Arnstadt
„Ich sehe, es geht noch. Darauf haben wir so lange gewartet, über ein Jahr“, freute sich Narrhalla-Präsident Norbert Fuchs in Arnstadt, nachdem er Punkt 11.11 Uhr vom zahlreich auf dem Marktplatz erschienenen Publikum die ersten „Bock Arnscht“-Rufe abgefordert hatte. Die Freude, endlich wieder gemeinsam feiern zu können, war allen Narren anzumerken. Und da man nicht weiß, was die nächsten Wochen bringen werden, wurde gleich einmal ein kleines Programm auf die Bühne gestellt, mit Gesang und Tanz der beiden Arnstädter Karnevalvereine.
Zunächst aber musste Bürgermeister Frank Spilling den Rathausschlüssel ans Prinzenpaar Sebastian II. und Ulrike II. abgeben. Allzu sehr sträubte sich das Stadtoberhaupt nicht dagegen. In seiner launigen Rede beklagte sich Spilling über die Bürger, die offene Rathaustüren gefordert und die Büroruhe gestört hätten. Und auch sonst zeige sich das Volk undankbar. „Bau ich Straßen, schreien sie Stau, bau ich keine, nölen sie auch. Bau ich Häuser auf den Äckern, gibt es wieder was zu meckern. Rettet unsere Streuobstwiese."
„Nehmt den Schlüssel, lasst mich in Ruhe. Ich will eine Alm, kauf mir eine Kuh, die ist dankbar, friedlich, niedlich, nölt nicht rum und sagt, ich will nicht“, meinte Spilling abschließend. Mit den Narren werde alles besser, versprach Prinz Sebastian II. „Statt langweiliger Stadtratssitzungen machen wir ausgelassene Stimmung im Rathaus, statt hoher Papierstapel gibt es bei uns nur Konfetti, statt ellenlanger Diskussionen gibt es bei uns Spontanität und Frohsinn“, sagte er.
Ob die Narren am Aschermittwoch wirklich den Rathausschlüssel wieder rausrücken, ließen sie offen. Sollte es coronabedingt doch nichts werden mit den Karnevalsfeiern im Januar und dem Umzug im Februar, dann werde man einfach weiter regieren, bis 2023 oder auch bis 2030, ließen sie wissen.
Ihren Blumenstrauß kann Ulrike II. auch bis dahin nutzen, ließ sie doch wissen, dass sie gern auf den sonst obligatorischen frischen Blumenstrauß zu jedem Auftritt verzichte. Das Geld möge lieber für das soziale Projekt des Prinzenpaares gespendet werden – Sportgeräte für die Kindergärten.
Das letzte Arnstädter Prinzenpaar, Ulrike I. und Marko I, aus der Saison 2019/20 übergab neben dem Zepter auch noch ein paar gute Ratschläge. „Es wird eine ganz tolle Lebenserfahrung werden, die ihr habt“, sagten sie.