“, sagte er.

Für ihn hat sich 2022 ganz klar abgezeichnet, dass das Theresienfest letztendlich nur dauerhaft Erfolg haben wird, wenn es einen festen Standplatz mit entsprechender Infrastruktur bekommt. Dabei denkt er an Eisfeld und das Kuhschwanzfest. „Dort steht das Festzelt im Otto-Ludwig-Garten. Davor ist Platz für Rummel. Warum verlagern wir nicht unser Theresienfest in den Schlosspark in Hildburghausen? Der Rummel hätte in der Helenenstraße ausreichend Platz. Parkplätze gibt es auch genügend.“

Florian Kirner, Chef des Werberings und Mitinitator der neu gegründeten Hildburghäuser Theresiengesellschaft resümiert: „Die problematische Situation in der Stadt war dem Theresienfest anzumerken. Trotzdem war es eine gelungene Veranstaltung! Bis zum 200. Krönungsjubiläum von Königin Therese haben wir aber nur noch drei Jahre Zeit. Bis 2025 sollte das Theresienfest deshalb deutlich gestärkt und stellenweise auch ein bisschen neu erfunden werden. Das Theresienfest kann durchaus auch überregionale Strahlkraft entwickeln. Aber dafür müsste es mehr sein als ein Mini-Oktoberfest. Es muss seinen ganz eigenen Charakter und Charme entfalten – und fest verankert sein im Leben der Stadt. Wenn viele Leute, Vereine, Institutionen und Firmen zusammen helfen, ist das machbar. Die Theresien-Gesellschaft steht bereit. Der Werbering wird sich 2023 am Fest-Umzug beteiligen.“

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