Fanclub des VfB 91 Suhl Mit oder ohne Hymne: alwaySUHLtras!

„Vielleicht gibt es unsere Trikots ja auch mal im Fanshop, wenn wir 1000 Mitglieder haben.“ Derzeit sind es elf. Foto: Bastian Frank / frankphoto.de Foto:  

Die Fanwelt ist eröffnet, die offizielle Vereinshymne komponiert. Doch wie kommt der ganze Rummel bei den Fans des VfB Suhl an? Wir fragten bei einem der Fanclubs nach.

Suhl - Jürgen Rieder hat in seinem Fanleben schon einiges mitgemacht beim VfB 91 Suhl. Zwei Insolvenzen zum Beispiel, eine davon in hauptverantwortlicher Funktion, erzählt Rieder. Seiner Leidenschaft für den kleinen Volleyballverein hat das keinen Abbruch getan. Heute ist der 70-Jährige Mitglied des Fanclubs „alwaySUHLtras“ und pflegt die Statistiken des Bundesliga-Teams.

Und auch wenn die Tiefpunkte der Vereinsgeschichte, von denen Rieder spricht, erst wenige Jahre zurückliegen, scheinen sie doch eine gefühlte Ewigkeit her zu sein. Die Euphorie beim Verein, dessen erste Frauen-Mannschaft in der Volleyball-Bundesliga spielt, ist groß. Vor 30 Jahren wurde der VfB 91 Suhl gegründet. Zum Geburtstag hat er sich mit einigen Dingen beschenkt, die laut Klub einmalig im deutschen Volleyball-Oberhaus sind.

Da wäre zum einen natürlich die Fanwelt in der Suhler Innenstadt, deren Eröffnung in ganz Thüringen für mediales Interesse sorgte. Da wäre aber auch eine weitere einmalige Sache, die helfen soll, das ganze Unternehmen noch professioneller aufzustellen: Seit vergangenen Samstag, dem Eröffnungstag der Fanwelt im Hochhaus zwischen Herrenteich und Einkaufszentrum Am Steinweg, ist die offizielle Vereinshymne des VfB 91 Suhl erhältlich.

Alex Becker, ein Rheinländer, dessen Heimat seit zehn Jahren Suhl heißt, hat „Vorwärts mit Herz“ geschrieben. Ein rockiges Drei-Minuten-Stück mit schweren Gitarren, und einer Männerstimme, die singt: „Wir geben niemals auf. Und kämpfen um jeden Punkt. Vorwärts mit Herz – Wir sind der VfB Suhl“.

Komponist Alex Becker sagt zur Eröffnung der Fanwelt, dass der Song bereits einige Tausend Male auf den digitalen Musik-Plattformen angehört worden sei. Auch Suhls Oberbürgermeister André Knapp soll sich „wohlwollend“ geäußert haben.

Und wie finden die, die die Hymne ab der kommenden Saison bei den Spielen laut singen sollen, die neueste Innovation des Vereins?

Am Tisch des Fanclubs „alwaySUHLtras“ ist man noch unschlüssig. Prinzipiell sei das, sagt Christian Heydenbluth, eine „super Sache“ für so einen kleinen Verein wie es der VfB Suhl ist. Dass der Klub unbedingt so etwas wie eine Hymne brauche, die die Anhänger aus voller Kehle mitsingen können, geisterte schon lange in den Köpfen der Edelfans herum. Und tatsächlich gab es bislang zumindest für die „alwaySUHLtras“ eine inoffizielle Vereinshymne, sagt Christian Heydenbluth: Das Rennsteiglied von Karl Müller und Herbert Roth.

Nun also ein Rocksong. „Wir müssen das Lied noch das ein oder andere Mal hören, dann werden wir es auch mitsingen“, verspricht Heydenbluth. Dass es aber überhaupt einen Song für die Bundesliga-Mannschaft gibt, findet der Fanclub sehr gut. Es sei schon erstaunlich, was in Suhl in den letzten Jahren geschaffen wurde. Urgestein Jürgen Rieder stimmt zu, wenngleich sich der 70-Jährige was die Hymne angeht mehr Melodie gewünscht hätte. „Das Mitsingen fällt schwer. Es hätte mehr wie andere Vereinshymnen sein sollen. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Vielleicht ist es nur eine Gewohnheitssache.“

Ob die Fans Alex Beckers „Vorwärts mit Herz“ annehmen, wird sich beim ersten Feldversuch am 28. August zeigen. Dann soll das Abschiedsspiel für Suhls Volleyball-Legende Claudia Steger stattfinden. Nach derzeitigem Stand dürfen bis zu 1000 Fans in der Wolfsgrube dabei sein.

„alwaySUHLtras“: Elf Mitglieder, stetig wachsend

Seit 2019 gibt es den VfB-Suhl-Fanclub „alwaySUHLtras“. Während der Fahrt zum Auswärtsspiel nach Wiesbaden, sei sie entstanden, die Idee, einen eigenen Fanclub zu gründen, erzählt Thomas Augstein. Wie die meisten „SUHLtras“ gehörte er einst den „Dynamics“ an. Dass es dann doch irgendwann ein eigener Fanclub sein sollte, habe vor allem an den unterschiedlichen Interessen gelegen. Während die „Dynamics“ auch viele andere Sachen im Verein organisieren, zum Beispiel Beachvolleyball-Turniere, wollen sich die „alwaySUHLtras“ voll und ganz auf die erste Frauen-Mannschaft konzentrieren. Elf Mitglieder zählt der neue Fanclub aktuell, aber man sei „stetig wachsend“, so Christian Heydenbluth, und offen für Neuzugänge. Das Gute: Einen festen Mitgliedsbeitrag gebe es nicht. „Jeder hilft, wo er kann.“

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